Homepage adé: Wieso Landingpages besser verkaufen

Homepage adé: Wieso Landingpages besser verkaufen

Vielleicht hast du das auch schon erlebt: Du siehst im Schaufenster etwas, das dir gefällt, beispielsweise eine Videospiele-Konsole (ich gestehe: das Beispiel ist auf mich zugeschnitten). Daraufhin betrittst du das riesige Kaufhaus und blickst dich um. Du fragst dich: Muss ich jetzt in die Elektronik- oder in die Entertainment-Abteilung?

Auf gut Glück steuerst du die Elektronik-Waren im 1. Stock an und stellst fest, dass sich hier keine Videospiele-Konsolen befinden. Schnell gewinnen die Smartphones deine Aufmerksamkeit. Du vergleichst das neueste Samsung-Modell mit dem aktuellen iPhone. Nur um dann zu dem Entschluss zu kommen, dass du dir vor der nächsten Vertragsverlängerung bei deinem Netzanbieter keine Smartphones ansehen brauchst.

Angebot Kaufhaus

Wo findest du mehr zu dem Angebot, das dich ins Kaufhaus gelockt hat? (Foto: Pixabay)

Du verlässt das Geschäft und fährst nach Hause. Gekauft hast du nichts.

Vielleicht hättest du einen Kauf getätigt, wenn du nach dem Blick ins Schaufenster und dem Schritt ins Kaufhaus direkt vor einem Promotion-Stand mit Spiele-Konsolen gelandet wärst.

Während Kaufhäuser dieses Besucher-Erlebnis nur eingeschränkt verbessern können, haben wir im Web unzählige Möglichkeiten, um die Reise unserer Zielgruppe zu beeinflussen. Beispielsweise können wir bei jeder Kampagne, also jeder E-Mail, die wir versenden, jeder AdWords-Anzeige, die wir schalten, und jedem Social-Media-Post, den wir veröffentlichen, entscheiden, wo der Web-User nach dem Klick landet.

Homepage vs. Landingpage: Wann setzen wir was ein?

Heutzutage besitzt nahezu jedes Unternehmen einen Internetauftritt. Die Startseite der Webpräsenz ist die Homepage.

Die Homepage zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:

  • Sie besetzt in der Regel die Root Domain, beispielsweise www.glossybox.de. Viele Unternehmen kommunizieren besonders zu Beginn diese URL am häufigsten, da sie einfach zu merken ist.
  • Sie verschafft dem Besucher einen groben Überblick davon, was das Unternehmen anbietet.
  • Sie verlinkt zu weiteren wichtigen Unterseiten wie Kategorien, Stellenausschreibungen oder der obligatorischen „Über uns“-Seite.
  • Sie listet Möglichkeiten der Kontaktaufnahme, entweder direkt mit der Einblendung einer Telefonnummer, einer E-Mail-Adresse oder per weiterführendem Button auf.
  • Sie bindet Social-Media-Elemente ein, damit sich die Besucher mit dem Unternehmen über soziale Netzwerke verbinden.
  • Sie bekommt unkontrolliert Traffic aus allen erdenklichen Quellen.
Beispiel Homepage Glossybox

Eine Homepage verschafft Besuchern einen Überblick davon, was das Unternehmen anbietet. (Screenshot: Glossybox.de)

Eine Landingpage (oder „Zielseite“) kennzeichnen andere Merkmale:

  • Sie bietet nur eine Handlungsmöglichkeit, da der Besucher exakt ein Conversion-Ziel erreichen soll.
  • Sie bekommt ihren Traffic von ausgewählten Quellen, beispielsweise einer AdWords-Anzeige.
  • Sie setzt den Fokus auf ein Thema bzw. ein Angebot.
  • Sie minimiert die Navigationsmöglichkeiten, die von der Webpage wegführen.
  • Sie ist oftmals keine Webpage, die dauerhaft genutzt oder in den Internetauftritt eingebunden wird.
  • Sie wird auf einer Subdomain (www.angebot.glossybox.de) oder in einem Unterverzeichnis (www.glossybox.de/angebot) eingebunden.
Beispiel Landingpage Glossybox

Die Landingpage von Glossybox setzt den Fokus auf den Verkauf des Produkts „Glossybox Beauty“. (Screenshot:Glossybox )

Schau dir mal die Homepage und die Landingpage von Glossybox im direkten Vergleich an. Ich habe alle Aktionsmöglichkeiten auf der Homepage mit einem Totenkopf markiert. Ich weiß, das ist etwas makaber, aber zu viele Aktionsmöglichkeiten sind tödlich für deine Conversions.

Homepage vs. Landingpage

Im Gegensatz zur Landingpage ist die Homepage voller Conversion-Killer. (Screenshot: Glossybox)

Die Chancen auf einen Verkaufserfolg über die Homepage liegen bei 43:1, denn 43 Handlungen können die User ausführen – doch nur eine führt dazu, dass Glossybox ihr Ziel erreichen. Autsch! Man spricht hier von der Attention Ratio, der Aufmerksamkeitsrate. Erstrebenswert ist ein Verhältnis von 1:1. Das ist nicht immer möglich, aber je niedriger du sie hältst, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass deine Besucher konvertieren.

Glossybox wissen das. Deswegen setzen sie dedizierte, also kampagnenspezifische, Landingpages ein. Die abgebildete Landingpage setzt den Fokus auf ein einziges Ziel: die Besucherin vom Angebot und damit vom Abschluss eines Beauty-Box-Abos zu überzeugen.

Alle Elemente auf dieser Landingpage dienen dem Ziel, dass die Besucherin zur Kundin wird. Falls du dich über die Totenköpfe am unteren Bildschirmrand wunderst: In Deutschland muss jede Internetpräsenz ein Impressum enthalten. Und wenn du personenbezogene Daten einsammelst, wie hier bei einem Kaufabschluss, dann musst du auch Informationen zum Datenschutz einbinden.

Glossybox verlinken auch noch auf die AGB, die Kontaktaufnahme und die FAQ. Hier könnte man noch näher betrachten, inwiefern sie hierdurch Nutzer verlieren oder konvertieren, aber ich denke, du hast das Prinzip verstanden. Fakt ist: Glossybox erreichen mit der Landingpage eine Conversion Rate, die doppelt so hoch ist wie die der Homepage. Doppelt so viele Verkäufe oder Leads mit dem gleichen Produkt oder E-Book erzielen – na, wie klingt das für dich?

Dieser Vergleich von Homepage und Landingpage zeigt, dass eine Landingpage durch ihr conversion-optimiertes Konzept viel leichter an den Inhalt einer E-Mail oder einer Facebook-Anzeige anknüpft.

Weitere Einsatzmöglichkeiten von Landingpages

Okay, vielleicht verkaufst du keine Beauty-Boxen. Landingpages sind vielseitig einsetzbar. Lass mich dich daher noch etwas inspirieren.

Leadgenerierung mit Content

Wenn du ein E-Book anbietest oder ein Webinar veranstaltest, erstelle hierfür eine kampagnenspezifische Landingpage. Auf diese Weise sind Konversionsraten im hohen zweistelligen Bereich möglich. Macht die Leadgenerierung nicht viel mehr Spaß, wenn jeder zweite Besucher dir vertraut und seine Kontaktdaten eingibt?

Webinar Landingpage Beispiel

GoToWebinar setzen Landingpages ein, um die Anmelde-Raten zu steigern. (Screenshot: Citrix GoToWebinar)

Gewinnspiele

Bei Gewinnspielen kommt der Traffic in der Regel von Anzeigen oder einer E-Mail. Stelle auch hier ein Maximum an Relevanz sicher, indem du eine Landingpage nutzt, die sich nur dem Gewinnspiel widmet.

Textbroker bitten ihre Autoren um einen Erfahrungsbericht, der Einblicke in die Autorentätigkeit und die Zusammenarbeit mit ihnen gibt. Sie verlosen eine Reise und erhalten gleichzeitig positive Rückmeldungen, die als Social Proof, als Beweis für die Akzeptanz unter Autoren, eingesetzt werden können. Ganz schön geschickt!

Textbroker Landingpage Beispiel

Gewinnspiele: Eine Landingpage – ein Conversion-Ziel. (Screenshot: textbroker)

Veranstaltungen

Viele Unternehmen setzen auf kleinere und größere Events, um die Zielgruppe auch offline zu begeistern. Begehe nur nicht den Fehler, dass du dein Event in einem Blogpost erwähnst und nur dort die Anmeldung einbindest. Bei Unbounce verwenden wir für Events daher immer eine Landingpage. In 2014 und 2015 bestand die Webpräsenz unserer CTA Conference in Vancouver ausschließlich aus einem One-Pager, einer einseitigen Landingpage, die alle Infos abbildete.

Und auch für unser erstes Meet-up im deutschsprachigen Raum haben wir mit Erfolg eine unabhängige Landingpage eingesetzt. Die Conversion Rate bei den Besuchern der Seite lag bei 29,17 Prozent.

Unbounce Landingpage Beispiel

Eine Landingpage reicht in den meisten Fällen für eine Event-Ankündigung aus. (Screenshot: Unbounce)

Fazit: Die Landingpage konvertiert besser – die Homepage brauchst du trotzdem!

Landingpages bieten einen geschlossenen Raum, um den Besucher in einer Themenwelt zu halten. Der Fokus auf ein Conversion-Ziel und das Entfernen von ablenkenden Links wirken sich konversionssteigernd aus. Mache es den Menschen, die du mit deiner Kommunikation (E-Mail, Social Post) begeistert hast, leichter, dein Angebot genauer zu betrachten und in Anspruch zu nehmen. Für die Durchführung von Kampagnen sind Landingpages daher ein Must-have und keine Spielerei.

Dennoch kannst du auf eine klassische Homepage, die als Einstiegspunkt in die gesamte Themenwelt deines Unternehmens dient, nicht verzichten. Die digitale Visitenkarte (und schnell wird daraus mehr) bleibt ein Touchpoint, der überwiegend Traffic durch Suchmaschinen erhält – oder weil die Nutzer diese URL kennen.

Hast du schon Erfahrungen mit kampagnenspezifischen Landingpages gesammelt? Ich freue mich auf deinen Kommentar!
Homepage adé: Wieso Landingpages besser verkaufen
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Ben Harmanus

Ben Harmanus

Ben Harmanus baut als Community & Content Marketing Manager die Präsenz von Unbounce im deutschsprachigen Raum aus. Er liebt es, relevanten Content zu produzieren, das Nutzererlebnis von Webpages zu optimieren und sich darüber mit der Community auszutauschen. Sein Wissen und seine Erfahrungen teilt er im Unbounce Blog, auf Konferenzen und in Webinaren.

6 Reaktionen zu “Homepage adé: Wieso Landingpages besser verkaufen”

  1. Claudia Dieterle
    Claudia Dieterle

    Hallo Ben,

    eine gute Idee, einen Vergleich zwischen Homepage und Landingpage zu machen. Bei der Anzeigenschaltung wird oft der Fehler gemacht, einfach auf die Startseite zu verlinken, aber Du hast sehr gut beschrieben, warum die Zielseite so wichtig ist. Ich sehe auch einen Vorteil von Landingpages darin, dass die Erfolgsmessung bei Anzeigenkampagnen einfacher ist, wenn nicht auf eine Seite der Website verlinkt wird. Ich stimme Dir zu, dass beides benötigt wird für unterschiedliche Zwecke.

    Viele Grüße
    Claudia

    Antworten
  2. Ben Harmanus
    Ben Harmanus

    Hallo Claudia,

    Richtig – die Homepage ist ein Must-have für jedes Unternehmen. Eine Anlaufstation für Menschen, die sich einen Überblick über eine Marke verschaffen möchten.

    Kampagnen mit klarem Conversion-Ziel müssen jedoch immer auf eine kampagnen-spezifische Landing Page führen.

    Liebe Grüße,
    Ben

    Antworten
  3. Silvia

    Hallo Ben,

    kurz und knackig: toller Artikel! Vielen Dank :-)

    Liebe Grüße
    Silvia

    Antworten
    1. Ben Harmanus
      Ben Harmanus

      Hi Silvia,

      vielen Dank für dein Feedback. Freut mich, wenn ich dir mit dem Vergleich von Homepages und Landing Pages einen Mehrwert bieten konnte.

      Liebe Grüße,
      Ben

      Antworten
  4. Sven

    Hallo Ben,

    klasse Artikel. Wie sind denn deine Erfahrungen, wenn es auf einer Website nur genau ein Produkt zu kaufen gibt wie z.B. Wintergärten? Ist es hier sinnvoll nochmals eine „kondensiert Landing Page“ zu erstellen?
    Inwiefern ist es sinnvoll auf einer Kampagnen-Landing-Page Informationen zur Firma/Anbieter mit anzugeben?

    Viele Grüße,
    Sven

    Antworten
    1. Ben Harmanus
      Ben Harmanus

      Hallo Sven,

      Vielen Dank für dein Feedback. Handelt es sich wirklich nur um „ein“ Produkt? Ich kenne dein Angebot nicht im Detail, trotzdem ein paar Ideen von mir zu dem Beispiel eines Wintergartens:

      – Existiert das Produkt in verschiedenen Varianten, z.B. was die Quadratmeterzahl oder Form angeht? Ich habe kurz recherchiert und quadratische und kuppelartige Gebilde gesehen.
      – Wie unterscheidet sich der Verwendungszweck? Wird er Wintergarten für Pflanzen, als Wellness-Entspannungsoase oder Essraum genutzt?
      – Wie sieht es mit der Budget-Bandbreite aus?

      All‘ diese Fragen weisen auf, dass es sicherlich ein Dutzend verschiedene Käufergruppen geben kann (je nachdem, wie das Potrfolio aufgestellt) ist. Daher ist Recherche angebracht, wer genau die Käufer sind und welche Motive sich hinter dem Kauf verbergen:

      – Raumgewinn?
      – Angeberei, um den Nachbarn zu beeindrucken?
      – Entspannung?
      – ein neues Hobby?

      Welche Zielgruppen bringen Dir den größten Umsatz (besser: Gewinn)? Konzentriere Dich mit Anzeigen (AdWords/Facebook) auf diese Zielgruppen und leite Sie auf Landing Pages, die gezielt einen bestimmten Typus/Bedarf emotional ansprechen!

      Ganz spontan würde ich sagen, dass Wintergärten ein Produkt sind, das geradezu für kampagnenspezifische Landing Pages gemacht ist!

      Ich hoffe, dass ich dir weiterhelfen konnte.

      Liebe Grüße, Ben

      Antworten

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