Neuer Job, mehr Aufträge, höhere Sichtbarkeit? So nutzt du LinkedIn effektiv

Neuer Job, mehr Aufträge, höhere Sichtbarkeit? So nutzt du LinkedIn effektiv

LinkedIn boomt. Immer mehr Menschen tummeln sich in dem B2B-Netzwerk. Anmelden, schnell ein Foto hochladen und ein paar berufliche Stationen eintippen – kein Ding. Doch damit ist es leider nicht getan. Im Web wimmelt es zwar von Tipps und Tricks, wie du dich in dem Business-Netzwerk zurechtfindest oder die vielen Features nutzen kannst. Aber was brauchst du wirklich, um bei LinkedIn deine Ziele zu erreichen? So viel sei schon verraten: Eine durchdachte Kommunikationsstrategie ist hilfreich.

575 Millionen Nutzer*innen weltweit, 16 Millionen davon im deutschsprachigen Raum, Tendenz steigend. Im Durchschnitt meldet sich in der DACH-Region alle 18 Sekunden ein neues Mitglied auf der Plattform an. Seltsame Blicke ernten, weil du bei LinkedIn unterwegs bist? Das ist längst vorbei. Kopfschütteln gibt es eher, wenn du Xing weiterhin treu bist. Warum dieser Hype um LinkedIn? Dafür gibt es natürlich nicht nur einen Grund.

Sicher ist die anhaltende Corona-Situation für viele ein starkes Motiv, sich endlich mehr Zeit für digitales Netzwerken zu nehmen. Der Job ist vielleicht nicht mehr so sicher wie vorher. Aufträge für Selbstständige kommen auch nicht mehr so viele rein. Unternehmen wiederum denken und handeln angesichts der Krise (endlich) stärker um in Richtung „Social Selling“ – und das mit Erfolg. B2B-Marketer berichten, dass immerhin 80 Prozent ihrer Social Media-Leads von LinkedIn kommen. René Gast hat hierzu für Zielbar einen schönen Artikel geschrieben.

Bei LinkedIn herrscht Gedränge – und du bist mittendrin!

Wo ein Goldrausch herrscht, da gibt es bekanntlich auch Schattenseiten. Es wird nämlich voll und eng. Wenn du schon Nutzer*in bist, kannst du sicher ein Lied davon singen. Im Grunde ist es ein bisschen so, wie wenn alle Münchner*innen am Wochenende an den bekannten Spitzingsee in den Alpen fahren. Umso wichtiger ist es, den Fakten ins Auge zu blicken. Wenn du deine Ziele bei LinkedIn mit Erfolg erreichen willst, musst du auch die Herausforderungen kennen:

Steigender Wettbewerb um Aufmerksamkeit: Immer mehr Nutzer*innen – das bedeutet auch immer mehr Inhalte – vom (Blog-)Beitrag über das Live Video bis hin zur Story. Im vergangenen Jahr ist die Zahl der geteilten Inhalte um 50 Prozent gestiegen! Kein Wunder also, dass das Buhlen um die Aufmerksamkeit der LinkedIn-User zunehmend härter wird und bisweilen wundersame Blüten treibt.

Sinkende Reichweite: Eine weitere Folge des Runs ist die sinkende organische Reichweite. Ein Problem, das es auf anderen Social Networks schon lange gibt – etwa bei Facebook. Natürlich geht es dabei auch um das liebe Geld. Viele Unternehmen, die bei LinkedIn präsent sind, arbeiten längst mit Sponsored Posts und Targeting, um ihre Zielgruppen zu erreichen.

Spam-Alarm: „Ich habe gesehen, dass wir beide aus Wuppertal sind, lass uns vernetzen!“ Immer mehr fragwürdige Direct Messages verstopfen unseren Posteingang bei LinkedIn. Dazu kommt hier und da sogar lustiger Katzencontent. Von den Selbstbeweihräucherungsposts mit vielen getaggten Menschen ganz zu schweigen. Besonders „Alteingesessene“ rümpfen darüber die Nase und vergleichen LinkedIn sogar schon mit Facebook.

Strenger Algorithmus: Was die Bewertung der Inhalte betrifft, hat LinkedIn eine „harte Tür“. Dabei setzt das Netzwerk auf eine Kombi aus Maschine und Redaktion. Seit einiger Zeit spielt auch die Verweildauer der User eine große Rolle, ob ein Beitrag Beachtung findet oder nicht. Erfahrungsgemäß brauchst du schnell Likes und Kommentare an deinen Posts, sonst verschwinden sie im LinkedIn-Nirwana.

Du musst kein Selbstdarsteller sein, um Erfolg zu haben

Vielleicht denkst du jetzt: Da habe ich gar keine Lust drauf! Aber mal ehrlich: Nicht immer sind die anderen oder die widrigen Umstände in Digitalien schuld. Eventuell ist da auch noch der berühmte „innere Schweinehund“, der dich davon abhält, bei LinkedIn aktiv zu werden. Das wäre schade, denn das Netzwerk hält viele Chancen für dich bereit – trotz aller Hindernisse. Wie du sie am effektivsten für dich nutzen kannst, erfährst du jetzt.

Sichtbar werden! Unter diesem Druck stehen alle. Manche tappen mitten rein in die Marktschreier-Falle: „Schau her, ich bin die hellste Kerze auf der Torte!“ Denk bitte nicht, dass du da mitziehen musst. Denn diese Strategie bringt beim digitalen Netzwerken langfristig nichts. Sie kann sogar Menschen vergraulen, mit denen du gerne in Kontakt kommen würdest. Die brauchen nämlich keine Selbstdarsteller. In der Regel suchen sie bei LinkedIn

  • hilfreiche Antworten auf ihre Fragen
  • handfeste Informationen zu den Themen, die sie beschäftigen
  • oder fundierte Meinungen, die zum Nachdenken und Diskutieren einladen
Wie du Wertschätzung und Respekt beim Networking zeigst, hat Claudia Dieterle für Zielbar einst zusammengefasst. Eine Infografik steht zum freien Download zur Verfügung.

Schaffe Klarheit: Wer bist du und was willst du wem sagen?

Wie wirst du dieser Erwartung gerecht? Der Trick besteht darin, den „richtige Deckel auf den richtigen Topf“ zu bugsieren. Das geht so: Du findest die richtigen Kontakte, weil deine Inhalte für sie passen. Und deine Adressat*innen sind glücklich, weil sie bei dir den richtigen Content finden.

Damit das klappt, brauchst du als erstes eine klare Positionierung. Was das ist? Ein Beispiel:

Du bist als Expert*in für Mobilität bei einem Unternehmen tätig. Welche Rolle hast du? Bist du Berater*in? Bist du im Vertrieb, in der Entwicklung oder im Marketing tätig? Wofür stehst du, wenn es um Mobilität geht? Welche spannenden Inhalte und Impulse kann dein Netzwerk von dir erwarten? Wen willst du eigentlich bei LinkedIn erreichen und welches Ziel verfolgst du dabei – mehr Aufträge, einen neuen Job oder auch einfach gute Diskussionen?

Bei alldem solltest du die Welt konstant aus der Brille deiner Adressat*innen sehen. Denke radikal bei allem, was du bei LinkedIn tust, an die Menschen, die du erreichen willst! Was treibt sie um? Welche Probleme wollen sie lösen? Was interessiert sie?

Kläre diese grundlegenden Fragen für dich, damit du gezielter Netzwerken kannst. Das braucht etwas Geduld und Hirnschmalz. Oft lohnt sich dabei auch ein erfahrener Blick von außen. Die Mühe zahlt sich aus: Wenn du Antworten für dich gefunden hast, musst du dir nämlich nicht mehr den Kopf  über die passenden Inhalte in deinem LinkedIn-Profil zerbrechen. Die Headline unter deinem Profilbild, der Infotext oder auch das Titelbild – das alles ergibt sich fast wie von selbst, sobald deine Ausrichtung geklärt ist.

Bei LinkedIn immer gefragt: Content, der einen Unterschied macht

Du weißt jetzt, wie du dich bei LinkedIn zielgruppengerecht (!) präsentieren möchtest und hast dein Profil entsprechend aufgebaut oder verbessert. Das ist die halbe Miete. Verlege dich jetzt bitte nicht aufs Warten. Sonst bist du vermutlich schnell enttäuscht.

Du musst jetzt den zweiten Schritt tun, um die Nachfrage anzukurbeln. Bei LinkedIn ist relevanter Content der einzig richtige Hebel dafür. Dein Vorteil ist: Du musst dich nicht mehr fragen, was du überhaupt posten sollst. Denn du hast ja durch deine vorausgegangenen Überlegungen zur Positionierung einen roten Faden für dich gefunden.

Alles, was du jetzt noch tun musst, ist regelmäßig Inhalte veröffentlichen. „Nur?!“, höre ich dich jetzt rufen. Ich gebe zu: Ganz von selbst geht es natürlich nicht. Aber diese Tipps werden dir auf jeden Fall helfen.

Kultiviere den Perspektivwechsel: Setze beim Erstellen deiner Beiträge oder beim Gestalten deines LinkedIn-Auftritts konsequent die Brille deiner Adressat*innen auf. Die Basis dafür ist deine Positionierung.

Stelle Qualität vor Quantität: Jeden Tag Top Content bieten? Das schaffen noch nicht einmal die großen Corporate Influencer mit ihren professionellen Redaktionsteams. Biete lieber konsequent Mehrwert, statt dich ständig zu Wort zu melden.

Plane deine Beiträge: Reserviere mindestens einmal im Monat eine Stunde, um Ideen für Inhalte zu sammeln – und plane am besten drei bis vier Wochen im Voraus. Der Vorteil: Eine bessere Planung verschafft dir mehr Luft für spontane Beiträge.

Führe über LinkedIn Gespräche, die im Gedächtnis bleiben

Die einen suchen verzweifelt nach Ideen für ihre Inhalte, die anderen vergessen vor lauter Posten den Austausch mit ihrem Netzwerk. Dabei ist gerade der Dialog eine riesige Chance, die sich bei LinkedIn bietet! Das ist dein drittes To-do bei LinkedIn.

Keine Sorge: Du musst dein Netzwerk nicht dauernd zur Interaktion auffordern. Aber es ist ratsam, Fragen, Anmerkungen oder Kritik zu hören und möglichst rasch zu beantworten. Das ist nicht nur eine Frage der Wertschätzung. In manchem Gespräch steckt auch eine konkrete Chance: Der digitale Plausch könnte der Auftakt zu einer vielversprechenden Vernetzung sein. Du lernst neue Perspektiven kennen. Oder du nutzt das Feedback, um deinen Content zu verbessern.

Beim Dialog auf LinkedIn geht es aber nicht nur ums Reagieren. Genauso wichtig ist es, dass du aktiv auf andere zugehst – sei es auf potenzielle Kunden oder Arbeitgeber, auf andere Experten oder auf Kollegen. Diese Strategien helfen dir dabei:

Beziehe andere mit ein: Erwähne (neudeutsch: tagge) relevante Personen in deinen Beiträgen, um zu einem Thema ins Gespräch zu kommen – aber bitte immer mit Augenmaß, da deine Einladung sonst als Spam empfunden werden könnte.

Melde dich zu Wort: Kommentiere überall da, wo es aus deiner Sicht thematisch Sinn macht. Dabei gilt immer: Spam und Eigenlob kommen nicht gut an. Punkte lieber mit interessanten Thesen, guten Argumenten und nützlichen Inhalten.

Erweitere dein Netzwerk in Gruppen: Mische in thematisch relevanten Gruppen mit, um Wissen auszutauschen und auf deine Erfahrung und Expertise hinzuweisen. Lass dich dabei auch von anderen inspirieren.

Fazit: Dreiklang für erfolgreiches digitales Netzwerken bei LinkedIn

Positionierung, Content, Interaktion – das ist der Dreiklang, der dir langfristig Erfolg bei LinkedIn bringt. Vielleicht musst du am Anfang etwas mehr Zeit investieren, um dir über deine Kommunikationsstrategie klar zu werden und besser zu verstehen, wie LinkedIn tickt. Aber mit der Zeit kommt die Routine beim digitalen Netzwerken. Dann baust du immer mehr relevante Kontakte auf und näherst dich hoffentlich schnell deinen persönlichen Zielen.

Artikelbild: Martin Mummel/GRVTY

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Meike Leopold

Meike Leopold

Meike Leopold ist Beraterin für digitale Kommunikation und Expertin für den Aufbau und das Management von Unternehmensblogs. Als Social-Media-Verantwortliche beim Cloud-Pionier Salesforce hob sie „DAS Salesforce Blog“ aus der Taufe. Ihr Wissen hat sie in dem Buch „Content Marketing mit Corporate Blogs“ zusammengefasst, das im Mai 2019 bei Haufe erschienen ist. Weitere Infos gibt’s auf Start Talking.

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