Instagram richtig nutzen: Diese sieben Fehler schaden deinem Marketin

Instagram richtig nutzen: Diese sieben Fehler schaden deinem Marketing

Wo sind die Zeiten geblieben, als ich noch Überzeugungsarbeit leisten musste, wenn es um Instagram-Marketing geht? Das Netzwerk ist mittlerweile fest in der Social-Media-Landschaft etabliert, und viele Unternehmen haben Instagram in ihre Marketing-Strategie integriert – die einen ziemlich gelungen, die anderen eher nicht so.

In diesem Artikel gehe ich auf sieben Fehler beim Instagram-Marketing ein, die mir immer wieder auffallen. Einige sind praktischer Natur und mit kleineren Anpassungen schnell wieder gutgemacht. Andere sind wiederum so grundsätzlich, dass es einen Paradigmenwechsel benötigt, um sie zu vermeiden.

Ich bin anschließend auf deine Meinung in den Kommentaren gespannt.

Los geht’s!

Fehler Nummer 1: Mit der Selbstdarstellung übertreiben 

Es ist 2017, Social-Media-Marketing ist schon lange raus aus der Experimentierphase – und trotzdem wundert es mich immer wieder, wie viele Unternehmen diese Form von Kommunikation immer noch nicht mal ansatzweise verstanden haben.

Bei jedem Foto von Mitarbeitern irgendeiner Digitalagentur, die grinsend beim Grillen auf der Dachterrasse „Daumen nach oben“ zeigen, muss ich mich fragen: Ist das wirklich euer Ernst? Wie soll mich das als potenzieller Kunde von eurer Digitalkompetenz überzeugen?

Einer der größten Fehler, den leider noch viele Unternehmen, Unternehmer, Freelancer etc. machen, ist in eine endlose Selbstdarstellung auf Instagram (und Social Media generell) zu verfallen. Ich nenne das „Wir-Modus“, weil fast jedes Posting von solchen Unternehmen bzw. Personen mit „Wir/Ich …“ anfängt.

Was dabei auf der Strecke bleibt, ist der Mehrwert und die Relevanz für den Follower. Der oben beschriebene Schnappschuss mag für Leute, die die Mitarbeiter kennen, interessant sein – für die 99 Prozent der Instagram-User jedoch sicher nicht.

Wie es mit dem Mehrwert klappt, zeigt (passenderweise) das Social Media Tool Socialbakers auf seiner Instagram-Seite. Definitiv nachmachen.

Fehler Nummer 2: Die Plattform nicht respektieren

Instagram primäres Ziel bei der Gründung in 2010 war die Smartphone-Fotografie zu revolutionieren. Viele Dinge, die uns heute selbstverständlich erscheinen – wie zum Beispiel Fotofilter –, wurden erst dank Instagram zu Mainstream. Instagram war also von Anfang an eine Plattform für Menschen mit höheren ästhetischen Ansprüchen.

Dieses Vermächtnis ist bis heute noch sichtbar. Viele der erfolgreichsten Accounts legen einen besonderen Wert auf die Feed-Gestaltung und die Bildauswahl. Es wundert mich daher, wenn Unternehmen ihre Profile mit broschüreartigen Stockfotos befüllen und sich dann über das fehlende Engagement der User wundern.

Es ist daher sehr wichtig zu verstehen, wie die Plattform und deren User ticken. Eine ästhetisch ansprechende Bildsprache steht bei Instagram eben hoch im Kurs, und das müssen Unternehmen respektieren, wenn sie mit ihrem Content begeistern wollen.

Der Account von o2 Deutschland ist ein positives Beispiel. Durch die sogenannte Content Curation werden Bilder von anderen Nutzern geteilt, die den Account ziemlich „instagramesk“ wirken lassen – ohne dabei die Brand Identity zu kompromittieren.

Fehler Nummer 3: Neue Formate verteufeln

Seit Mitte 2016 werden gefühlt wöchentlich neue Features angekündigt. Neues Logo, App-Redesign, Instagram Stories, Live-Streaming, Sammlungen … Instagram ist nicht länger das simple Fotonetzwerk, das wir vor ein, zwei Jahren noch kannten. Und das ist gut, denn ohne Weiterentwicklung hätte Instagram ganz schnell in derselben ungünstigen Lage wie Twitter landen können.

Trotzdem werden neue Formate von vielen Social-Media-Managern oft eher mit Skepsis betrachtet. Natürlich muss man nicht bei jeder Neuigkeit seine bestehende Strategie umkrempeln – es wäre aber ein großer Fehler, die neuen Funktionen nicht mal auszuprobieren.

Ein Beispiel sind die Instagram Stories. Als die Funktion im August 2016 eingeführt wurde, gab es wochenlang haufenweise Artikel darüber, wie dreist Instagram bei Snapchat abgekupfert hätte. Sogar von Boykott war die Rede. Mindestens genauso lange wurden dann die zwei Plattformen miteinander verglichen und der Hundefilter vergeblich bei Instagram gesucht.

Mittlerweile nutzen 200 Millionen Menschen Instagram Stories täglich, und die Unternehmen, die von Anfang an mit den Stories experimentiert haben, haben jetzt logischerweise die Nase vorn.

Denn der Algorithmus von Instagram hat auch bei der Reihenfolge der Stories das Sagen. Die Stories von Accounts, die ich mir gerne und häufig anschaue, werden mir im sichtbaren Bereich der Story-Leiste im Newsfeed angezeigt.

Fehler Nummer 4: Nicht auf Business-Profil umsteigen

Seit einigen Monaten gibt es die Möglichkeit, ein „normales“ Instagram-Profil in ein Business-Profil umzuwandeln. Voraussetzung für die Aktivierung ist eine Facebook-Seite, die man quasi mit dem dazugehörigen Instagram-Account verknüpft.

Das Business-Profil bietet einige Vorteile für Unternehmen, wie zum Beispiel die Möglichkeit, das Unternehmen direkt von Instagram aus zu kontaktieren oder ein Posting mit wenigen Klicks zu bewerben.

Das Beste daran sind aber die Statistiken! Hier können Seitenbetreiber Informationen nicht nur über das Performance der Postings erhalten (Reichweite, Impressions, Interaktionen etc.), sondern auch über die demografische Zusammensetzung ihrer Follower.

Trotz dieser Vorteile fürchten einige Seitenadmins eine Wiederholung des Facebook-Szenarios. Wir erinnern uns: Nach der Einführung der Facebook Pages (Like-Seiten), begann das Social Network damit, die organische Reichweite von Unternehmen nach und nach runterzuschrauben, als „Druckmittel“ um die Unternehmen zum Kauf von Ads zu bewegen.

Da Instagram bekanntermaßen zu Facebook gehört, kann uns das nochmal passieren? Ausgeschlossen ist das nicht. Aber nur aus Angst, dass so etwas passieren könnte, auf die Insights zu verzichten, die das Business-Profil bietet, halte ich für falsch.

Fehler Nummer 5: Hashtags falsch einsetzen

Ohne Hashtags geht es auf Instagram nicht – darin sind sich alle einig. Aber das war es dann auch schon. Wie viele Hashtags soll ich nutzen? Soll ich bekannte Hashtags nutzen, um mehr aufzufallen? Kann ich immer wieder dieselben Hashtags nutzen? Über diese und weitere Themen streitet sich die Instagram Community.

Ich gehe hier auf zwei Fehler ein, die meiner Meinung nach vermieden werden sollten:

Erstens: Nutze keine englischsprachige Hashtags, wenn du auf Instagram auf Deutsch kommunizierst. Dadurch machst du zwar mehr User auf dich aufmerksam, die meisten davon werden aber von deiner Seite und deinen Inhalten sonst nichts verstehen.

Zweitens: Verzichte auf allzu bekannte Hashtags, und zwar aus mehreren Gründen. Zum einen, weil die Suchergebnisseiten sowieso schon „zugemüllt“ sind, da diese Hashtags mittlerweile von vielen Usern missbraucht werden. Zum anderen werden solche Hashtags von Instagram teilweise zensiert. Verwendest du also einen dieser Hashtags, fliegt dein Beitrag aus der kompletten Instagram-Suche raus, selbst wenn du zehn weitere Hashtags genommen hast, die nicht gesperrt sind.

Fehler Nummer 6: Instagram Bots nutzen

Wie die Popularität von Instagram wächst, so mehren sich auch die Tools und Apps, die uns bei verschiedenen Aspekten des Account-Managements unterstützen sollen.

Große Player wie Hootsuite und Buffer haben Instagram bereits integriert, und auch einige Newcomer wie Later.com, Planoly (Feed-Gestaltung), Iconosquare (Instagram Analytics) oder Influencerdb.net (Influencer-Datenbank) haben sich einen Namen gemacht.

Während die Nutzung dieser Tools komplett unbedenklich ist, gibt es eine Reihe weiterer Apps und Tools, von denen man lieber die Finger lassen sollte. Besonders die sogenannten Instagram Bots verderben einigen Usern den Spaß an Instagram gewaltig.

Es handelt sich dabei um Tools, die anhand vorgegebener Kriterien im Namen des verknüpften Instagram-Accounts Beiträge anderer User liken und kommentieren, aber auch Accounts folgen (um kurz darauf wieder zu „entfolgen“) – völlig automatisch. Das Ziel ist es, durch diese Fake-Interaktion bei dem betroffenen User aufzufallen, in der Hoffnung ihn/sie zum Follower zu machen.

Lange Zeit sah Instagram tatenlos zu, doch jetzt scheinen die ersten Schritte in Richtung Unterbindung solcher Dienste gemacht zu werden. Neulich erst machte Instagram dem bekanntesten Anbieter Instagress.com den Laden dicht – offiziell aus namensrechtlichen Gründen.

Auch ein weiteres Phänomen könnte in Verbindung mit dem Versuch stehen, die Nutzung solcher Tools auszubremsen: Shadowbanning. Die betroffenen User werden dabei nicht komplett von Instagram gesperrt, allerdings werden ihre Fotos bei der Hashtag-Suche nicht länger angezeigt. Damit verringern sich die Chancen massiv, von neuen Usern entdeckt zu werden. Es wird vermutet, die Nutzung solcher Bots wie Instagress könne einer der Gründe für diese Strafe sein. Instagram schiebt es offiziell auf ein „technisches Problem“.

Es ist also Zeit, sich auf echte Interaktionen zu besinnen und auf die Nutzung solcher Tools zu verzichten.

Fehler Nummer 7: Auf Instagram-Anzeigen verzichten

Wer keine dubiosen Maßnahmen ergreifen möchte und trotzdem ziemlich schnell bei ziemlich vielen Instagram-Usern auffallen will, dem seien die Instagram-Anzeigen empfohlen.

Wie kurz angedeutet, können die Inhaber eines Business Accounts aus jedem geposteten Beitrag in nur wenigen Klicks eine Anzeige machen. Hier lassen sich schon mit etwas Kleingeld einige Tausende User unkompliziert erreichen.

Über Facebooks Werbeanzeigenmanager bzw. Power Editor stehen auch weitere Anzeigenformate zur Verfügung, wie zum Beispiel Karussell-Postings und Video Ads im Newsfeed. Außerdem lassen sich Anzeigen auch zwischen zweier Instagram Stories schalten.

Und die Preise werden nicht günstiger. Wer heute zwischen drei bis fünf Euro für 1.000 Impressions zahlt, wird in einigen Jahren das Drei- und Vierfache dafür zahlen.

Es ist deshalb ein Fehler, 2017 auf Instagram Ads zu verzichten.

Fazit

So einfach, wie mal eben ein Bildchen zu posten, ist Instagram 2017 nicht mehr. Neue Formate, mehr Konkurrenz, wählerische User – all das zwingt Unternehmen dazu, mehr Kreativität und Mühe in ihre Instagram-Auftritte zu stecken. Wer erfolgreich sein will, sollte die Plattform und die Bedürfnisse der User respektieren und für Mehrwert sorgen.

Artikelbild: Martin Mummel/GRVTY

Wie siehst du das? Ich freue mich auf deine Meinung in den Kommentaren!
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Trajan Tosev

Trajan Tosev

Als Online-Marketer unterstützt Trajan Tosev Menschen und Unternehmen beim Aufbau starker Online-Präsenzen. Aktuell beschäftigt sich der Kölner mit Marketing-Möglichkeiten auf Instagram. Weitere Info hier.

2 Reaktionen zu “Instagram richtig nutzen: Diese sieben Fehler schaden deinem Marketing”

  1. Kathrin

    Wie sind deine Erfahrungen mit dem Instagram-Algorithmus bezüglich der Benachteiligung von Unternehmer-Profilen gegenüber Privat-Profilen?
    Wenn man auf Instagram Business nicht umsteigen will, aber die Statistiken bekommen, welche App empfiehlst du?

    Antworten
  2. Karin Lechner

    Danke – wertvolle Tipps!
    Das meiste weiß man ja eigentlich, aber es ist gut, wenn man sich immer mal wieder an die eigene Nase fasst und sein Verhalten neu überdenkt.

    Antworten

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