Kostenpflichtiger Content und Communitys als Geschäftsmodell [Beispiele + Tools]

Kostenpflichtiger Content und Communitys als Geschäftsmodell [Beispiele + Tools]

Paywalls sind bei den großen Medienhäusern bereits seit Jahren gang und gäbe. Doch nun springen auch kleine Anbieter oder sogar Communitys auf den Bezahlzug auf. Immer mehr Creator schaffen es, Inhalte für Bares an ihre Zielgruppe zu bringen. Dieser Beitrag zeigt dir, wie das geht und welche Tools es dafür gibt.

Das Premium-Content-Geschäftsmodell

Jetzt erst mal von vorne – was ist eigentlich mit kostenpflichtigem Content gemeint?

Im englischsprachigen Raum sind bereits mehrere Modelle im täglichen Gebrauch anzutreffen. Sehr bekannt ist etwa die Freemium-Methode mithilfe von Patreon (und ähnlichen Plattformen). Fans der entsprechenden Inhalte können Creator unterstützen, indem sie für zusätzliche Inhalte bezahlen. Diese Methode ist unter YouTubern weit verbreitet.

Mittlerweile bezahlen User aber auch für den Zugang zu privaten Communitys. Sozusagen geschlossene Foren, die im Gegensatz zu öffentlichen Seiten qualitativ hochwertigere Inhalte bieten und stark moderiert sind.

Ebenfalls stark wachsen die kostenpflichtigen Newsletter. So sehr sogar, dass Twitter sich die Paid-Newsletter-Plattform Revue unter den Nagel riss.

Beispiele kostenpflichtiger Inhalte

Kommen wir doch gleich mal zu einigen Beispielen, damit du dir ein konkretes Bild machen kannst. Zugegeben, es handelt sich um sehr erfolgreiche Exemplare und längst nicht jeder kann so etwas umsetzen. Aber es geht hier erst einmal um das allgemeine Verständnis.

Newsletter: Scotts’s Cheap Flights

Dieser Newsletter versorgt Abonnenten regelmäßig mit sehr günstigen Flugangeboten. Tausende Interessenten sind bereit, für diese Informationen zu bezahlen.

Newsletter: Lenny’s Newsletter

In seinem wöchentlichen Newsletter beantwortet Lenny Fragen rund um Unternehmertum, Start-ups, Wachstum und Produktentwicklung.

Newsletter: Daily Coding Problem

Dieser Newsletter bietet seinen Abonnenten Aufgaben für Programmierer, die von Google und anderen Tech-Unternehmen als Prüfungen genutzt werden. Wer einen monatlichen Beitrag bezahlt, bekommt am nächsten Tag die Lösungen.

  • Website
  • Abopreis: 9 USD / Monat
  • Umsatz: 2’500 USD / Monat
  • Quelle: LATKA

Community: stmForum

stmForum ist eine große Community für Affiliate-Marketer. Leider habe ich keine aktuellen Daten gefunden.

  • Website
  • Abopreis: 99 USD / Monat
  • Umsatz: wahrscheinlich 100’000+ USD / Monat

Videos: Captain Disillusion

Dieser YouTuber bietet seinen Abonnenten via Patreon zusätzliche Videos an. Über 2.700 User zählen zu seinen bezahlenden Fans.

  • YouTube
  • Abopreis: 2 – 5 USD / Monat
  • Umsatz: 9’500 USD / Monat
  • Quelle: Patreon

Lohnt sich das Geschäftsmodell?

Wenn sich das nun alles sehr interessant anhört und du darüber nachdenkst, deine Inhalte zu Geld zu machen, dann wirst du dir mit Sicherheit einige Fragen stellen. Wie bekomme ich Abonnenten? Wie viele Abonnenten brauche ich, um ein Geschäft daraus zu machen?

Bezahlte Inhalte stellen auf jeden Fall ein interessantes Geschäftsmodell dar. Aber es ist nicht leicht, User davon zu überzeugen, für Content zu bezahlen. Schließlich ist im Internet fast alles kostenlos.

Am einfachsten haben es Creator, die bereits eine Gefolgschaft aufgebaut haben und diese jederzeit ansprechen können. Das kann via Social Media, aber auch über einen Blog oder YouTube-Kanal erfolgen.

Wie viele Abonnenten du brauchst, um davon leben zu können, ist natürlich vom monatlichen Preis abhängig. Grundsätzlich kannst du jedoch 500 echte Fans als Ziel anstreben. Selbst wenn deine Inhalte nur 10 € pro Monat kosten, kannst du davon leben.

Wenn du es also schaffst, einige hundert Personen von deinen Inhalten zu begeistern, dann kann dieses Geschäftsmodell bereits ein Einkommen bringen.

Vermarktung von bezahlten Inhalten

Wie bereits angesprochen, ist es hilfreich, wenn du bereits „Zugriff“ auf Follower hast. Denn du musst eine Plattform nutzen, um zu zeigen, wie mehrwertig deine Inhalte sind. Ohne ist es beinahe unmöglich, Abonnenten zu gewinnen. Hier einige Tipps:

  • Konzentriere dich auf eine Plattform und gewinne möglichst viele Follower.
  • Zeige, dass du etwas draufhast und dass deine Inhalte wertvoll sind.
  • Erstelle eine Verkaufsseite, die ansprechend ist und den Mehrwert klar kommuniziert.
  • Mach die Anmeldung möglichst simpel.
  • Nutze zum Beispiel eines der Tools in der Liste weiter unten.

Plattformen für kostenpflichtige Premium-Communitys

Es gibt mittlerweile zahlreiche Tools, die dir für die Erstellung von Communitys zur Verfügung stehen. Hier findest du einige wichtige Informationen.

mighty networks

Mit mighty networks kannst du eine Community mit sehr vielen Funktionen aufbauen.

disciple

Die Plattform disciple bietet eine große Palette an Features. Darunter etwa Livestreaming.

  • Website: disciple
  • Kosten: ab 55 USD / Monat

KAJABI

Bei KAJABI steht die Monetarisierung der Community im Zentrum. Entsprechend sind die Features darauf ausgelegt, dass du deinen Abonnenten einen Zugang verkaufen kannst.

  • Website: KAJABI
  • Kosten: ab 119 USD / Monat

podia

Mit der Plattform von podia kannst du neben einer Community auch Onlinekurse, Webinare und digitale Downloads anbieten.

  • Website: podia
  • Kosten: ab 79 USD / Monat

Circle

Circle ist einer der Top-Anbieter für bezahlte Communitys und wird bereits von bekannten Creators (wie etwa Pat Flynn) genutzt.

  • Website: Circle
  • Kosten: ab 39 USD / Monat

Plattformen für kostenpflichtige Premium-Newsletter

Auch für kostenpflichtige Newsletter gibt es diverse Plattformen, die du nutzen kannst:

substack

substack erfreut sich in der Indie-Creator-Szene großer Beliebtheit. Zahlreiche neue Newsletter rund um Technologie, Entwicklung und Marketing erscheinen fast täglich.

  • Website: substack
  • Kosten: 10 % (+ Kreditkartengebühren)

Revue

Auch mit Revue kannst du einen Newsletter erstellen und dafür Geld verlangen. Revue wurde vor Kurzem von Twitter gekauft.

  • Website: Revue
  • Kosten: 5 %

Andere Plattformen für bezahlte Inhalte

Patreon

Als eine der ersten Plattformen für Fan-Monetarisierung hat sich Patreon als die Nummer 1 unter den YouTubern etabliert. Abonnenten können über Patreon auf zusätzlichen Content zugreifen.

  • Website: Patreon
  • Kosten: 5 – 10 % (+ Gebühren)

Steady

Steady ist so ziemlich als Patreon-Alternative an den Start gegangen und konnte sich seither vor allem auch bei deutschen Creator etablieren.

  • Website: Steady
  • Kosten: 10 % (+ Gebühren)

Contribee

Ein weiterer Anbieter ist Contribee. Dieser unterscheidet sich durch einige zusätzliche Features, wie etwa der Möglichkeit für Trinkgeld oder Pay-per-Post.

OnlyFans

Die Plattform OnlyFans ermöglicht es dem Creator einen geschlossenen Bereich zu erstellen, in dem exklusive Inhalte veröffentlicht werden. Alle Inhalte sind bei OnlyFans erlaubt – inklusive Content für Erwachsene. Die Plattform hat sich daher insbesondere in diesem Bereich zur Nummer 1 entwickelt. Gemäß eigenen Angaben zahlt OnlyFans über 3 Mrd. USD pro Jahr an seine Creator aus. Top-Creator verdienen über 1 Mio. USD pro Monat.

Patreon / substack / Circle Alternativen

Das Aufkommen der hier genannten Plattformen ist ein relativ neuer Trend, der sich in den letzten drei Jahre durchgesetzt hat. Das bedeutet jedoch nicht, dass es zuvor keine anderen Lösungen gegeben hat. Diese sind nach wie vor verfügbar, jedoch zumeist deutlich aufwändiger. Private Communitys können zum Beispiel mit WordPress und entsprechenden Plugins umgesetzt werden. Auch Forensoftware gibt es diverse.

Fazit

Das Interesse von Twitter und anderen Big Playern zeigt, dass bezahlte Inhalte auf dem Vormarsch sind. Zahlreiche Creator haben es bereits geschafft, ein Einkommen mit diesem Geschäftsmodell zu erzielen. Wenn du dir so etwas vorstellen kannst, kennst du nun die besten Plattformen für die Umsetzung. Viel Erfolg damit!

PS: Im Februar hat Twitter „Super Follows“ angekündigt. Damit sollen Twitterer in Zukunft ihre Tweets hinter eine Bezahlschranke setzen können. Somit wird also auch Micro Content monetarisierbar.

Artikelbild: Martin Mummel/GRVTY

Kostenpflichtiger Content und Communitys als Geschäftsmodell [Beispiele + Tools]
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Dani Schenker

Dani Schenker

Dani Schenker ist seit 2005 im Online Marketing tätig. Zuerst als Blogger und Betreiber von mehreren Websites, später als Dienstleister für SEO und Online Strategie.

2 Reaktionen zu “Kostenpflichtiger Content und Communitys als Geschäftsmodell [Beispiele + Tools]”

  1. Nina

    Prinzipiell finde ich die Idee von bezahlten Inhalte gut, wenn die Qualität stimmt. Hat nicht auch Facebook bereits vor einigen Jahren Tests zu bezahlten Gruppen laufenlassen? Fände ich sowohl als Nutzer, als auch Anbieter spannend.

    Antworten
  2. Dani Schenker
    Dani Schenker

    Hallo Nina. Danke für deinen Kommentar!

    Von den genannten Test von vor einigen Jahren weiß ich nichts. Klar ist aber wohl, dass Facebook im Moment wieder an verschiedenen kostenpflichtigen Features für Content arbeitet. Wie das genau aussehen wird, ist noch unklar, ich werde den Beitrag aber aktualisieren, wenn ich was Neues erfahre.

    Antworten

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