Netzwerken nach ( fast) allen Regeln der Kunst

Netzwerken nach (fast) allen Regeln der Kunst

Heute ist fast jeder in mindestens einem sozialen Netzwerk unterwegs. Jedes Netzwerk hat seine Besonderheiten, aber es gibt auch Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten und Angleichungen. Man will ja schließlich mit der „Konkurrenz“ mithalten – wie etwa die neuen Funktionen für Videos auf Facebook zeigen. Und bei Twitter ist es seit einiger Zeit im Gespräch, das Limit von 140 Zeichen für Tweets aufzuheben (also das bisherige Alleinstellungsmerkmal des Mikroblogging-Dienstes).

Zwar gibt es eine inoffizielle Netiquette – wie man sich im Netz korrekt verhält, wird aber je nach Plattform und Betreiber unterschiedlich gehandhabt. Um dir zu zeigen, wie du dich verhalten kannst, um positiv aufzufallen, möchte ich dir einige allgemeine Tipps geben und ein paar Regeln der Kunst beim Netzwerken zeigen.

Gehen wir aber zunächst einmal auf die Gemeinsamkeiten der sozialen Netzwerke ein.

Gemeinsamkeiten der sozialen Netzwerke

Das Profilbild

Da das Profilbild in der Regel das erste ist, das jemand sieht, wenn er dein Profil besucht, hat es auch eine zentrale Bedeutung. Du wirst mir sicher recht geben, dass ein Platzhalter – für den Fall, dass du kein Profilbild hochlädst – nicht besonders ansprechend ausschaut. Ein Avatar ist besser als nichts, aber nicht besonders persönlich. Hier findest du Tipps für das perfekte Profilbild. Übrigens sieht man mittlerweile auch immer häufiger Zeichnungen. Die Social-Media-Spezialistin Tina Gallinaro hat welche von sich bei fiverr machen lassen, die ich sehr gelungen finde.

Die Biografie

So wie die Über-Mich-Seite auf der Website eine große Bedeutung hat, ist in den sozialen Netzwerken deine Biographie wichtig. Denn nach dem Blick auf dein Bild will dein Besucher, wenn es ihm gefällt, mehr über dich wissen. Überlege dir also, wie du kurz und knackig in Worte fassen kannst, was du kannst und bietest bzw. welche Interessen du hast – je nachdem ob du das Profil beruflich oder privat nutzt. Ähnlich wie bei einem „Elevator Pitch“ sollte der Text aufschlussreich sein und Interesse wecken, dich virtuell näher kennenzulernen. Aber verwende bei Twitter nicht für jedes Schlagwort einen Hashtag! Das sieht sonst allzu werblich aus. Hier findest du Tipps von Björn Tantau zur Twitter-Biographie, die auch für andere Netzwerke nützlich sind.

Die besten Zeiten zum Teilen

Wenn du Google Analytics für deinen Blog, Twitter Analytics für dein Profil bei Twitter oder andere Tools verwendest, kannst du sehen, wann die beste Zeit ist, etwas zu teilen. Verallgemeinern kann man das nicht. Sammle einfach eigene Erfahrungen und teste verschiedene Themen zu unterschiedlichen Zeiten. Auf dieser englischen Infografik findest du weitere Tipps.

Automatisierung

Um beim Veröffentlichen von Artikeln oder Nachrichten an neue Follower bei Twitter Zeit zu sparen, kann man heutzutage auf automatisierte Vorgänge zurückgreifen.

Bedenke aber beim automatischen Teilen, dass du deinen Inhalt nicht auf jedem Netzwerk in derselben Form präsentieren kannst, und passe deinen Begleittext an das jeweilige Netzwerk an. Dass man zum Beispiel keine automatischen „Danke fürs Folgen“-Nachrichten bei Twitter machen sollte, die mit der Bitte schließen, die Facebook-Seite zu liken oder auch auf anderen sozialen Netzwerken zu folgen, versteht sich eigentlich von selbst. Leider ist es trotzdem gängige Praxis. Du kannst gerne automatisieren, um dir deine Arbeit zu erleichtern – aber richtige Interaktionen sollten stets persönlich und in Echtzeit laufen! Weitere Informationen zum Thema „Social Media automatisieren“ erhältst du in diesem Artikel von Sandra Holze.

Einen Beitrag hervorheben

Wenn du einen deiner Beiträge besonders hervorheben möchtest, damit er mehr Beachtung findet, kannst du ihn

  • auf Facebook oben fixieren,
  • auf Twitter an deiner Profilseite anheften,
  • auf Google+ anpinnen.

Dadurch erhält der Beitrag mehr Aufmerksamkeit und Interaktionen, weil er beim Besuch deines Profils als erstes gesehen wird.

Inhalte hervorheben

Wie du mit deinen Inhalten auffallen kannst, hat die Bloggerin Alexa Manoeuvre in ihrem Artikel „Unique Content: So fällst Du garantiert mit deinen Inhalten auf!“ sehr gut beschrieben. Du musst Zeit investieren, gut netzwerken, authentisch sein und deine Persönlichkeit zeigen.

Networking-Tipps: Worauf du im Social Web unbedingt achten musst.TWEET

Besonderheiten der sozialen Netzwerke

Google+ und Facebook

Auf Facebook und Google+ ist das persönliche Profil für Personen gedacht und die Seite für Unternehmen. Persönliche Profile, die von Unternehmen verwendet werden, begegnen mir aber auf Google+ recht häufig. Wenn es ein neuer Follower von mir ist, schreibe ich auch gerne privat mit dem Hinweis, dass eine Seite den Vorteil der Verlinkung mit der Website hat. Oft geschieht das aus Unwissenheit oder wegen technischer Probleme beim Anlegen einer Seite auf Google+. Deshalb füge ich einen Link hinzu, der nicht nur für Blogs nützlich ist.

Auf Facebook verstößt du bei Verwendung eines Profils für dein Unternehmen sogar gegen eine Richtlinie. Hier beschreibt Thomas Hutter, wie du ein privates Profil in eine Facebook-Seite umwandeln kannst.

Twitter

Hast du schon mal gesehen, dass du auf Twitter deinem Tweet eine Umfrage hinzufügen kannst? Es stehen leider nur zwei Auswahlmöglichkeiten zur Verfügung. Bei Google+ sind es fünf. Und wenn du einen Tweet in Buffer einstellst, hast du neuerdings mit „Create an image“ und dem Tool Pablo die Möglichkeit, ein passendes Bild zu deinem Tweet zu erstellen. Du kannst entweder ein eigenes Bild hochladen oder eines der vorhandenen wählen, einen Text ergänzen und das Bild bearbeiten.

XING und LinkedIn

Da es sich bei beiden um professionelle Netzwerke handelt, ist es wichtig, dass du dein Profil richtig ausfüllst, d. h. mit Bild (ohne Haustier oder Partner, Tipps siehe oben), Beschreibung über dich und deinem beruflichen Werdegang. Wie du ein Profil auf LinkedIn anlegst mit Erklärvideo erfährst du hier.

Verwende nie die angebotenen Standardeinladungen! Formuliere immer eine persönliche Einladung. Poste keine privaten Fotos, nur professionelle Artikel. Und trenne private und berufliche Aktivitäten, es gibt ausreichend Netzwerke für beides.

Pinterest

Eine ideale Plattform, um Bilder zu sammeln und zu teilen. Gib jedem Bild, das du hochlädst, einen passenden Alternativtext, damit beim Pinnen nicht der Dateiname erscheint. Weißt du, was ein „Pin Twin“ ist? Das ist jemand, der dieselben Interessen an Pins teilt. Wenn du über Pinterest Gruppenboards erstellst, kann jeder, den du einlädst, auf dieses Board pinnen. Eine schöne Vernetzungsmöglichkeit.

Das Kommentieren von Pins bringt auch neue Kontakte. Hier erfährst du, wie du Pinterest sonst noch sinnvoll nutzen kannst.

Einige Gesten mit denen du positiv auffällst

Dazu zählen vor allem das Bedanken bei verschiedenen Gelegenheiten, die Verlinkung der Quellenangabe, wenn du teilst, dich jemand auf etwas aufmerksam gemacht oder dir geholfen hat sowie natürlich Interaktionen. Hier ein paar Beispiele:

  • Wenn dich jemand zu einem Blogartikel inspiriert hat, erwähne ihn in deinem Artikel.
  • Bedanke dich fürs Plussen, Liken, Favorisieren, Teilen, Kommentieren in deinem Blog und in den sozialen Netzwerken.
  • Beteilige dich an Gesprächen und Diskussionen und beantworte Fragen in Blogs oder in den sozialen Netzwerken.
  • Bitte ganz gezielt Follower um ihre Meinung zu einem Artikel. Fast jeder, der persönlich angesprochen wird, reagiert und kommentiert.
  • Wenn du zu einer Blogparade eingeladen hast, bedanke dich für jeden Beitrag in deinem Blog, kommentiere im Blog des Teilnehmers und gib dir Mühe mit der Auswertung.
  • Wenn du dich in einem Thema sehr gut auskennst, dann beantworte Fragen in Quora, der Ratgeber-Community gutefrage.net oder auf Foren.
  • Erstelle einen eigenen Blog oder veröffentliche auf LinkedIn, XING oder Medium Artikel zu deinem Fachgebiet. Hierzu gibt es einen lesenswerten Artikel von Klaus Eck.

Fazit

Beim Social Selling geht es darum, eine Beziehung aufzubauen. Auf ganz ähnliche Weise findet dies auch in den sozialen Netzwerken und beim Networking statt. Ganz egal, weshalb du dort unterwegs bist – du musst deine soziale, deine menschliche Seite zeigen, wenn du gute Kontakte knüpfen und pflegen möchtest. Nicht umsonst heißt es „soziale Netzwerke“. Sie sind ein sozialer Teil unseres digitalen Lebens geworden.

Jetzt habe ich dir erzählt, was mir positiv auffällt und mich beeindruckt. Wie schaut es bei dir aus? Was gefällt dir, was nicht? Hast du noch weitere Tipps für erfolgreiches Netzwerken?
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Claudia Dieterle

Claudia Dieterle

Als gelernte Bürokauffrau hat Claudia Dieterle in 2012 ihr Interesse für das Internet (Webdesign, Suchmaschinenoptimierung, soziale Netzwerke, Blogs, Google-Produkte) entdeckt. Seit 2013 ist sie auch begeisterte Bloggerin und in diversen sozialen Netzwerken aktiv. Ihre Aktivitäten können auf www.tipptrick.com verfolgt werden.

7 Reaktionen zu “Netzwerken nach (fast) allen Regeln der Kunst”

  1. Alexa Manoeuvre (@AManoeuvre)

    Hallo Claudia,

    zunächst einmal: Vielen lieben Dank für deine Erwähnung meines Artikels – darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut :)

    Du spricht mit deinem Artikel Networking und Social Selling ein sehr wichtiges Thema an. In den Sozialen Netzwerken bemerkt man es leider täglich, dass viele User es gerade mit der Wertschätzung nicht so genau nehmen.
    Und genau das finde ich sehr schade!

    In deinen Tipps am Ende deines Artikels hast du es richtig erwähnt: Bedankt euch bei eurer Community und anderen Bloggern für jede Reaktion und Interaktion.
    Denn genau das schafft in meinen Augen heute nachhaltiges Vertrauen einer Beziehung und darauf kommt es unter anderem heute besonders an.

    Danke für deine tollen Tipps :)

    Liebe Grüße
    Alexa

    Antworten
    1. Claudia Dieterle
      Claudia Dieterle

      Hallo Alexa,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Du bist mir beim Netzwerken schon mehrfach positiv aufgefallen und Dein Artikel passt sehr gut zum Thema. Deine Formulierung „nachhaltiges Vertrauen einer Beziehung“ finde ich sehr passend.

      Viele Grüße
      Claudia

      Antworten
  2. Rudolf

    Hallo. Manchmal ist etwas Vorsicht geboten, wenn es um ein heikles Thema geht, beim Kommentare posten, denn reelle Personen können einen Kommentar schnell „richtig falsch“ verstehen, und danach von Dir als Kommentierenden einen dauerhaften, falschen Eindruck gewinnen.

    Antworten
  3. Claudia Dieterle
    Claudia Dieterle

    Hallo Rudolf,

    danke für den Kommentar. Das ist richtig, schriftlich kann man schnell falsch verstanden werden und kriegt es u. U. gar nicht mit. Es ist gerade bei heiklen Themen nicht immer einfach, die passenden Worte zu finden.

    Gruß
    Claudia

    Antworten
  4. Christina Wenz

    Liebe Claudia, ich danke Dir von Herzen für´s Erwähnen – Ich habe mich riesig gefreut :-). Dein Artikel ist klasse, danke für die guten Tipps! :-) Ich hätte auch noch einen: Ich finde, dass es bei Facebook nicht so gut ankommt, wenn man eine Freundschaftsanfrage gesendet bekommt und nach der Annahme dann direkt aufgefordert wird, die Seite desjenigen zu liken. Das kommt relativ häufig vor. Liebe Grüße, Christina

    Antworten
    1. Claudia Dieterle
      Claudia Dieterle

      Liebe Christina,

      vielen Dank für Deinen Kommentar. Ich habe Dich sehr gerne in meinem Blog als Beispiel erwähnt, das mich u. a. zu diesem Blogartikel inspiriert hat. Die Auswertung Deiner Blogparade „Konflikte als Chance“ zeigt sehr gut, wie man positiv auffallen kann.
      Das stimmt, gleich nach der Bestätigung der Freundschaftsanfrage die Aufforderung zu senden, die Seite zu liken, kommt oft vor und nicht gut an.

      Viele Grüße
      Claudia

      Antworten
  5. […] meiner Artikel wurde zum Beispiel von Claudia Dieterle in einem ihrer Gastbeiträge bei Zielbar erwähnt – das hat mich wirklich sehr […]

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