Entscheidungen treffen leicht gemacht: Auswertung der Blogparade #entscheidungtreffen

Entscheidungen treffen leicht gemacht: Auswertung der Blogparade #entscheidungtreffen

Wie heißt es so schön: „Wer die Wahl hat, hat die Qual“. Genau dieses Luxusproblem haben wir heute mit diesem Artikel, denn die Resonanz auf unsere Blogparade #entscheidungtreffen war richtig gut. 31 Beiträge rund um das Thema „Entscheidung“ sind eingegangen, darin haben die Autoren zahlreiche hervorragende Tipps und Erfahrungen mit unserer Community geteilt.

In der heutigen Auswertung können wir schon aus Platzgründen nicht alle Teilnehmer der Blogparade zu Wort kommen lassen. Daher greifen wir einige Beiträge mit Zitaten auf und verlinken andere. Die Auswahl ist keinesfalls – das ist uns wichtig! – als Wertung zu verstehen. Es ist eine rein subjektive Auswahl, die in diesem Fall auf meinem Geschmack basiert und kein Qualitätskriterium darstellt.

Um die Auswertung übersichtlich zu gestalten und den Nutzen für unsere Leser zu erhöhen, fassen wir die Artikel thematisch zusammen.

Entscheidungen in Business und Karriere

Ein Themenschwerpunkt wird beim Lesen der Blogparadenbeiträge klar: Entscheidungen in Business und Karriere bewegen unsere Leser. Gut, das ist bei unseren Themen auch keine Überraschung, doch die Bandbreite der Artikel macht deutlich, dass diese Themen für viele sogar essenzielle Fragen aufwerfen.

So schreibt Dr. Huberta Weigl beispielsweise zum Thema Kosten-Nutzen-Kalkulation:

„Nicht zu investieren, kann auch bei Budgetknappheit eine falsche Entscheidung sein. Vernünftige Investitionen zahlen sich in meinen Augen aus, denn wenn Wissen und Ausstattung stimmen, wächst das Unternehmen.“

Dieser Ansatz, auch dann zu investieren, wenn es finanziell eng ist, wirkt im ersten Augenblick kontraintuitiv. Doch bei genauerer Betrachtung ist er sehr sinnvoll. Denn Unternehmer sollten zumindest mittelfristig – besser noch langfristig – denken und planen. Kurzfristige Sparmaßnahmen sind kontraproduktiv.

Alena Kotter schreibt dagegen über ihre Entscheidung, ihren Job zu kündigen und auf Weltreise zu gehen. In einem Abschnitt befasst sie sich mit einem weit verbreiteten Problem in Sachen Entscheidung:

Man findet immer einen Grund, der für den Erhalt des gegenwärtigen Zustands spricht (und wenn man die Gründe nicht selbst findet, hilft das soziale Umfeld). Meistens geht es um Sicherheit und Planbarkeit. Und irgendwann ist es dann plötzlich zu spät für Freiheit und Abenteuer.

Anders gesagt: Den perfekten Zeitpunkt für Veränderung gibt es nie. Oft werden Entscheidungen erst dann getroffen, wenn der externe Druck zu groß wird. Doch dann ist es in vielen Fällen schon zu spät. Unser Tipp: Auch wenn es manchmal weh tut, solltest du Entscheidungen treffen, solange du sie noch zu deinen Bedingungen treffen kannst. Und nicht erst, wenn du keine Wahl mehr hast.

Entscheidungen in Sachen Kommunikation

Natürlich spielen in unserer Community auch Entscheidungen im Rahmen von Kommunikationsprojekten eine Rolle, schließlich lesen bei uns viele Kommunikatoren mit. Die Artikel reichen von Content-Marketing über 360-Grad-Videos bis hin zu Unternehmensblogs.

Beim letztgenannten spricht die geschätzte Meike Leopold in ihrem Artikel ein wichtiges, jedoch oft ignoriertes Thema an:

Schon Lessing wusste: „Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, geht noch immer geschwinder, als jener, der ohne Ziel umherirrt.“ Das gilt auch für die Kommunikation. Im besten Fall entscheidet ein Unternehmen sich also erst einmal dafür, die folgende Frage zu klären: Welche Inhalte sollen überhaupt an welche Leser (bestehende und neue Kunden, Partner, Bewerber …) kommuniziert werden?

Viel zu oft werden fancy Konzepte entwickelt, aktuelle Trends in die Kommunikation eingebunden und Kanäle gestartet, ohne die Frage nach Ziel, Funktion und Adressaten zu stellen.

Doch Konzepte und – sogenannte – Strategien, die sich rein auf Kanäle konzentrieren und die übergeordneten Ziele ignorieren, sind bestenfalls kurzfristig wirksam. Häufig sind sie einfach Geldverbrennung.

Apropos Geld: Kollege Nicolas Scheidtweiler geht in seinem Artikel auf das ebenfalls wichtige Thema der Budgetentscheidung ein. Sein Appel am Ende des Artikels schlägt in die gleiche Kerbe wie Meike Leopold, nur aus einer etwas anderen Perspektive:

Geschäftsleitungen neigen leider oft dazu, die Gesamtsumme kritisch zu betrachten. Nach meiner Erfahrung wollen die Manager lieber Schritt für Schritt Budgets freigeben. Das führt aber meist zum Verlust eines wichtigen Instruments. Damit bricht die Architektur der Kommunikation zusammen. Ziele können nicht wirklich erreicht werden.

Auch hier gilt. Eine gute Kommunikationsstrategie ist kanalübergreifend aufgestellt und integriert verschiedenste Elemente. Das muss auch das Budget widerspiegeln.

Entscheidungen zu Personal und Führung

Führungskräfte müssen naturgemäß zahlreiche Entscheidungen treffen, es ist alltäglicher Teil ihres Jobs. Doch das bedeutet nicht, dass ihnen Entscheidungen deshalb immer leicht fallen. Benedikt Ahlfeld geht in seinem Artikel darauf ein:

Top-Manager als Entscheider haben oft Angst und auch Probleme damit, mit den Konsequenzen einer Fehlentscheidung wie dem Verlust des Arbeitsplatzes, der Prestige oder Umsatzverluste umzugehen. Zusätzlich müssen diese Fehlentscheidungen nicht nur Auswirkungen auf einen selbst haben, sondern ziehen nicht selten größere Kreise.

Auch Top-Manager können diesem Problem mit Routinen und Methoden zur Entscheidungsfindung begegnen. Einige davon finden sich im Abschnitt „Entscheidungen treffen leicht gemacht“.

Susanne Hencke nimmt eine andere Perspektive ein und betrachtet die Entscheidungen rund um die Personalauswahl. Neben vielen praktischen Tipps gibt sie ihren Lesern vor allem einen sehr wichtigen Hinweis:

Wenn Dir das zu viel Aufwand ist, bedenke, dass ein Bewerbungsverfahren immer auch ein Marketing-Instrument ist, selbst wenn Du Dich gegen einen Kandidaten entscheidest. Vielleicht geht dieser Kandidat zu einem potentiellen Kunden, oder er erzählt begeistert anderen, guten Kandidaten von Deinem Unternehmen.

Jeder Teil des Bewerbungsprozesses – und vor allem das Verhalten des Unternehmens – kann eine Botschaft vermitteln. Im besten Fall sind sich Unternehmen dieser Tatsache bewusst und gestalten die Prozesse entsprechend.

Entscheidungen treffen leicht gemacht

Last, but not least gab es in unserer Blogparade auch gute Tipps, um grundlegend bessere Entscheidungen zu treffen. Kollege Benjamin Brückner hat zehn davon parat. Mein Favorit:

Auch wenn es immer eine gute Idee ist, sich Unterstützung zu holen, sollten Sie die Entscheidung durch so wenig Einflussnahme wie möglich treffen. Am besten ist es, wenn Sie allein in Ruhe und Gelassenheit zu einer klaren Entscheidung kommen. Je häufiger Sie Orakel, Karten, Münzen oder Horoskope befragen, desto schwächer wird Ihre eigene Entscheidungsfähigkeit.

Diesen Tipp kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Auch wenn es ungewohnt sein mag, lohnt es sich doch oft, seiner eigenen Intuition und seinem eigenen Urteilsvermögen zu vertrauen. Meist entstehen so sehr gute Entscheidungen.

Gute Entscheidungen sind eine Sache, schnelle Entscheidungen eine andere. Jeanette Wygoda hat Tipps zusammengestellt, mit denen sich gut und schnell nicht ausschließen. Ihr Kerntipp: Besinnt euch auf eure Werte.

Nicht nur die Fakten bestimmen den Ausgang eines Entscheidungsprozesses. Vielmehr sind unsere Werte und Überzeugungen Leitplanken, die die Richtung des Auswahlprozesses steuern. Werte und Überzeugungen bilden die Basis, auf der wir unsere Entscheidungen treffen und damit auch unser Verhalten steuern.

Ein ungemein wichtiger und wertvoller Tipp, den man immer beherzigen sollte, wie ich finde. Denn wer auch nur einmal entgegen seiner tiefsten Überzeugungen handelt, schleppt schlimmstenfalls für den Rest seines Lebens eine schwere Hypothek mit sich herum.

In diesem Sinne danken wir allen, die an unserer Blogparade teilgenommen und sie mit wertvollen Beiträgen bereichert haben. Wobei die tollen Inspirationen sicherlich auch uns selbst helfen werden – etwa wenn es darum geht, uns für das Thema der nächsten Blogparade im Winter 2017 zu entscheiden.

Artikelbild: Martin Mummel/GRVTY

Entscheidungen treffen leicht gemacht: Auswertung der Blogparade #entscheidungtreffen
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Christian Müller

Christian Müller

Christian Müller unterstützt soziale Einrichtungen, Bildungsträger und KMU bei der Nutzung digitaler Kommunikationskanäle. Eine seiner Leidenschaften ist die Videoproduktion und der Einsatz von Livestreaming-Apps. Beides vermittelt er mit Sozial-PR auch in Trainings und Coachings.

2 Reaktionen zu “Entscheidungen treffen leicht gemacht: Auswertung der Blogparade #entscheidungtreffen”

  1. S. Neugebauer

    Als Neubloggerin habe mit großem Interesse eure Blogparade verfolgt. Leider zu spät davon erfahren, um selbst mitzumachen. Gratulation zu gelungenen Zusammenfassung der Beiträge!
    Entscheidungen sind die Wegkreuzungen des Lebens, und es ist absolut lohnenswert, darauf ein Augenmerk zu haben!

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  2. Jeanette Wygoda

    Entscheidungen und kein Ende in Sicht? Wer sich nach dem Ende der Blogparade weiter mit dem Thema #entscheidungtreffen beschäftigen möchte, dem sei die Ausstellung „Entscheiden“ im Hamburger Museum der Arbeit ans Herz gelegt. Eine spannende Ausstellung mit einem inspirierenden Begleitprogramm – noch bis 23. April 2017. http://www.museum-der-arbeit.de/de/sonderausstellungen/entscheiden.htm

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