Wie beim Bloggen aus weniger wirklich mehr wird

Slow Blogging: Mit diesen Tipps schaffst du wertvolle Artikel für deine Leser

In einer Zeit, in der jeder und seine Großmutter einen Blog besitzt, trennt sich definitiv die Spreu vom Weizen. Wenn es also darum geht, Leser mit deinen Inhalten zu überzeugen, solltest du beim Bloggen auf Qualität setzen.

Umgesetzt werden kann dies auf verschiedene Arten. Bei Zielbar etwa setzen wir auf ein Team von Redakteuren und Gastautoren, die sich gegenseitig unterstützen und beflügeln. Aber auch als einzelner Blogger kannst du mehr Qualität in deine Artikel bringen.

Einen interessanten Weg dazu hat Benjamin Brückner im Artikel zum Thema Slow Blogging vorgestellt. Mit einigen Experten hat er dabei besprochen, ob es sinnvoll ist, weniger zu bloggen.

Falls dir die Idee von Slow Blogging gefällt, dann möchte ich dir nachfolgend einige Tipps geben, wie du das in der Praxis umsetzen kannst. Sprich, so kannst du weniger Artikel veröffentlichen und deinen Lesern dennoch mehr bieten. Und zwar einen klaren Mehrwert.

Konzept und Redaktionsplan

Um langfristig hochwertige Inhalte veröffentlichen zu können, sollte deine Reise schon lange vor dem Schreiben des ersten Artikels beginnen. Starte beim Konzept. Frage dich dabei, welche Inhalte du deinen Lesern bieten möchtest und wie diese untereinander zusammenpassen und kombiniert werden können.

Hier macht es durchaus Sinn, bei der Zielgruppe anzufangen. Stelle dazu fest, welche Bereiche du in welcher Tiefe abdecken musst, um deine Zielgruppe zu erreichen. Unterschiedliche Bereiche können etwa in Kategorien eingeteilt werden.

Im nächsten Schritt solltest du die Artikel konkret und langfristig planen. Erstelle dafür einen Redaktionsplan und trage deine geplanten Artikel ein. Der Plan hilft dir dabei, deine Inhalte wohl überlegt aufeinander aufzubauen.

Richtig recherchieren

Da wäre noch etwas, das du bereits vor dem Schreiben erledigen kannst: die Recherche.

Während dem Urblogger dieser Begriff komplett unbekannt ist, gehört dies für viele neue Blogger zum Alltag dazu. Einfach drauflos schreiben ist zumeist wenig zielführend. Erfolgversprechender ist es daher, sich zuvor nach vorhandenen Inhalten zum Thema umzusehen – also zu recherchieren.

Deine Blogartikel werden dadurch wertvoller, da du bessere Informationen hast und deine Inhalte auf fundierten Quellen aufbauen kannst.

Dies bringt dir verschiedene Vorteile, wie zum Beispiel die folgenden:

  • Frischer Input: Sicherlich hast du dein Handwerk gelernt, dir Fachwissen angeeignet – doch wie lange ist das her? Lass dich von anderen inspirieren und lerne etwas Neues.
  • Nachvollziehbarkeit: Zeig deinen Lesern, dass du dein Wissen nicht aus der Luft greifst, sondern es dafür verlässliche Quellen gibt.
  • Duplikate verhindern: Schau dich in „deinen Kreisen“ um und versuche keine Artikel zu schreiben, die denen deiner Blogkollegen aufs Haar gleichen.
  • Linkliebe: Wenn du sowieso schon ein paar passende Artikel zum Thema gefunden hast, kannst du diese auch gleich verlinken. Gib ein wenig Linkliebe, verbessere dein Blogger-Karma und profitiere später davon.

Interessant dazu sicher auch, wie Journalisten heute recherchieren und wie man eigentlich richtig recherchiert.

Keine Fragen unbeantwortet lassen

Bestimmt hast du auch den einen oder anderen Artikel mit einer Überschrift à la „Wie viel Bloglesen ist zu viel?“ oder auch „Welche Airline ist die beste?“ gelesen … und dann stellt sich heraus, dass der betreffende Artikel zwar Fakten auflistet und vielleicht sogar Vor- und Nachteile nennt, doch am Ende stehst du ohne konkrete Antwort da.

Die meisten Blogartikel haben zwar kein Fragezeichen im Titel, werfen aber dennoch eine Frage auf. Nichts ist für den Leser unproduktiver, als einen Artikel zu lesen, der die zu Beginn aufgeworfenen Fragen nicht beantwortet. Versichere dich also, dass die von dir aufgeworfenen Fragen ausreichend beantwortet werden.

Richte dich dabei genau an deine Zielgruppe und bedenke, dass du es nie allen recht machen kannst. Du definierst das Wissen, dass ein Leser mitbringen muss, um deinen Artikel zu verstehen. Du bist nicht dazu verpflichtet, bei jedem Artikel bei null anzufangen.

Eine zweite Meinung einholen

Bestimmt weißt du über dein Thema Bescheid. Dennoch macht es eventuell Sinn, kurz vor der Veröffentlichung deines Artikels noch kurz mit einem Kollegen Rücksprache zu nehmen. Ein kurzer Anruf oder Chat kann manchmal genügen, um nochmal eine interessante Idee zu haben oder einen Fehler zu finden.

Du musst nicht mal deinen kompletten Artikel offenlegen. Eine Aussage wie „Ich arbeite gerade an diesem Artikel über Thema XY“ reicht oft schon, um einige Stichpunkte zu diskutieren.

Experten-Beitrag

Geh mit der zweiten Meinung noch einen Schritt weiter und lade Kollegen oder andere Blogger ein, einen Beitrag zu deinem Blogartikel zu leisten.

Dies kann besonders hilfreich sein, wenn du zu einem Thema nicht so viel Wissen hast und gerne einen Experten zu Wort kommen lassen möchtest. Im Falle des Slow-Blogging-Artikels von Benjamin Brückner zeigt es auch, dass verschiedene Blogger unterschiedliche Ansichten zu einem Thema haben können, was für deine Leser dann nicht weniger interessant sein muss.

TIPP: Füge mehrere Beiträge zu einem sogenannten Experten-Roundup-Post zusammen.

Video als sinnvolle Ergänzung

Ein Video ist zwar ein anderes Content-Format als ein Blogartikel, dank der Möglichkeit des Einbindens ergänzen sich die beiden Formate jedoch hervorragend. In gewissen Fällen macht ein Video dann auch tatsächlich viel mehr Sinn als reiner Text.

Vor allem wenn es etwa um Tutorials geht, kann ein Video für deine Blogleser sehr nützlich sein. Willst du etwa schriftlich erklären, wie ein Golfball geschlagen wird, musst du entweder verdammt gut schreiben können, oder deine Leser sind bereits Golfprofis.

Aber keine Angst: Nur weil du ein Video im Einsatz hast, bedeutet das nicht, dass dein Text nutzlos ist. Es gibt noch genügend andere Aspekte deines Themas, die besser im Text aufgezeigt werden. Um beim Golf zu bleiben: Eine Liste mit Namen von Golfern und deren Leistungen sind zum Beispiel in schriftlicher Form sehr viel hilfreicher, da sie im Video nicht weiterverwendet werden können.

Weitere Ergänzungen zum Text

Neben dem Bewegtbild gibt es zahlreiche weitere Inhalte, mit denen du deinen Artikel ergänzen kannst und einen Mehrwert schaffst. Dazu gehören:

  • PDF-Downloads mit zusätzlichen Informationen, Checklisten oder eBooks.
  • Infografiken oder Diagramme, die gewisse Informationen oder Prozesse vereinfacht darstellen.
  • Slideshows, mit denen ein Thema stichpunktartig vorgestellt werden kann.

Das Ziel muss es sein, dem Leser ein möglichst umfangreiches Stück Content zu bieten, das ein Thema hinlänglich abdeckt. Die zusätzlichen Inhalte in Form von PDFs oder Slideshows geben dem Leser auch die Möglichkeit, Teile zu überspringen, mit denen er schon vertraut ist.

Problemlösung

Wenn du nun damit beginnst, deutlich umfangreichere Artikel zu schreiben, solltest du unbedingt darauf achten, nicht in der Theorie zu versinken. Ja, theoretische Artikel haben auch ihre Berechtigung und können nützlich sein. Bedenke aber, dass deine Artikel nicht in zwei Minuten gelesen sind, und das Mindeste, was ein Leser erwarten kann, sind einige praktische Tipps.

Nicht jeder Artikel muss eine Schritt-für-Schritt-Anleitung sein – jedoch ist es nutzbringend, zumindest einen nächsten Schritt aufzuzeigen. Wenn du also einen ausführlichen Blogartikel über die verfügbaren Smartphone-Modelle schreibst, dann mach dir die Mühe und zeige auch auf, anhand welcher Faktoren der Leser seine Entscheidung treffen soll. Sprich, wenn du ihm nicht die Lösung zeigst, dann zumindest den Weg dahin.

Löse also ein spezifisches Problem deines Lesers, statt ihm dieses nur aufzuzeigen.

Korrekturlesen lassen

Ob du nun dafür Geld in die Hand nimmst oder einfach einen Freund um eine Kontrolle bittest, spielt erst mal keine Rolle. Wichtig ist, dass du deinen Artikel vor der Veröffentlichung noch Korrekturlesen lässt.

Optimal ist es, wenn du einen richtigen Lektor hast, der dir deinen Text korrigieren kann. Wenn du das nötige Kleingeld nicht hast, dann frag einen Freund um Hilfe. Denn nachdem du stundenlang deinen eigenen Text vor den Augen hattest, wirst du irgendwann nicht einmal mehr die offensichtlichsten Fehler erkennen.

Für die Qualität deiner Artikel könnte das Korrekturlesen noch einen großen Sprung nach vorne bedeuten.

Slow Blogging heißt: Mehr Zeit für deine Artikel. Nutze sie! Praktische Tipps.TWEET

Fazit

Solltest du also deine Blogging-Frequenz herunterfahren und etwas Slow Blogging betreiben wollen, dann musst du dir über eins bewusst sein: Du möchtest in Zukunft zwei oder vielleicht noch mehr Artikel durch einen einzigen ersetzen. Also zum Beispiel von zwei Artikeln pro Woche auf zwei pro Monat umstellen … Da versteht es sich von selbst, dass dieser eine Artikel vom Aufwand her deutlich größer wird.

Die Idee von Slow Blogging ist es, nicht „nur“ weniger Artikel zu veröffentlichen, sondern bessere Inhalte, die langfristig erfolgreich sind. Du musst daher zusehen, dass du die Qualität in jeder Hinsicht erhöhen kannst. Alle genannten Punkte können genau dazu führen.

Hast du bei deinen Artikeln noch Spielraum für mehr Qualität? Und könntest du dies erreichen, wenn dafür etwas weniger oft bloggen würdest?
Slow Blogging: Mit diesen Tipps schaffst du wertvolle Artikel für deine Leser Rating: 4.63/5 8 Votes
Dani Schenker

Dani Schenker

Dani Schenker ist seit 2005 im Online Marketing tätig. Zuerst als Blogger und Betreiber von mehreren Blogs, dann als Freelancer für diverse SEO-Agenturen. Heute schreibt er bei Tropenwanderer.com über das Leben in Costa Rica, von wo aus er arbeitet und seine Dienstleistungen anbietet.

7 Reaktionen zu “Slow Blogging: Mit diesen Tipps schaffst du wertvolle Artikel für deine Leser”

  1. Stefan Schütz
    Stefan Schütz

    Hallo Dani,

    vielen Dank für die Erwähnung meines Blogposts mit den derzeit 9 kostenlosen und von mir bewerteten Redaktionsplänen – es werden mit der Zeit weitere hinzukommen! So haben alle etwas davon ;-)

    LG
    Stefan

    Antworten
    1. Dani Schenker
      Dani Schenker

      Hi Stefan,
      danke für den Kommentar :) Die Liste ist wirklich sehr hilfreich. Überprüfe von Zeit zu Zeit, ob die Links noch funktionieren ;-)
      Cheers

      Antworten
  2. Ildiko

    Danke für den Artikel, auch ich bin am Überlegen mein Blog eher als „Slow-Blog“ aufzubauen. Da bin ich derzeit noch am Erarbeiten, wie ich es am besten angehe. Deine Erläuterung hat mir eine schöne kleine Liste beschert, mit der ich jetzt gut arbeiten kann und mir eine Übersicht erschaffe, wie ich den Aufbau am besten bestreite.
    Ich habe mir auch die Redaktionspläne angeschaut, und habe mir mal eins runtergeladen. Bin schon gespannt, wie die Arbeit damit sein wird. :)

    Antworten
    1. Dani Schenker
      Dani Schenker

      Hallo Ildiko! Besten Dank für deinen Kommentar. Freut mich natürlich, dass dir mein Artikel weiterhilft. Du musst die Vor- und Nachteile für dich abwägen. Schlussendlich ist Slow Blogging nicht weniger Arbeit, langfristig könnte aber deutlich mehr raus schauen.

      Einen Redaktionsplan zu haben ist auf jeden Fall sehr gut. Welche Vorlage du nutzt wird wahrscheinlich nicht entscheidend sein, sondern dass du deine Artikel langfristig planst – irgendwie eben ;-)

      Viel Erfolg beim Bloggen!

      Antworten
  3. David

    Guten Morgen, ist das Slow Blogging nicht die eigentliche Form des Bloggens? Gründliche Recherche bringt meistens auch den besten Nutzen für den Leser, falls das Ziel auch „Nutzen“ ist. Insbesondere bei Fach-Blogs/Ratgeber-Blogs halte ich Slow Blogging für ein Muss, um auch die nächsten Jahre konstant die Zielgruppe begeistern zu können.

    Antworten
    1. Dani Schenker
      Dani Schenker

      Hallo David. Ich gebe dir recht, dass Slow Blogging die wahrscheinlich sinnvollste Methode zu Bloggen ist. Die Frage, ob dies die „eigentliche Form des Bloggens“ ist, könnte ich jetzt nicht beantworten (kann das jemand?). Bloggen hat ja keine einheitlichen Regeln und entsprechend ist keine Methode richtiger als die andere….

      Antworten
      1. Sophia-Jane

        Ich denke, dass das Slow Blogging die eigentliche Form des Bloggens ist. Was zu Zeiten von „Jeder-kann-sich-gratis-einen-Blog-erstellen“ daraus geworden ist, ist tägliches Bloggen, wie Tagebuch schreiben. Meiner Meinung nach völlig übertrieben. Diese Blogger sehen sich spätestens alle 3 Tage dazu gezwungen, einen Post zu verfassen, damit sie in den Leselisten nicht hinabrutschen und ihre Fans und Liker behalten können. Leider bieten diese Blogs auch keinen Mehrwert mehr, denn meist handeln sie von Schultagen oder missglückten Sponsorvereinbarungen für ein neues Make-Up Produkt.

        Antworten

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