Wie du einen Experten-Roundup-Post erstellst

Wie du einen Experten-Roundup-Post erstellst

Mit einem Experten-Roundup-Post hast du die Möglichkeit, sehr viel Aufmerksamkeit und Traffic zu erzeugen. Darüber hinaus stehen die Chancen gut, dass du dir gute Rankings in Google sicherst. Und nicht zuletzt kannst du langfristig von hilfreichen Kontakten profitieren und dich als Experte positionieren.

Roundup-Posts sind seit einiger Zeit sehr beliebt bei Bloggern. Auch bei meinem letzten ZIELBAR-Artikel, habe ich auf diese Artikelart zurückgegriffen. Dieser Artikel kam ziemlich gut, und deshalb möchte ich dir jetzt einmal zeigen, wie du selbst so einen Roundup-Post machst.

Was ist ein Experten-Roundup-Post?

Statt einen Blogpost ganz alleine zu schreiben, bittest du einige Experten um Unterstützung. In der Regel ist es so, dass alle Experten in der Runde ein und dieselbe Frage beantworten. Das Ziel ist dabei, unterschiedliche Meinungen einzuholen und die besten Tipps zu einem Thema festzuhalten.

Damit ein solcher Artikel inhaltlich gut gelingt, ist einiges zu beachten. In erster Linie ist es natürlich wichtig, welche Personen eingeladen werden und welche Frage(n) beantwortet werden soll(en).

Beispiel #1: Blog mit einem BANG starten

Für meinen letzten ZIELBAR-Artikel, habe ich fünf Experten nach ihren besten Tipps für einen erfolgreichen Blogstart gefragt.

Den Artikel habe ich mit einer ausführlichen Einleitung begonnen, in der ich aufgezeigt habe, wie ein Blog gestartet wird. Dabei bin ich Schritt für Schritt durch den Prozess gegangen. An dem Punkt, an dem ein Blog startklar ist, endete mein Teil und ich übergab das Wort an die Experten.

Heraus kam ein umfangreicher Artikel mit hilfreichen Tipps für den Blogstart. Dass dieser bei den Lesern gut ankam, zeigt auch die Anzahl der Shares in den sozialen Netzwerken.

Social Signals - Statistik Artikel Blogbang

Abbildung: Social Signals – Statistik Artikel Blogbang

Durch die Unterstützung der Experten wurden bei diesem Artikel überdurchschnittlich viele Leser erreicht.

Beispiel #2: Die besten Costa-Rica-Tipps

Dass ein Roundup-Artikel nicht nur im Bereich Bloggen/Marketing möglich ist, habe ich selbst bei meinem Blog Tropenwanderer gesehen. Bei diesem Blog geht es um Reisen und Auswandern nach Costa Rica. Im Artikel Costa Rica Tipps: 19 Reiseblogger verraten alles habe ich die besten Tipps von Reisebloggern gesammelt.

Im Gegensatz zum Artikel bei ZIELBAR habe ich hier eine sehr kurze Einleitung geschrieben und dann direkt mit den Tipps der Reiseblogger weitergemacht. Das hat sehr gut geklappt. Der Artikel ist mittlerweile über drei Monate alt, nach wie vor aber derjenige mit dem meisten Traffic.

Wem bringt ein Roundup-Artikel welche Vorteile?

Ein gut gemachter Experten-Roundup-Post bringt mehrere Vorteile – für alle Seiten.

  • Reichweite und Traffic: Zweifellos bekommst du als „Veranstalter“ des Roundups einiges mehr an Reichweite und Traffic als dies sonst der Fall ist. Denn die befragten Experten helfen dir bei der Promotion des Artikels.
  • Überdurchschnittlich gute Inhalte: Indem du Inhalte von Fachleuten bekommst, wird dein Artikel automatisch mit sehr hochwertigem Inhalt befüllt.
  • Erwähnungen und Verlinkung: Sollte so ein Roundup gut ankommen, wird es vermutlich oft geteilt und z. B. in Wochenrückblicken verlinkt.
  • Expertenstatus: Es stimmt natürlich, dass du mit einem solchen Post vor allem den eingeladenen Experten eine Bühne bietest. Dennoch wird auch dein Status als Experte gesteigert. Wie du von anderen gesehen wirst, hängt unter anderem davon ab, mit wem du gesehen wirst. Du profilierst dich also dadurch, dass du den Kontakt zu den Experten hast.
  • Expertise präsentieren: Selbstverständlich können auch die Experten selbst ihren Status verbessern. Immerhin zeigen sie direkt ihre Expertise und können so weiter Aufmerksamkeit auf sich lenken.
  • Kontakte: Mindestens so interessant wie die Trafficströme sind die Kontakte, die du gewinnen kannst. Nutze dein Roundup, um auch mit Experten in Kontakt zu treten, die du vorher nicht oder wenig gekannt hast.
  • Google Rankings: Wenn mehrere Experten über ein Thema schreiben, dann entsteht guter Content. Keine Wunder also, dass dieser gut in den Suchmaschinen rankt.

Welche Frage stellen?

Manchmal ist es wichtiger, die richtigen Fragen zu stellen, als alle Antworten zu haben. Das trifft beim Roundup auf jeden Fall zu. Denn die Frage entscheidet darüber, ob dein Roundup-Post ein Erfolg wird oder nicht.

Hier einige Tipps, wie du eine sinnvolle Frage stellst, die zu den gewünschten Antworten führt:

  • Finde die perfekte Balance: Ist deine Frage zu spezifisch, werden die Antworten nicht unterschiedlich genug sein. Sprich, dein Artikel wird langweilig. Ist deine Frage hingegen zu unspezifisch, werden die Antworten so weit auseinander gehen, dass kein Zusammenhang mehr feststellbar ist. Du willst weder das eine noch das andere.
  • Frag, was die Leser interessiert: Bleib beim Thema deines Blogs. Auch wenn du vielleicht bei anderen Themen bekanntere Experten bekommen könntest oder mehr Aufmerksamkeit. Wenn deine Leser nichts davon haben, wird das nur ein kurzer Erfolg.
  • Aktuelles oder dir unbekanntes Thema: Nutze die Möglichkeit und spreche ein Fachgebiet deiner Nische an, über das du selbst weniger Bescheid weißt. Oder auch ein neues Gebiet, mit dem du dich noch nicht befasst hast.
  • Diskussionen und Fragen: Schau dich in Foren oder Gruppen (z. B. Facebook, Xing) um und lass dich von Diskussionen inspirieren.
  • Keyword-Recherche (der Klassiker): Richte dich bei der Suche nach der optimalen Frage am Suchvolumen bei Google. Schau im Keyword Planer, was wirklich gesucht wird und konstruiere um die Suchanfrage eine Frage für deine Experten.

Viele Wege führen nach Rom. Sorge dafür, dass die Frage interessant ist und unterschiedliche Antworten zulässt.

Die passenden Experten finden

Wenn du nun die perfekte Frage definiert hast, geht es als nächstes um die Experten. Nur, wen sollst du fragen? Damit du ein möglichst gutes Resultat bekommst, solltest du einiges beachten.

Stars der Nische

In jeder Nische gibt es einige Blogger, die so etwas wie die Stars sind. Diese sind für einen Experten-Roundup-Post besonders interessant, da sie sehr viel Traffic erzeugen können, wenn sie deinen Artikel bewerben.

Damit ein Star aber mitmacht, musst du diesem auch etwas bieten. Sprich, wenn du deinen Blog erst gestern gestartet hast und null Reichweite hast, wirst du höchstwahrscheinlich abblitzen. Richte dich daher eher an Blogger, die bereits ein Stück weiter sind als du.

Das heißt natürlich nicht, dass du es nicht zumindest einmal versuchen solltest.

Branchengrößen

Im Gegensatz zu den Stars der Nische können Branchengrößen auch weniger internetaffin sein. Das bedeutet, dass sie dir in der direkten Promotion des Artikels keine große Hilfe sein werden. Allerdings sorgt alleine der bekannte Namen dafür, dass die Leser den Artikel vermehrt teilen.

Social-Media-Autorität

Während die Stars deiner Nische auf allen Kanälen bekannt sind, gibt es immer auch einige Personen, die sich in einzelnen Netzwerken einen Namen gemacht haben.

Auch diese Personen sind für dich sehr interessant, da sie dir bei der Promotion in den entsprechenden Netzwerken helfen können.

Überschneidende Nischen

Wenn du deine Reichweite vergrößern möchtest, solltest du auf keinen Fall einfach nur deine Bloggerfreunde einladen. Denn nicht selten haben diese eine sehr ähnliche Reichweite wie du selbst.

Interessant ist es daher, Blogger einzuladen, die in einer überschneidenden Nische tätig sind. Wenn deine Nische zum Beispiel „antike Brettspiele“ ist, macht es Sinn, einen Blogger aus der Nische „moderne Brettspiele“ zu fragen. Die Chancen stehen gut, dass es Leser gibt, die an beiden Nischen interessiert sind.

Selbstverständlich wird es auch innerhalb deiner Nische unterschiedliche „Kreise“ geben. Auch so kannst du neue Leser auf deinen Blog leiten.

Ähnliche Aktionen

Falls du ähnliche Aktionen zu deinem Thema finden kannst (z. B. Interviews oder Blogparaden), dann lade Personen ein, die sich dort beteiligt haben. Diese sind offensichtlich daran interessiert, sich auf diese Art zu präsentieren und werden möglicherweise zusagen.

TIPP: Begrenze die Anzahl der Experten sinnvoll. Es ist verlockend 30, 50 oder 100 Experten anzuschreiben. Aber je mehr Experten du im Boot hast, desto weniger lohnt es sich für den einzelnen. Zudem wird der Leser überflutet, und der einzelne Experte kann sich kaum mehr profilieren. Der Nutzen sinkt so – und damit auch das Interesse, den Artikel zu promoten.

Experten ansprechen

Erstelle in Excel oder Google Docs eine Tabelle und trage alle Experten ein, die du ansprechen möchtest. Name, E-Mail und Status müssen angegeben werden. Mögliche Status sind etwa „Anfrage gesendet“, „Antwort ohne Zusage“, „Antwort mit Zusage“, „Absage“, „Beitrag erhalten“ und „Beitrag eingepflegt“.

Personalisierte E-Mail

Wie immer, wenn du Blogger oder andere Personen ansprichst, solltest du dies mit einer personalisierten E-Mail machen. Auf keinen Falls darf der Empfänger das Gefühl bekommen, dass du diese Nachricht an 100 andere geschickt hast.

Erkläre dein Vorhaben

Sag in deiner E-Mail genau, was du vorhast und was du erwartest:

  • Was ist die Frage?
  • In welchem Umfang soll geantwortet werden?
  • Welche thematischen Einschränkungen gibt es?
  • Falls du, so wie ich, einen einleitenden Artikel schreibst, erkläre wie dieser aussieht.
  • Gib an, wie viele Experten am Roundup teilnehmen werden.
  • Deadline setzen! Setze einen Termin für die Antwort und einen für den fertigen Beitrag.
TIPP: Versuche gleich zu Beginn einen der Stars der Nische von der Teilnahme zu überzeugen. Mit ihm in der Hand ziehen die anderen Personen sofort mit.

Terminierung

Sorge dafür, dass du genügend Zeit einplanst. Gehe so weit, dass du genügend Zeit hast, um mehrere Anfragewellen zu starten. Auf diese Weise stellst du sicher, dass du stets sehen kannst, wie viele positive Antworten du bekommst und wie viele weitere Personen du anfragen musst.

Fortschritt festhalten

Trage den jeweiligen Fortschritt in deiner Tabelle ein und übertrage eingereichte Beiträge in deinen Artikel. Frage frühzeitig nach, falls ein Teilnehmer seinen Beitrag am ausgemachten Datum nicht liefert.

Aufbau und Formatierung eines Roundup-Posts

Während du noch auf die einzelnen Beiträge wartest, kannst du deinen Artikel schon so weit vorbereiten, dass nur noch die Antworten eingefügt werden müssen.

Einleitung oder Artikel

Beginne deinen Experten-Roundup-Post – wie idealerweise in jedem Artikel – mit einer Einleitung. Erkläre dem Leser, warum du den Experten genau diese Frage gestellt hast und was er von den Antworten erwarten kann.

Du kannst aber auch einen kompletten Blogartikel schreiben, der den Leser an die Antworten der Experten heranführt (so wie ich es in meinem Artikel gemacht habe).

Welche Lösung besser ist, musst du individuell entscheiden.

Übergang zu den Antworten der Experten

Finde einen sinnvollen Übergang von deinem Part zu den Expertenantworten. Am besten wiederholst die Frage für deine Leser und beginnst dann mit der ersten Antwort.

Antworten der Experten

Nun zum Hauptteil: die Antworten der Experten. Sorge dafür, dass sich die einzelnen „Antwort-Bausteine“ deutlich voneinander abheben. So kannst du etwa die verschiedenen Abschnitte farblich hinterlegen oder mit einer deutlichen Linie trennen.

Außerdem sollten der Name und die Website des Experten gut erkennbar sein. Gib den Experten die Möglichkeit, sich zu branden, indem sie ein bis zwei Sätze über sich schreiben können. Optimal ist es, wenn du ein Foto einfügst, damit der Leser sofort sieht, von wem die Antwort kommt. Kläre unbedingt im Vorfeld ab, ob und welches Foto du verwenden darfst.

Abschluss

Fordere den Leser dazu auf, die Frage ebenfalls zu beantworten, um eine Diskussion im Kommentarbereich zu starten.

TIPP: Damit die Promotion später möglichst reibungslos verläuft, erstelle ein passendes Artikelbild und wähle einen aussagekräftigen Titel für deinen Post.

Artikel promoten

Auch ein Roundup-Artikel promotet sich nicht von selbst. Vielmehr musst du dafür sorgen, dass dein Artikel auch tatsächlich gesehen wird. Folgendes kannst du machen:

  • Informiere deine E-Mail-Abonnenten über den Artikel.
  • Veröffentliche Posts auf deiner Fanpage (Facebook) und deiner Business Page (Google+). Erwähne die Experten in deinen Posts.
  • Teile die veröffentlichten Posts auf Facebook und G+ in deinem Profil (und eventuell auch in weiteren Profilen und Seiten).
  • Veröffentliche den Link bei Twitter und bereite mit einem Tool wie Buffer weitere Tweets vor.
  • Bitte deine Experten darum, den Artikel in ihren Kreisen zu teilen.
  • Retweete, like, plusse etc. die Beiträge deiner Experten.
  • Bitte deine Experten darum, auf Kommentare von Lesern zu antworten, sollte es entsprechende Fragen und Anmerkungen geben.

Checkliste herunterladen

Falls du gleich loslegen möchtest und für deinen Blog ein Experten-Roundup planst, dann lade dir unsere Checkliste herunter. Damit hast du einen schnellen Überblick und vergisst nichts bei der Planung.
Checkliste herunterladen

Fazit

Ein gelungenes Experten-Roundup benötigt einiges an Vorarbeit und ist nicht von heute auf morgen umsetzbar. Plane mindestens einen Monat Vorlaufzeit ein, damit die Experten genügend Zeit zum Antworten haben und du reagieren kannst, falls Antworten ausbleiben.

Der Aufwand ist nicht gering, aber das potenzielle Resultat rechtfertigt ihn.

Hast du selbst schon einmal einen Experten-Roundup-Post gemacht? Falls nicht, was hält dich davon ab?
Wie du einen Experten-Roundup-Post erstellst
Rating: 4.7 10 Votes
Dani Schenker

Dani Schenker

Dani Schenker ist seit 2005 im Online Marketing tätig. Zuerst als Blogger und Betreiber von mehreren Websites, dann als Freelancer für diverse SEO-Agenturen. Heute schreibt er bei Tropenwanderer.com über das Leben in Costa Rica, von wo aus er arbeitet und seine Dienstleistungen anbietet.

2 Reaktionen zu “Wie du einen Experten-Roundup-Post erstellst”

  1. Bernd

    Hallo,

    da ich gerade ein Experten-Interview für meinen Blog vorbereite, bin ich auf der Suche nach Tipps auf diese Seite gestossen! Tolle Anleitung! Vieles habe ich schon richtig gemacht ;-)
    Manches kann ich dank eures Artikels noch optimieren.

    Danke!

    Je nach Frage(n) und Antwort(en) kann solch ein Interview in manchen Fällen auch gut mit einer Infografik ergänzt werden.

    LG
    Bernd

    Antworten
    1. Dani Schenker
      Dani Schenker

      Hallo Bernd! Besten Dank für deinen Kommentar.

      Ein Interview und ein Experten-Roundup-Post sind zwei verschiedene Sachen. Aber du hast natürlich recht, dass man gewisse Elemente bei beidem verwenden kann.

      Auch bei einem Interview musst du dir sehr genau überlegen, was du fragen möchtest. Zum einen darf das Interview nicht langweilig sein und zum anderen müssen die Fragen einen sinnvollen Zusammenhang haben. Und selbstverständlich musst du auch den Interviewpartner sorgfältig auswählen.

      Antworten

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