Personal Branding - so gelingt der Start

Personal Branding – warum und wie du jetzt starten solltest

Im Verlauf der letzten Monate konnte ich ein größeres Interesse an Personal Branding feststellen. Ein Grund dafür ist sicher, dass sich unsere Arbeitswelt gravierend verändert. Es wird zunehmend wichtiger, die eigene Marke und Positionierung zu schärfen. Nachfolgend gebe ich dir das notwendige Basiswissen rund um das Thema Personal Branding mit auf den Weg.

Was genau ist Personal Branding eigentlich?

Spätestens seit dem vergangenen Jahr ist Personal Branding ein Buzzword, das viele von uns nicht mehr hören können. Das liegt mitunter daran, dass dieser Begriff so wenig greifbar und definiert ist wie „Influencer“ oder „Musik“. Er kann alles und nichts bedeuten. Für die einen einfach eine große Ego-Show ohne Inhalt. Für die anderen ein gezieltes Sichtbarmachen der eigenen Stärken und Interessen. Ohne dabei den Menschen dahinter aus den Augen zu lassen. Sprich: das Nahbarmachen einer Person.

Ich verstehe und definiere Personal Branding als: Mit seiner Expertise bei der „richtigen“ Zielgruppe, mit den passenden Mitteln so gesehen zu werden, dass es zum eigenen Gefühl passt und sich rentieren wird.

Worauf beim Personal Branding zu achten ist, fasst der geschätzte Kollege Klaus Eck bei LinkedIn wunderbar zusammen. Zur Vertiefung des Themas empfehle ich darüber hinaus einen Blick in die Literatur.

Zurück zur Praxis.

Mehr Mut zur Marke: Wie sich kleine und mittelständische Unternehmen sowie Selbstständige im Wettbewerb differenzieren können, ist hier bei Zielbar nachzulesen.

Wozu ist Personal Branding nun wichtig?

Um das „Wozu“ einfach zu beschreiben, nehme ich gerne meine Mama als Beispiel. Denn sie stellte mir vor einiger Zeit genau diese Frage. Daraufhin fragte ich sie, zu welchem Arzt sie lieber gehen würde, wenn sie Rückenschmerzen hat und ihren Arzt frei wählen könnte. Ginge sie lieber zu Prof. Dr. Müller aus Köln oder Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer nach Bochum? Sie hat sich dann – natürlich – für den zweiten entschieden.

Ich: „Warum?“ Mama: „Weil ich ja schon einiges über ihn gehört habe.“ Wieder ich: „Aber vielleicht ist der Müller genauso gut.“ Sie: „Das kann sein, aber ich denke, ich würde trotzdem zum Grönemeyer gehen.“

Damit hatte sie dann die Antwort auf ihre Frage. Grönemeyer machte sich nun mal als Experte einen Namen und die Menschen bringen ihm Vertrauen entgegen. Klar hatte er das Glück, nicht Müller, sondern Grönemeyer zu heißen und einen nicht gerade unbekannten Bruder zu haben. Doch auch andere SängerInnen haben Geschwister und Dietrichs Bekanntheit ist sicherlich nicht nur auf seinen prominenten Bruder zurückzuführen.

Sagen wir so: Menschen können Marken sein und die Bedeutung von Personal Branding ist in diesem Kontext unstrittig. Als nächsten Schritt lege ich dir die folgenden sieben Tipps für mehr Sichtbarkeit ans Herz.

Das 6-P-Modell für dein Personal Branding

Ich arbeite in der Praxis gerne mit dem „6-P Modell“. Das veranschaulicht sehr gut die wichtigen Bestandteile des Personal Brandings. Du kannst dir das dazugehörige Template hier exklusiv und kostenlos als PDF herunterladen.

  1. Persönlichkeitsentwicklung: Wer seine Personenmarke definieren und (später) aktiv nach außen tragen möchte, der muss sich vorher erstmal ganz intensiv mit sich selbst beschäftigen. Ansonsten kann die Nummer ziemlich schnell nach hinten losgehen.
  2. Potenzial: Hier geht es darum sich seiner ganz persönlichen Stärken bewusst zu werden. Worin bist du wirklich richtig gut? Für was brennst du? Und vor allem: Was für einen Nutzen hat dein Wissen / deine Fähigkeit auf einem ganz bestimmten Gebiet für andere Menschen? Kurzum: Welchen Mehrwert kannst du bieten?
    Ganz oft höre ich in Coachings Sätze wie: „Ich kann gar nichts besonders gut“ oder so ähnlich … Aber das stimmt nicht. Jeder hat mindestens ein Gebiet auf dem sie oder er stark ist. Hier ist es erforderlich, wirklich hinzuschauen.
  3. Plan: Wenn du dich mit dir selbst auseinandergesetzt hast, dann geht es darum, einen Plan zu machen, wie du an Sichtbarkeit gewinnen möchtest. Also bei wem, mit welcher Botschaft, mit welchem konkreten Thema sollen die Menschen dich in Verbindung bringen? Da gibt es keinen Masterplan. Da es sich ja um Personal (sic!) Branding handelt, sind die Strategien und Pläne so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Was bei Person A genau der richtige Plan ist, kann bei Person B komplett in die Hose gehen.
  4. Power: Alles beginnt mit dem Willen, sich wirklich mit sich selbst auseinanderzusetzen, sich neue Tools anzueignen und – das ist das Wichtigste – dranzubleiben. Personal Branding ist nämlich kein Sprint, sondern ein Marathon. Es wird immer wieder Durststrecken geben. Du wirst immer wieder einen Moment haben, in dem du denkst: „Das bringt doch alles nichts“. Und glaub mir, den hat jeder. Ich auch. Aber wenn du an diesem Punkt nicht aufhörst, sondern weitermachst, dann wird es sich auszahlen.
  5. PR: Ich selbst bin gelernte TV-Journalistin und dann in den PR-Bereich gegangen. In der PR habe ich mich viel mit der Personality PR von mehr oder weniger berühmten Menschen beschäftigt. Menschen, die zum Teil schon sehr lange einen „bekannten“ Namen haben. Mal ging es darum, diese Menschen in Verbindung mit einem neuen Projekt in die Medien zu bringen oder darum, ein wenig am Image zu feilen. Viele Tools aus dem PR-Bereich helfen mir auch bei der Tätigkeit als Coach. Denn die Mechanismen sind ganz ähnlich. Personal Branding und PR hängen eng zusammen.
  6. Persönliches Netzwerk: Einer der relevanten Punkte beim Selfbranding ist das persönliche Netzwerk, der Aufbau zuverlässiger, nachhaltiger Kontakte. Und vor allem: die Kontaktpflege. Denn, und diesen Spruch haben viele Menschen zwar schon mal gehört, doch nicht alle verinnerlichen ihn so wirklich: „Wenn du erst anfängst dir ein Netzwerk aufzubauen, wenn du es brauchst, dann ist es zu spät!“

Fazit: Personal Branding bedeutet Geben

Allgemein geht es darum, anderen einen Mehrwert zu bieten, andere zu unterstützen … also zu geben, geben, geben. Und zwar nicht mit dem Ziel, bald endlich nehmen zu können. Vielmehr sollte es ein Geben von Herzen sein. Später werden dir Menschen aus deinem Netzwerk sicherlich bereitwillig zur Seite stehen, wenn du es brauchst.

Um das hier vorgestellte 6-P-Modell für das eigene Personal Branding zu nutzen, sollte man sich Zeit freiräumen. Zwei bis drei Stunden die Woche im Kalender dafür einzuplanen, empfinde ich als sinnvoll. Darüber hinaus kann es hilfreich sein, sich die Unterstützung eines Coaches zu holen.

Ich bin neulich gefragt worden, wie ich Menschen überzeuge, die sich weigern, an ihrer Personenmarke zu arbeiten. Meine Antwort darauf war und ist immer die gleiche: „Gar nicht!“ Wie eingangs beschrieben, ist vielen der Mehrwert eigener Sichtbarkeit klarer geworden. Und wer Unterstützung braucht, der bekommt sie in der heutigen Zeit auf vielfältige Weise. Aber Verweigerer von Personal Branding zu überzeugen, ist genauso verschwendete Energie, wie Sportverweigerer zu regelmäßigem Training zu motivieren.

Anmerkung der Redaktion: Im Podcast „be your brand“ von Verena Bender geben Persönlichkeiten wie Lena Rogl, Laura Lewandowski, Gabor Steingart, Richard Gutjahr und Kai Diekmann tolle Einblicke. Hört mal rein!

Artikelbild: Martin Mummel/GRVTY

Personal Branding – warum und wie du jetzt starten solltest
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Verena Bender

Verena Bender

Verena Bender ist gelernte Journalistin mit viel Erfahrung in der Entertainment-PR. 2015 hat sie ihren Blog PRleben.de gestartet. Ende 2018 ist ihr Personal Branding Podcast „Be your Brand“ an den Start gegangen. Verena Bender hilft Menschen als Personal Branding Coach ihren Weg in die Sichtbarkeit zu finden.

Eine Reaktion zu “Personal Branding – warum und wie du jetzt starten solltest”

  1. Sigrid Jo Gruner

    Diese 6 Punkte sind ja ganz schön und bedingt richtig – aber was fehlt resp. zu wenig ausgearbeitet ist – Persönlichkeit – die hat man oder hat man nicht. Die Grundlagen müssen vorhanden sein, eine Entwicklung via Ratgeber oder Workshop kann helfen, aber nicht ersetzen, was nicht bereits angelegt ist. Das greift tief in die individuelle psychologische und mentale Verfassung ein – und da sieht es ja oft recht düster aus:-)

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