Ein Logo für 5 Euro? Qualität hat ihren Preis!

Qualität hat ihren Preis – Warum du bei deinem Logo nicht auf Billiganbieter setzen solltest

Wenn die Zeit reif ist für das eigene Unternehmen, die Projektidee steht und das Businesskonzept längst geschrieben ist, dann sind für den erfolgreichen Start in die Geschäftswelt noch immer viele Dinge zu klären und zu erledigen. Etwa der Feinschliff am Branding, und dazu gehört selbstverständlich ein Logo, um das eigene Unternehmen oder die neue Marke zu repräsentieren.

Du willst deinem Unternehmen eine starke und einzigartige Identität mit einem Logo verleihen, das deine Zielgruppen anspricht? Du möchtest deine Ideen, Werte und Ziele in einem zukunftsfähigen und überzeugenden Markenlogo verankern? Dann musst du eine Reihe Fragen klären: Wer erstellt mir mein Logo? Was kostet das? Kann ich „Billiganbietern“ für Logoentwicklung trauen?

All dem möchte ich in meinem Artikel auf den Grund gehen und eine Diskussion anregen, ob und inwieweit es förderlich ist, die Geiz-ist-geil-Mentalität auf das eigene Unternehmen zu übertragen.

Was ist ein Logo?

Die Begrifflichkeit „Logo“ wird heutzutage ersetzend für das Wort „Signet“ gebraucht. Das Signet entstammt dem Lateinischen und bedeutet „Zeichen“. Damit ist ein Logo das übergeordnete visuelle Zeichen, das ein Unternehmen, eine Dienstleistung oder ein Produkt repräsentiert.

Oft als reine Bildmarke, Wortmarke oder Wort-Bild-Marke gestaltet, ist es der wesentliche Bestandteil des visuellen Erscheinungsbildes und Träger einer Identität. Als aussagekräftiges Markenzeichen dient es der Identifikation und Kommunikation. Als oberstes Identifikationsmerkmal steht es für das gesamte Unternehmen und spielt eine zentrale Rolle bei der Markenbildung und dem Aufbau einer Marke.

Ein positives Image in den Köpfen der wichtigsten Kundengruppen wird für Marken in Zeiten austauschbarer Produkte und Dienstleistungen immer wichtiger. Daher muss ein Logo prägnant und wiedererkennbar sein.

Billiganbieter im Logodesign

Es gab sie schon immer, die Billigangebote für alle Branchen und Dienstleistungen. Der billige Preis ist ihr Hauptargument, andere fürsprechende Argumente sucht man vergebens. Wenn du im Web recherchierst, stößt du schnell auf derartige Anbieter. Ein Logodesign bekommst du schon ab 5,- Euro offeriert. Dank zahlreicher Motiv-Vorlagen werden hier Logos angeboten, die farbig minimal an die Vorgaben des Auftraggebers angepasst werden und als Dubletten Anwendung auf dem Massenmarkt finden.

Beispiel für ein Low-Budget-Logo:

Billig Logos Beispiel

Ob und wie zielführend der Gebrauch eines derartig auswechselbaren Logodesigns ist, ist jedem von uns klar. Die Signalwirkung und Individualität verpufft. Eine Eigenständigkeit ist nicht erkennbar.

Irgendwann fällt jedes Plagiat auf. Das Billigangebot wird spätestens dann zur Kostenfalle. Im schlimmsten Fall folgen rechtliche Konsequenzen. Dein billig erworbenes Logo wird zum ruinösen, kostspieligen Gesichtsverlust.

Wie kostbar und wichtig der eigene Name und Ruf ist, kann ein jeder von uns nur für sich selbst beantworten. Fakt ist, dass so gut wie alle „auf Logogestaltung spezialisierte“ Billiganbieter auf Profit aus sind und Dienstleistungsqualität eher eine untergeordnete bis gar keine Rolle spielt. Es ist und bleibt unrealistisch, für einen derartigen Preis Qualität zu erwarten. Oder genauer: dann auch tatsächlich zu erhalten.

Wenn du ein computergeneriertes Logo für kleines Geld von einem Billiganbieter gestalten lassen willst, solltest du dir spätestens jetzt folgende Fragen stellen:

  1. Was kann ein Logo leisten, das automatisiert mit Standardschriften erstellt wird?
  2. Kann ein Logoentwurf von der Stange Bezug auf meine Markenwerte nehmen?
  3. Ist das billige Markenzeichen aussagekräftig genug für die Präsentation meiner Marke?
  4. Ist mein Logo in der Anwendung praktikabel?
  5. Kann ich das Logo für meine Drucksachen, Beschriftungen und Internetseite nutzen?
  6. Gibt es eigentlich Nutzungs- oder Eigentumsrechte?
  7. Ist mein Markenzeichen schutzfähig?

Geh diesen Weg, falls du etwas zu verschenken hast … Denn klar ist: Ein billiges Logo bleibt ein billiges Logo!

TIPP: Wenn du mal ordentlich lachen (und vielleicht sogar etwas lernen) möchtest, dann sei dir dieser Beitrag über die schlechtesten Logos der Welt ans Herz gelegt. Design-Fails vom Feinsten!

Du solltest dir dabei unbedingt vor Augen halten, dass der Anschaffungspreis für das vermeintlich kostengünstige Logo langfristig zu Lasten deiner Unternehmenspersönlichkeit und öffentlichen Wahrnehmung geht – und auch dein Qualitätsbewusstsein hinsichtlich deiner Produkte und Dienstleistungen wird dadurch in Frage gestellt. Und dies zu Recht. Ein sinnvolles und stimmiges Markenzeichen hingegen entsteht erst dann, wenn im kreativen Prozess vielerlei Kriterien berücksichtigt werden. Zum Beispiel die geringsten Gestaltungselemente durch Schrift oder durch Kombination mit einer Grafik. Per Knopfdruck geht das nicht.

Was macht ein gutes Logo aus?

Ein gutes Logo ist meiner Meinung nach Grundlage für jede Unternehmenspersönlichkeit und symbolisiert eigene Markenwerte. Wie die Persönlichkeit von uns Menschen ist auch das Signet durch mehrere Merkmale gekennzeichnet, einfach verständlich, individuell gestaltet und prägnant. Zudem ist das Logo auf alle Medien anwendbar. Ausgelegt auf Kommunikation, steckt in ihm eine Botschaft an den Betrachter.

Beispiel: Logo der Zahntechnik Leipzig

Logo Beispiel

Um diese Aufgaben zu erfüllen, muss ein Markenzeichen inhaltliche Grundvoraussetzungen erfüllen und folgende Eigenschaften mitbringen:

  • Unverwechselbar, einzigartig und prägnant
  • Klar verständlich
  • Reproduzierbar
  • Werte zum Ausdruck bringen

Das beste Markenzeichen hebt sich wie ein Leuchtturm in den Fluten von Mitbewerbern ab. Durch seine unverwechselbaren und einzigartigen Merkmale präsentiert es sich, die Produkte, das Unternehmen oder Marke. Zielgruppen können ein Unternehmen klar differenzieren und ihm im besten Fall schon auf den ersten Blick bestimmte Eigenschaften, wie beispielsweise den Branchenbereich, eindeutig zuordnen.

Das beste Logo ist ein visuelles Konzentrat aus Klarheit, Signalwirkung, Erinnerungswert und Eigenständigkeit.

Steve Brattig, Comartist Werbeagentur

Professionell ein Logo erstellen lassen

Wenn du kreativ bist und mit einer Textverarbeitungssoftware dein Logo selbst entwerfen möchtest, dann ran ans Werk. Ich jedoch rate dir dringend davon ab. Die Logogestaltung ist umfangreicher, als du denkst. Nicht umsonst studieren viele diplomierte Designer und lernen die Entwicklung von Markenzeichen über mehrere Jahre. Eigenkreationen können schnell zu einem Ergebnis führen, das aufgrund des uneinheitlichen Designs vom Kunden als unseriös empfunden wird. Mangelnde Kenntnisse und fehlendes technisches Know-how in der Logogestaltung führen unweigerlich zu einem unbefriedigenden Ergebnis.

Ein professioneller Logodesigner stimmt mit dir in einem Vorgespräch alle Bedürfnisse, Ziele, Zielgruppen, Botschaften und Vorgaben zur Visualisierung deines Firmenzeichens ab. Auf Basis der inhaltlichen Dimension beginnt die Umsetzung mit ständig begleitender Beratung.

Auch der Aufwand für die Entwicklung und kreative Gestaltung eines Logos wird leider oft unterschätzt. Für Branchenfremde ist es nicht leicht, den Arbeitsaufwand einzuschätzen. Als Grafiker muss auch ich oft diese Erfahrung mit Kunden machen. An dieser Stelle hilft nur Aufklärung und Transparenz, um Sätze wie „Machen Sie mir mal schnell ein Logo fertig, ich zahle Ihnen auch 100,- Euro!“ oder „Wieso ist das denn so teuer? Ich will doch nur ein Logo!“ zu vermeiden.

Da eine professionelle Logoentwicklung kein automatisierter Vorgang ist, bei dem schnell identische Massenware in Form schmückender Bildchen produziert wird, benötigt der kreative Prozess immer ein bestimmtes Zeitfenster. Nur so kann die Aufgabe individuell und zielgruppenspezifisch gelöst werden.

Die klassische Entwurfsarbeit beträgt im Schnitt acht bis zwölf Stunden. Im Nachgang folgen einzelne Korrekturrunden, deren zeitlicher Aufwand mit vier bis sechs Stunden zu kalkulieren ist. In Abstimmung mit dir wird der Logoentwurf finalisiert, bis er deinen Vorgaben entspricht und als fertiges Logo ausgeliefert wird. Ein professionelles Logo kostet daher stets mehrere Hundert Euro.

Eine Kalkulation indes, die für ein Logodesign 5,- Euro veranschlagt, ist reine Augenwischerei.

Drei Voraussetzungen für eine erfolgreiche Logoentwicklung

  1. Beschäftige dich auf jeden Fall zuvor mit den Arbeitsproben auf der Website des im Frage kommenden Anbieters. Viele gute Grafiker haben mit der Zeit einen eigenen Stil bzw. eine „eigene Handschrift“ entwickelt. Wenn es hier schon mal grundsätzlich für dich „passt“, stehen die Chancen gut für ein Logo, mit dem du dich am Ende hundertprozentig identifizieren kannst.
  2. Nimm dir ausreichend Zeit für ein gut vorbereitetes Briefing des Grafikers und zeichne ihm dabei ein realistisches Bild deines Unternehmens bzw. deiner Marke. Idealerweise lädst du ihn sogar in deine Niederlassung ein, damit er sich einen möglichst genauen persönlichen Eindruck verschaffen kann. Umso besser kann er später das Logo auf dich und deine Zielgruppe abpassen.
  3. Jeder noch so minimalistisch wirkende Entwurf ist das Ergebnis eines längeren Entwicklungsprozesses. Räume dem Grafiker also genug Zeit ein, damit er dir seine Entwürfe in Ruhe erklären kann. Oft steckt weit mehr dahinter, als auf den ersten Blick zu erfassen ist. Fast noch wichtiger ist aber, dass du dich nicht spontan für einen Entwurf entscheidest! Schlaf vorher lieber ein, zwei Nächte drüber und entscheide erst dann.

Damit die Zusammenarbeit mit dem Grafiker deiner Wahl optimal abläuft, kannst du gerne unseren Fragebogen zum Logo-Design (PDF) nutzen. Diesen solltest du vor dem Beratungsgespräch/Briefing gewissenhaft ausfüllen und deinem Dienstleister einige Tage vor dem Termin zukommen lassen. Dann greift in aller Regel hinterher ein Rädchen ins nächste.

Gutes Logo? Klarheit, Signalwirkung, Erinnerungswert, Eigenständigkeit.TWEET

Fazit

Ein Logo darf niemals Fließband- und Zufallsprodukt sein. Das perfekte Logo steht im Einklang mit dem Unternehmensleitbild. Es macht Werte, Zielgruppe, Gefühle und Umfeld sichtbar.

Billig hat nichts mit preiswert zu tun! Die Logoentwicklung ist ein Prozess, der aus mehr besteht als daraus, bunte Grafiken und Schriften zu kombinieren. Es lohnt sich, Zeit und Geld in einen professionellen Grafiker zu investieren. Schließlich investierst du damit jeden Cent indirekt in dein Unternehmen.

Es gibt genug seriöse Dienstleister, die sich auf Logogestaltung spezialisiert haben und ein perfektes Preis-Leistungsverhältnis bieten. Nur ein professioneller Designer kann durch direkte Kommunikation mit dir dein Markenzeichen so gestalten, dass es auf das gesamte Corporate Design/Gesamterscheinungsbild ausgerichtet ist. Lass dich also niemals vom Preis blenden!

Welche Erfahrungen hast du mit Logos von der Stange gemacht? Oder hast du lieber gleich mit einem professionellen Gestalter gearbeitet?
Qualität hat ihren Preis – Warum du bei deinem Logo nicht auf Billiganbieter setzen solltest
Rating: 4.75 12 Votes
Steve Brattig

Steve Brattig

Als ideengetriebener Kreativer, mit Vorliebe für Markenkommunikation, ist Steve Brattig in Design verliebt. Als Markenspezialist formt er Marken-Persönlichkeiten. Zu seinen Stärken gehören Corporate Design, Kommunikationsdesign und nachhaltige PR. Seit 1999 ist er Kopf der COMARTIST Werbeagentur in Leipzig.

2 Reaktionen zu “Qualität hat ihren Preis – Warum du bei deinem Logo nicht auf Billiganbieter setzen solltest”

  1. Thomas Schuster
    Thomas Schuster

    Hallo Steve,

    eine klares Statement für professionelles Kommunikationsdesign und eine Absage an alle, die Grafik im Schnäppchenmodus erstehen möchten. Deutliche Worte, die von Zeit zu Zeit notwendig sind. Ich betreibe seit über 26 Jahren eine Werbeagentur und freue mich immer, wenn jemand mal in Sachen Kosten Klartext spricht. Wir werden deinen Beitrag nun gleich mal teilen, denn wir stehen voll und ganz dahinter.

    Antworten
    1. Steve Brattig
      Steve Brattig

      Hallo Thomas, vielen Dank für deinen Kommentar und die hilfreiche Befürwortung. Ich bin ganz deiner Meinung. Schnäppchen gibt es ab und zu am Wühltisch und nicht bei qualitativ hochwertiger Kommunikationsarbeit. Ich hoffe, dass spätestens jetzt ein großes Umdenken stattfindet. Kreative Grüße nach Baden-Württemberg.
      Steve

      Antworten

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