content-mit-mehrwert-672x372

Drei Tipps, wie du deinen Content mit Mehrwert optimierst

Im Content Marketing ist der Mehrwert das Zünglein an der Waage: Er entscheidet maßgeblich darüber, ob Content gut bei der Zielgruppe ankommt und sich durch Social Shares zum viralen Hit entwickelt. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass Inhalte – Texte, Infografiken, Podcasts, Videoclips etc. – möglichst ansprechend aufbereitet sind. Sie sollten also einerseits bereits auf den ersten Blick einen hochwertigen Eindruck machen und es andererseits dann auch tatsächlich in sich haben und der Zielgruppe einen Nutzwert bieten. Dann klappt es mit ein bisschen Glück auch mit der Reichweite und der Reputation.

Wie man das mit dem Glück hinbekommt, kann ich dir leider nicht sagen. Das ist seit jeher die große Unbekannte und lässt sich bekanntermaßen nicht so recht beeinflussen. Dafür kann ich dir aber drei gute Tipps geben, was du in puncto Mehrwert wissen oder tun solltest, damit dein Content von vornherein bessere Startchancen hat und ganz zu Recht das Web rockt. Los geht’s!

1. Mach dich mit deiner Zielgruppe vertraut!

Mehrwert ist eine zielgruppenabhängige Eigenschaft von Content. Soll heißen: Was für die einen praktischen Nutzen hat, kann für andere schon wieder völlig ohne Wert sein. Daher solltest du immer deine Zielgruppe kennen! Trivial, ich weiß. Und ich würde das jetzt auch gar nicht groß erwähnen, wenn ich von Kunden und Kollegen nicht schon öfter Sätze wie „Zu unserer Zielgruppe gehören eigentlich alle“ gehört hätte. Das mag vielleicht auf eine Handvoll Global Player in Branchen wie Unterhaltung, Food oder Textil zutreffen. Aber auch diese haben in aller Regel Buyer Personas identifiziert, um ihre Kommunikation exakt auf ein typisches Zielgruppen-Profil zuschneiden zu können. Unser Redakteur Benjamin Brückner bevorzugt hierbei übrigens den Begriff Reader Persona.

Analyse der Zielgruppeninteressen

Daher solltest du deine Hausaufgaben machen und bei deiner Strategieentwicklung fein säuberlich herausarbeiten, wen du mit deinen Themen und den daraus ableitbaren Inhalten überhaupt erreichen willst und kannst. Vor allem wenn du branchenspezifischen Content produzierst, dürfte „alle“ als Antwort hier wohl ausscheiden. Daher musst du zunächst einmal analysieren und verstehen, welche deiner potenziellen Inhalte deine Zielgruppe am meisten interessieren könnten. Am besten versetzt du dich dazu in sie hinein und versuchst, die Dinge durch ihre Augen zu sehen. Nur so kannst du das Ganze dann später möglichst genau und streuverlustfrei auf den „typischen Vertreter“ deiner Zielgruppe abpassen und mit einem eigens für ihn maßgeschneiderten Mehrwert anreichern.


2. Du musst wissen, was Mehrwert bedeutet!

Um den Turbo für deine Inhalte zünden zu können, musst du dir bewusst machen, was Mehrwert im Content Marketing überhaupt bedeutet. Klar, ein Zusatznutzen für die Zielgruppe bzw. das gewisse Extra, welches es idealerweise nur bei dir gibt und das deine Zielgruppe vorher so nicht gewusst hat. Wichtig ist, sich hierbei immer bewusst zu machen, dass Content mit Mehrwert eine Art Give-away ist, von dem du erst mit der Zeit profitierst. Hinzu kommt: Manchmal ist der gesamte Content der Mehrwert, und ein anderes Mal ist er lediglich dessen Verpackung. Etwas vertrackt, nicht wahr?

Problemlösungen und Informationen

Hier also einige Beispiele: Ein Mehrwert ist dann gegeben, wenn dein Content eine (neue) Lösung für ein akutes Problem deiner Zielgruppe liefert oder sie dadurch bestimmte Arbeitsabläufe optimieren kann. Dies geht am besten über Checklisten, Tutorials oder Infografiken. Daneben können auch umfangreichere Artikel mit einem gewissen Nachrichtenwert nützlich für deine Zielgruppe sein – etwa indem du einen für sie relevanten, komplizierten Sacherhalt möglichst anschaulich erklärst oder diesen mal aus einer anderen Perspektive betrachtest, um ihr die Augen zu öffnen. Auch aktuelle Reviews und Rezensionen stehen erfahrungsgemäß hoch im Kurs. Ein Mehrwert kann aber auch darin bestehen, dass du deiner Zielgruppe einfach nur originelle Unterhaltung bietest und ihr damit ein wenig die Zeit vertreibst. Das ist allerdings nur dann sinnvoll, wenn so auch deinen eigenen Zielen gedient ist. Kurzum, Mehrwert kann viele Gesichter haben und bestimmt in manchen Fällen sogar die Form und Aufbereitung deines Contents.

Praktischer Nutzen im Vordergrund

Was auch immer du jedoch tust: Du darfst den Mehrwert nie hinter deine Ziele zurücktreten lassen! Denn klar ist und bleibt, dass er für dich ein Mittel zum Zweck ist, welches dir hilft, deine Ziele zu erreichen. Nur solltest du diese Ziele nicht unbedingt an die große Glocke hängen, sonst könnte dein Content schnell als aufdringliche Eigenwerbung wahrgenommen werden. Im Vordergrund muss also immer der praktische Nutzen für deine Zielgruppe stehen. Und nichts sonst.


3. Verschieße dein Pulver nicht gleich zu Beginn!

Oft ist der Mehrwert das Ergebnis umfangreicher Recherchen und gründlichen Nachdenkens und Abwägens – hin und wieder beruht er dagegen einfach nur auf einem plötzlichen sehr guten Einfall. In jedem Fall ist er aber etwas, das du auf Basis deines Fachwissens exklusiv für deine Zielgruppe entwickelt hast, um damit deinen Content erfolgreich durchstarten zu lassen. Sprich: Mehrwert ist ein kostbares Gut.

Mehrwert-Kanone

Vorschnelles Wegklicken vermeiden

Deswegen wäre es geradezu fahrlässig, ihn vorschnell zu verpulvern. Schließlich willst du ja, dass deine Inhalte zur Gänze konsumiert werden – insbesondere wenn es dir beim Content Marketing auch um Imageaufbau durch Bloggen geht und du immer wieder mal kleine Mosaiksteinchen deiner Marke in deinen Content „hineinschmuggeln“ möchtest. Oder wenn am Ende ein Call-to-action-Button folgt. Was auch immer. So gesehen wäre es also eher ungünstig, wenn deine Zielgruppe das mehr oder minder berechtigte Gefühl hat, bereits nach zehn Sekunden alles für sie Wichtige erfahren zu haben und den Rest kurzerhand wegklickt. Dieses Gefühl darfst du ihr nicht geben.

Zielgruppe auch mal zappeln lassen

Sofern also dein Content wie etwa bei Tutorials oder Checklisten nicht in Summe seiner Teile mehrwertig sein sollte, sondern wie bei Artikeln nur bestimmte Teile davon (eingestreute neue Informationen, Fazit am Ende etc.), so empfiehlt es sich, äußerst ökonomisch mit dem Mehrwert hauszuhalten. Lass ihn anfangs mal kurz durchschimmern, ohne sofort alles zu verraten. Somit weckst du das Interesse deiner Zielgruppe und gibst ihr zu verstehen, dass auch alles Nachfolgende relevant für sie sein könnte. Und um es mal ganz offen zu sagen: Halt sie ruhig etwas bei der Stange, indem du den Rest häppchenweise nachlieferst und sie zwischendurch auch mal ein bisschen zappeln lässt. Mit viel Geschick kannst du auf diese Weise sogar eine regelrechte Spannungskurve erzeugen. Kaum jemand wird sich hinterher bei dir darüber beschweren, wenn du den Zielgruppen-Mehrwert gekonnt über den gesamten Inhalt streckst. Es sei denn, du hältst am Ende dein Versprechen nicht – dann gibt es schon mal Mecker. Und zwar völlig zu Recht.


Schlussbemerkung mit Zusatztipp

Ich hoffe, ich konnte dich mit meinen Tipps ein wenig dafür sensibilisieren, dass es sich durchaus lohnen kann, Content immer vom Mehrwert her zu denken. Oder gehen wir mal einen Schritt weiter und stellen ihn ganz an den Anfang des Prozesses: erst einen potentiellen Mehrwert entwickeln und dann den Inhalt dazu passend drum herum basteln. Zumal sich daraus hin und wieder auch ganz andere Content-Ideen generieren lassen. Warum also den Zielgruppen-Nutzen erst im Nachhinein mühsam auf den im Kopf bereits fertigen Content „draufpfropfen“ …? Ist mir selbst oft genug passiert. Und vielleicht ist es andersrum ja sogar viel leichter? Nur so eine Idee.

Wichtig ist jedenfalls, dass du drei essentielle Fragen stets im Hinterkopf behältst, wenn du deine Content-Produktionsmaschinerie anschmeißt:

  1. Wer ist meine Zielgruppe, und was interessiert sie?
  2. Erfülle ich faktisch und formal alle „Mehrwert-Kriterien“?
  3. Wie setze ich Mehrwert möglichst effizient ein?

Wenn du die Antworten darauf gefunden hast, ist schon viel gewonnen, und für den Rest drücke ich dir die Daumen. Denn wie eingangs bereits erwähnt: Es gehört immer auch ein wenig Glück dazu, damit sich deine Inhalte erfolgreich im Social Web behaupten. Umso wichtiger also, dass du sie bestmöglich auf den Weg bringst.

Hast du noch weitere Ideen, wie man Content mit Mehrwert optimieren kann? Dann raus damit!
Drei Tipps, wie du deinen Content mit Mehrwert optimierst Rating: 4.75/5 12 Votes
Andreas Quinkert

Andreas Quinkert

Andreas Quinkert ist PR-Freelancer für strategische Kommunikation. Als 1966er Jahrgang eigentlich ein Printzeiten-Relikt, fühlt er sich heute auch im Digitalen pudelwohl – mit Fokus auf Content-Strategie. Der leidenschaftliche Ruhrpottler ist seit Sommer 2015 Chefredakteur von Zielbar. Info unter Quinkert PR & Redaktion.

6 Reaktionen zu “Drei Tipps, wie du deinen Content mit Mehrwert optimierst”

  1. Claudia Dieterle
    Claudia Dieterle

    Hallo Andreas,
    da sind alle wichtigen Punkte zum Thema Mehrwert abgehandelt. Zum Thema Zielgruppe möchte ich noch etwas ergänzen. Natürlich kann man hier analysieren nach Geschlecht, Altersgruppe, Interessen, usw. wer zur Zielgruppe gehört, wird ja bei der Erstellung von Anzeigen in AdWords oder Facebook auch versucht, die Zielgruppe genauer zu definieren, aber es gibt trotzdem immer wieder (potentielle) Kunden oder Leser, die eigentlich nicht zur Zielgruppe gehören. Dann sollte man so flexibel sein, auch auf diese einzugehen. Ich habe mal in einem Blog kommentiert auf die Frage des Artikels und erhielt zur Antwort, ich gehöre nicht zur Zielgruppe. Da frage ich mich dann schon, ob ich als Leser dann unerwünscht bin und meine Meinung nicht äußern darf.
    Mehrwert für mich ist, wenn ich interessante oder nützliche Informationen erhalte oder auch einfach gut unterhalten werde. Dabei gefallen mir Infografiken besonders gut.
    Viele Grüße
    Claudia

    Antworten
  2. Andreas Quinkert
    Andreas Quinkert

    Hallo Claudia, und Danke für deine Ergänzung! Eingehen auf jeden Fall!!! Nur mit dem vorherigen Zuschnitt des Contents auf die Nicht-Zielgruppler dürfte es etwas schwer werden … ;-) Das wäre geradezu revolutionär.

    Antworten
    1. Claudia Dieterle
      Claudia Dieterle

      Hallo Andreas,
      ich meinte nicht, dass man schon vorher auf alle eingehen sollte, die nicht zur Zielgruppe gehören, sondern nachher auf die Leute eingeht, die Interesse zeigen, obwohl sie nicht zur Zielgruppe gehören. Da fehlt es manchmal an Fingerspitzengefühl. Mir hat mal einer im Verkaufsgespräch mein Interesse für das Produkt demoliert, weil er nicht auf meine Kommentare eingegangen ist.
      Viele Grüße
      Claudia

      Antworten
  3. Sa Je

    Sehr guter Content! Mich hast du abgeholt ;)

    Antworten
  4. Andreas Quinkert
    Andreas Quinkert

    Ich habe jetzt geschlagene drei Minuten darüber nachgedacht, ob ich was Passendes zu „abgeholt“ antworten kann. Kann ich nicht. Deswegen einfach nur: Danke, gerne geschehen! ;)

    Antworten
  5. […] Blogartikel, der auch bei Google entsprechend hoch gerankt wird. Einen guten Artikel zum Thema „Wie du Content mit Mehrwert“ schreiben kannst hat auch Andreas Quinkert geschrieben. Da bekommst du einige gute Tipps, wie du […]

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

x

Keine neuen Artikel mehr verpassen.

Kein Spam. Keine Weitergabe.