Content Management - so findest du das passende CMS

Content Management – so findest du das passende CMS

Mit einem Content-Management-System (CMS) lassen sich Webseiten verhältnismäßig unkompliziert einrichten, anpassen und pflegen. Mittlerweile gibt es allerdings eine so große Vielfalt verschiedener Lösungen, dass es gar nicht so leicht ist, die passende zu finden. In diesem Artikel sehen wir uns die wichtigsten davon mit ihren spezifischen Besonderheiten, geeigneten Anwendungsbereichen, Vor- und Nachteilen etwas genauer an.

Grundsätzlicher Hinweis zur Auswahl eines CMS

Der Funktionsumfang und die Nutzungsmöglichkeiten unterscheiden sich von System zu System deutlich. Deshalb ist es wichtig, das passende CMS für den individuellen Nutzungsbedarf auszuwählen. Plant man beispielsweise einen komplexen Web-Auftritt, der Anbindungen an CRM und ERP bietet, ist auch ein komplexes CMS mit entsprechendem Funktionsumfang erforderlich. Will man hingegen nur einen kleinen Blog mit gelegentlichen kurzen Einträgen veröffentlichen, ist eine schlanke Lösung in der Regel ausreichend.

Kläre deshalb zunächst deine Ansprüche an ein CMS. Um die wichtigsten Faktoren bei der Auswahl etwas besser zu veranschaulichen, betrachten wir im Folgenden fünf CMS mit sehr unterschiedlichen Einsatzbereichen etwas genauer.

  • WordPress
  • Pimcore
  • TYPO3
  • Drupal
  • Joomla

WordPress – die verbreitetste CMS-Lösung

WordPress gehört zu den absoluten Klassikern unter den CMS. Weltweit ist es die meistgenutzte Content-Management-Lösung. Das liegt vor allem an der großen Vielfalt nützlicher Erweiterungen und der sehr aktiven Community. Wurde die Open-Source-Lösung zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung 2004 noch in erster Linie als Blog-System genutzt, so ist sie heute ein voll funktionsfähiges CMS, das sich an viele unterschiedliche Einsatzbereiche anpassen lässt.

Vorteile:

Zu den großen Vorteilen von WordPress zählt die Individualisierbarkeit. Es gibt Zehntausende von Plugins und Design-Vorlagen, die an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden können. Weitere Pluspunkte sind die unkomplizierte Einrichtung, die transparente Rechteverwaltung und die umfassende Dokumentation. Dank der großen Community und der Vielzahl an WordPress-Foren findet man zu jedem Problem schnell eine Lösung.

Nachteile:

Nachteilig ist bei WordPress vor allem, dass für jede Domain eine eigene Installation erforderlich ist. Zwar gibt es Methoden zur Einrichtung von Multisites, diese erfordern jedoch ein wenig Aufwand. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass viele WordPress-Installationen zu Slowdowns und übermäßiger Komplexität neigen. Deshalb sollte man sich auf die wichtigsten Plugins beschränken. In diesem Artikel erfährst du, welche das sind und wie du sie optimal einsetzt.

Für wen ist WordPress geeignet:

Trotz der vielfältigen Erweiterungsmöglichkeiten ist WordPress eher für kleinere bis mittelgroße Webseitenprojekte zu empfehlen. Umfangreichere Enterprise-Funktionen können damit zwar realisiert werden, allerdings entsteht dadurch ein unverhältnismäßig hoher Administrationsaufwand.

Pimcore – moderne Lösung für Online-Shops

Pimcore ist ein relativ modernes und unkompliziertes CMS, das sich durch seine komfortable Bedienung und seine übersichtliche Nutzeroberfläche auszeichnet. Bei der Open-Source-Lösung handelt es sich um Software der Kategorie Product Information Management (PIM). Kernbestandteil ist eine zentrale Datenbank, in der sämtliche Produktdaten zusammengetragen, konsistent gepflegt und aktuell und medienneutral vorgehalten werden. Eine Ausgabe der Daten ist jederzeit in beliebigen Formaten (Print und Online) und über verschiedene Kanäle (Kataloge, Online-Shop, Vertriebsplattformen, Mobile Apps) möglich.

Vorteile:

Ein wesentlicher Vorteil von Pimcore besteht in seinem modularen Aufbau. Je nach Bedarf können alle oder nur einzelne der vier Kernfunktionalitäten genutzt werden:

  • Produkt Information Management
  • Digital Asset Management
  • Web Content Management
  • Omni-Channel-E-Commerce

Weiterhin überzeugt Pimcore mit seiner guten Anbindung. Dank Connect-anything-Architektur und ganzheitlichem API-Ansatz ist die bidirektionale Echtzeitkommunikation mit ERP- und CRM-Systemen möglich. Ergänzend kommen die hohe horizontale und vertikale Skalierbarkeit hinzu, dank der auch wachsende Nutzerzahlen und steigende funktionale Anforderungen gut bedient werden können.

Zu guter Letzt kann die geringe Verbreitung als ein Vorteil angesehen werden. Dadurch ist Pimcore nicht das lohnendste Angriffsziel für Hacker. Dies reduziert wiederum senkt den Wartungsaufwand im Sicherheitsbereich. Dennoch sollte man auch bei Pimcore auf eine stetige Optimierung Wert legen. Professionelle Unterstützung dabei erhält man beispielsweise bei der Pimcore-Agentur codafish.

Nachteile:

Ein Nachteil von Pimcore besteht klar im hohen Eigenanteil, den Nutzer einbringen müssen. Bislang gibt es nur eine kleine Community, sodass bei Problemen nur eingeschränkt auf erprobte Lösungen zurückgegriffen werden kann. Entsprechend ist häufig eine Programmierung eigener Lösungen nötig. Fachkenntnisse sind weiterhin deshalb erforderlich, weil es bislang nur wenige Plugins gibt. Wird eine neue Funktionalität benötigt, muss sie in vielen Fällen selbst entwickelt werden. Auch die Einarbeitung und Administration erfordern bei Pimcore einen vergleichsweise hohen Aufwand.

Für wen geeignet:

Pimcore ist eine gute Lösung für Shop-Betreiber, die langfristig planen, ihr Produktsortiment auszuweiten. Mit der Software ist es möglich, viele Produktinformationen übersichtlich zu verwalten und über verschiedene Medien und Kanäle auszugeben.

TYPO3 – das Profi-System für den gehobenen Bedarf

Das 2001 erschienene TYPO3 ist neben WordPress das bekannteste CMS. Es zeichnet sich durch seinen riesigen Funktionsumfang und seine umfassende Skalierbarkeit aus. Mit TYPO3 lässt sich nahezu jedes beliebige Webseitenprojekt realisieren.

Vorteile:

Mit TYPO3 lassen sich selbst komplexeste Seitenstrukturen, z. B. mit mehrsprachigen Versionen, realisieren. Außerdem ist eine Anbindung an ERP- und CRM-Systeme möglich und mehrere Domains lassen sich über ein Backend verwalten. Dank einer umfangreichen Rechteverwaltung ist auch die Zusammenarbeit mit vielen Nutzern kein Problem.

Nachteile:

TYPO3 ist das mit Abstand komplexeste System. Wer es nutzen will, muss einiges an Einarbeitungszeit investieren. Darüber hinaus entfällt ein höherer Aufwand für Installation, Konfiguration und Wartung. Auch die Ansprüche an Hosting-Leistungen sind deutlich höher als bei schlankeren CMS-Lösungen.

Für wen geeignet:

Bei TYPO3 handelt es sich ganz klar um eine Profil-Lösung für Nutzer, die sehr große Webseitenprojekte realisieren wollen. Typische Anwendungsgebiete sind große Unternehmensportale und E-Commerce-Plattformen.

Drupal – die Community-Lösung

Das CMS Drupal erschien im Jahr 2000. Ursprünglich handelte es sich dabei um eine Community-Lösung, die vorwiegend im studentischen Bereich eingesetzt wurde. Heute ist die Zielgruppe deutlich größer, die wesentlichen Funktionen sind aber erhalten geblieben. So ist Drupal vor allem für Nutzer geeignet, die Social-Publishing bzw. Community-Projekte umsetzen wollen, bei denen die gemeinsame Arbeit an Inhalten und der Austausch im Vordergrund stehen.

Vorteile:

Drupal zeichnet sich durch seine Schlankheit aus. Die Grundinstallation ist verhältnismäßig einfach durchführbar und der Betrieb funktioniert sehr ressourcenschonend. Wer auf bestimmte Funktionalitäten zugreifen will, kann dafür eine der vielen vorkonfigurierten Distributionen nutzen. So können auch Einsteiger relativ unkompliziert mit Drupal arbeiten. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist die große Anzahl an Modulen, mit denen sich der Funktionsumfang deutlich erweitern lässt.

Nachteile:

Ein Hauptnachteil von Drupal besteht in der Kompatibilität. So ist einerseits keine Abwärtskompatibilität sichergestellt, andererseits stehen die verschiedenen Module in komplexen Abhängigkeitsverhältnissen zueinander. Das erhöht die Fehleranfälligkeit deutlich und macht die Fehlersuche schwerer.

Für wen geeignet:

Drupal ist eine gute Lösung für kleinere bis mittelgroße Community-Projekte. Auch Unternehmensportale mit Multi-Domain-Strukturen können mit Drupal umgesetzt werden.

Joomla – für Web-Projekte mit dynamischen Inhalten

Joomla ist eine Weiterentwicklung des Open-Source-Projekts Mambo aus dem Jahr 2005. Sein Fokus liegt auf der Entwicklung von Webseiten mit dynamischen Inhalten, die auch von Personen ohne tiefergehende Kenntnisse bearbeitet werden können. Vor allem in den USA ist die CMS-Lösung weit verbreitet.

Vorteile:

Joomla bietet mehrere Tausend Plugins und lässt sich mithilfe von Templates leicht an die individuellen Wünsche anpassen. Dank der weiten Verbreitung gibt es eine große Community, von der man bei Problemen in vielen Fällen Lösungen erhält und in der regelmäßig neue Erweiterungen geschrieben und geteilt werden.

Nachteile:

Joomla wird von vielen Nutzern als anspruchsvoller als WordPress beschrieben. Darüber hinaus ist vor allem der höhere Zeitaufwand ein Kritikpunkt. Das Einstellen von Beiträgen dauert vergleichsweise lang und ist eher kompliziert. Da Updates außerdem nicht automatisch durchgeführt werden können, ist ein gewisser Zeitaufwand für die manuelle Aktualisierung einzuplanen. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Rechteverwaltung, die vor allem bei komplexeren Seitenstrukturen oft nicht optimal funktioniert.

Für wen geeignet:

Joomla ist eher für mittelgroße Webseiten mit einem moderaten Individualisierungsbedarf geeignet. Bei zu komplexen Webseiten stößt das CMS aufgrund der suboptimalen Rechteverwaltung und fehlender Automatisierung schnell an seine Grenzen.

Fazit

Dieser kurze Überblick veranschaulicht, dass viele CMS ganz eigene Anwendungsgebiete haben. Wer zum Beispiel ein Social-Publishing-Projekt umsetzen will, kann das gut mit einer Lösung wie Drupal tun. Das besonders flexible Joomla auf der anderen Seite empfiehlt sich für mittelgroße Webseiten mit einem gewissen Individualisierungsbedarf. WordPress hingegen ist ein gutes Allround-CMS und Pimcore vor allem für Shop-Betreiber geeignet. TYPO3 schließlich ist die Plattform für Experten, die große Web-Projekte umsetzen wollen. Daneben gibt es auch noch zahlreiche Speziallösungen wie zum Beispiel Kirby, die sich durch ihre besonders schlanke Installation auszeichnen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich also zunächst immer, den eigenen Bedarf abzuklären und die CMS-Auswahl anhand dessen einzugrenzen. Auf diese Weise findet man schnell die Lösung, die am besten zum eigenen Vorhaben passt.

Artikelbild: Martin Mummel/GRVTY

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Vincent Sünderhauf

Vincent Sünderhauf

Vincent Sünderhauf ist Geschäftsführer der Full Service Online Marketing-Agentur seosupport GmbH in Berlin und Autor des Buches* Smart David vs Digital Goliath. Mit seiner Agentur betreut er seit der Gründung im Jahr 2006 Akteure aus Wirtschaft und Politik, für die er mit einem 30-köpfigen Team maßgeschneiderte Konzepte mit Fokus auf den User entwickelt – darunter SEO, Google Adwords, Online Reputation Management und Online PR.

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