Das Elend der Texter in Deutschland – Rant über ein ramponiertes Berufsbild

Das Elend der Texter in Deutschland – Rant über ein ramponiertes Berufsbild

Eigentlich müssten gute Texter mit Gold aufgewogen werden – schließlich gibt es nur sehr wenige davon. Sehr, sehr wenige. Zumal nicht jeder, der in der Lage ist, ein paar halbwegs unfallfreie Sätze hintereinander aufzuschreiben, gleich ein begnadeter Wortschmied ist. Bei Weitem nicht. Auch wenn er selbst das vielleicht anders sieht. Aber viele halten sich ja auch für gute Autofahrer und gute Gesprächspartner … Oder bessere Bundestrainer. Äh, hallo?

Genau diese Art von Hybris hat mit dazu geführt, dass die Berufsbezeichnung „Texter“ heutzutage weitgehend korrumpiert ist. Mit zum Teil gravierenden wirtschaftlichen Folgen für die Betroffenen. Inklusive ihrer Kunden. Ein Problem, für das ich zugegebenermaßen keine befriedigende Lösung habe. Allerdings werde ich weiter unten einen Vorschlag machen, wie sich diese Klippe für freiberufliche Anbieter redaktioneller Leistungen einigermaßen umschiffen lässt. Wenn auch mit gewissen Nebenwirkungen.

Texthonorare im freien Fall

In der professionellen Textproduktion hat sich im Laufe der vergangenen zehn Jahre eine geradezu paradoxe marktwirtschaftliche Situation ergeben: Angesichts der knappen Ressourcen an wirklich guten Textern müsste in einer Zeit, in der Qualitätscontent speziell im Online-Marketing wichtiger denn je ist, im Grunde genommen jede Menge Kohle in deren Kassen fließen. Doch was immer es auch ist, womit die meisten Wortarbeiter heute aufgewogen werden – Gold ist es nicht. Vielmehr sind ihre Honorare, ebenso wie bei anderen Kreativen, weiterhin im freien Fall. Leben kann man davon kaum noch.

Nicht von ungefähr hat Jochen Kalka, Chefredakteur von W&V, kürzlich ordentlich Dampf abgelassen. „15 Euro Hohn: Wie Texter im Preis gedrückt werden“ ist seine mit beschämenden Beispielen gespickte Bestandsaufnahme des traurigen Texteralltags übertitelt – und ich musste sofort daran denken, wie ich vor einigen Jahren mal einem KMU-Geschäftsführer zu erklären versuchte, warum ich für einen neuen Firmen-Slogan ein paar Hundert Euro veranschlage. „Was denn, für die vier oder fünf Wörter …?“, meinte dieser und wurde gar nicht erst mein Kunde. Gut so, sonst wäre ich später aus dem Erklären wohl nicht mehr rausgekommen. Manche Gräben bzw. Abgründe lassen sich einfach nicht überbrücken. Und ich meine das nicht etwa böse. Nur weiß ich aus Erfahrung, wie viel Zeit (und Nerven) es kosten kann, hier erst einmal eine Basis für eine funktionierende Geschäftsbeziehung und gute Ergebnisse zu schaffen. Gerade als Freiberufler kann man sich das heute immer weniger leisten.

Jeder Mensch ist ein Künstler …?

Es ist übrigens nicht auszuschließen, dass der Krefelder Aktionskünstler Joseph Beuys ungewollt ein kleines bisschen zu der für viele Kreative so prekären Situation beigetragen hat. Wurde doch in den 1980ern einer ganzen Generation Schüler von linksliberalen Lehrern eingebläut, dass „jeder Mensch ein Künstler ist“. Das war sicherlich gut gemeint, wurde und wird aber gerne in selbstentlastender Weise missverstanden. Fühlt sich ja auch irgendwie super an, wenn einem alles offensteht. Nun ja … jedenfalls scheinen dann, als rund zwei Jahrzehnte später das Social Web und Mobilgeräte aller Art als neue Entfaltungsmöglichkeiten für verkappte Kreativtalente hinzugekommen sind, die letzten Hemmschwellen gefallen zu sein. Seither gibt es eine wahre Schwemme hausgemachter Texte, Grafiken, Designs, Videos, Fotos etc. für Einsatzbereiche jedweder Fasson. Wogegen grundsätzlich ja auch nichts einzuwenden ist.

Allerdings hat das Ganze eine Schattenseite, und diese wird meines Erachtens sehr stark von der überwiegend unreflektierten Peergroup-Solidarität im Social Web katalysiert. Ehrliche, fundierte Kritik ist da meist Fehlanzeige. Vielmehr wird hier von Freunden, Fans und Followern in der Regel so ziemlich alles für total dufte befunden, was sich nicht rechtzeitig wegducken kann – egal wie mittelprächtig, schlecht oder scheiße der kreative Output am Ende des Tages tatsächlich ist. Wer sich davon blenden lässt, läuft Gefahr, irgendwann die Qualitätsunterschiede zwischen amateurhaften und professionellen Erzeugnissen nicht mehr wahrzunehmen. Wenn er denn überhaupt jemals dazu in der Lage, geschweige denn willens war.

Keine Lobby – keine Kekse

Ich möchte diese Mentalität des Selbermachen-Könnens [sic!] beileibe nicht verteufeln. Jedoch ist im unternehmerischen Kontext unter anderem hierdurch die Wertschätzung professioneller Leistungen vielerorts den Bach runtergegangen – und damit eben auch der Gegenwert, den das Gros der Auftraggeber dafür zu entrichten bereit ist. Eine Entwicklung, der sich umso schwerer entgegenwirken lässt, als insbesondere die Freiberufler bzw. Selbstständigen unter den Kreativen in Deutschland keine nennenswerte Lobby haben.

Nicht wenigen kleinen und mittelständischen Unternehmen kommt dieser zusätzlich durch Online-Marktplätze wie Textbroker oder dasauge forcierte Preisverfall zwar durchaus entgegen, da sie so jetzt größere Teile ihrer eher knappen Budgets beispielsweise in den dringenden Ausbau ihrer IT-Infrastruktur stecken können. Doch diese Rechnung geht nur bedingt auf.

Denn es ist pure Augenwischerei, wenn Auftraggeber blind darauf vertrauen, dass Texter und andere Kreative trotz miserabler Bezahlung spitzenmäßige Arbeit abliefern. Wie soll das auch gehen, wenn sie sich letzten Endes nur durch einen extrem hohen Durchsatz wirtschaftlich über Wasser halten können? Sprich: durch Fließbandarbeit an der Tastatur. Entsprechend unterirdisch sind dann oftmals die Ergebnisse. Schließlich reißt sich wohl niemand für einen Hungerlohn bereitwillig den Arsch auf – selbst wenn er die Zeit dafür hätte. Wehe also dem, der angesichts der heute immer höheren Zielgruppenerwartungen an Content den Unterschied zwischen Qualität und Kram nicht beurteilen kann und alles freundlich abnickt. Siehe oben.

Komfortzone geht anders

Besonders dramatisch ist die Situation aus meiner Sicht im Textbereich. Hier nämlich drängen seit etwa Mitte der 2000er neben den von den ebenfalls dem Abgrund entgegentrudelnden Verlagshäusern freigesetzten Journalisten auch immer mehr holprige Hobbyschreiber ohne PR- oder Marketingerfahrung in den freien Markt. Letztere sind das größere Übel, da gerade sie es sind, die die Preise weiter purzeln lassen. Ihr Credo (ob nun in bewusster oder unbewusster Anlehnung an Beuys): Schreiben kann doch jeder! Und teuer muss es auch nicht sein.

Einige Kunden glauben das aus den oben genannten Gründen nur allzu gerne. Und so wird diese unheilige Gemengelage mittlerweile selbst für den einen oder anderen arrivierten Profitexter allmählich zum Problem: Immer öfter müssen auch die rar gesäten Spitzenkräfte ihre (berechtigten) Preise verteidigen und bei Neukunden zunächst einmal gestenreich durchsetzen. Was ob der unerfreulichen Umstände deutlich schwerer geworden ist und auch schon mal komplett in die Hose gehen kann. Komfortzone? Pustekuchen! Richtig lukraktiv ist das reine Texten allenfalls noch für diejenigen, die erstens clevere Geschäftsleute sind, sich zweitens über Jahre einen guten Namen gemacht haben und drittens über die richtigen Stammkunden verfügen. Andere müssen halt zusehen, dass sie „Meter machen“, was dann nicht selten zu Lasten der eigenen Arbeitsethik geht. Ein Traumjob, wie lachhafterweise immer noch hier und da angenommen wird, ist das für viele schon lange nicht mehr. Schade eigentlich.


Zur Entspannung: Jerry Lewis‘ berühmte Schreibmaschinen-Nummer.

Gute Texter sind Ausnahmekönner

Man möchte es daher förmlich in Stein meißeln: Das Schreiben für Unternehmen ist alles andere als Blödmannsarbeit. Sondern eine höchst anspruchsvolle und gerade in Zeiten der Digitalisierung immer komplexere Angelegenheit, bei der man sogar Kalorien verbrennt! Zynismusmodus wieder aus. Und es geht dabei nicht nur um Hard Skills wie Rechtschreibung und Interpunktion (woran es oftmals ja schon scheitert), sondern es ist auch jede Menge Sprachgefühl erforderlich – plus ein feines Gespür für Dinge wie Stil, Storytelling, Dramaturgie, Timing, Rhythmus etc. Sonst begeistert der Content nicht und greift nicht bei der Zielgruppe. Was eher schlecht ist.

All dies kann man ebenso wenig am Kaugummiautomaten ziehen wie die für das professionelle Texten so fundamental wichtige langjährige Erfahrung. Insofern bin ich der festen Überzeugung, dass keine fünf Prozent der Bevölkerung die oben erwähnten Voraussetzungen erfüllen. Kurzum, wirklich gute Texter sind Ausnahmekönner. Man kann es gar nicht oft genug betonen.

Außerdem reden wir an dieser Stelle ja von den besonderen Herausforderungen in der Unternehmenskommunikation – also nicht von irgendwelchen Texten. Hier gilt es, neben allem anderen auch die strategischen Kommunikationsziele der Auftraggeber umzusetzen, was ohne punktgenaue Briefings, eine intensive Beschäftigung mit dem jeweiligen Unternehmensleitbild und aktuelle PR- und Marketingkenntnisse schlichtweg nicht möglich ist. Von dem nötigen SEO-Basiswissen mal ganz zu schweigen. Um nur einige zentrale Punkte zu nennen. Wer dafür nicht mehr als 10 bis 15 Euro pro Textseite berappen möchte, dem ist echt nicht zu helfen. Und zwar im doppelten Sinne.

Niemand hat die Absicht …

Was also tun als Texter? Nun, die Rahmenbedingungen lassen sich aufgrund der geschilderten Dynamiken kaum mehr ändern, und von selbst umdenken werden (manche) Auftraggeber wohl erst dann, wenn sie mit Billig-Content oder selbst zusammengetackerten Texten gehörig auf die Schnauze gefallen sind. Daher sollten sich Neueinsteiger meines Erachtens sehr genau überlegen, ob sie sich in diesem kaputten Markt überhaupt als „Texter“ aufstellen möchten. Auf Begriffsebene, wohlgemerkt. Denn mit vergleichsweise hochwertigen Synonymen wie „Autor“, „Fachblogger“ oder „Redakteur“ lassen sich die eigenen Leistungen derzeit noch recht gut gegenüber dem Rest des ausufernden Wettbewerbs abgrenzen.

Auch alteingesessene Kollegen, die momentan ihre Felle davonschwimmen sehen, sollten deshalb vielleicht mal über eine andere Positionierung nachdenken. Idealerweise filtert man auf diese Weise zumindest einen Teil der unpassenden Kunden und Anfragen von vornherein aus, wie es meine Kollegin Ivana Baric-Gaspar in ihrem Zielbar-Beitrag „Die feine Kunst des Nichtgefallens“ vor Kurzem so schön beschrieben hat. Das erspart Zeit und Ärger. Und vielleicht klappt es so ja auch wieder besser mit den gerechtfertigten Honoraren? Versprechen lässt sich da jedoch nichts.

Die Sache hat freilich einen kleinen Haken: Unter „Texter“ wird man dann nicht bei Google gefunden. Aber das kann auch ein Segen sein – sofern man anderweitig vorgesorgt hat und zum Beispiel per Social Media für eine hohe Sichtbarkeit als Qualitätsmarke gesorgt hat. Oder ein goldenes Händchen für die Offline-Kundenakquise hat. Wie auch immer. Hauptsache man muss nicht mehr so viele entwürdigende Erstgespräche weit unterhalb der eigenen Preisschmerzgrenze führen. Darunter leiden sowohl die Motivation als auch die Leistung. Was ebenfalls nicht gut fürs Geschäft ist. Und fürs Gemüt schon mal gar nicht.

Artikelbild: Martin Mummel/GRVTY

Hältst du den Vorschlag mit der anderen Aufstellung für eine gute Idee, oder bist du da komplett anderer Meinung? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!
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Andreas Quinkert

Andreas Quinkert

Andreas Quinkert ist PR-Freelancer für strategische Kommunikation. Als 1966er Jahrgang eigentlich ein Printzeiten-Relikt, fühlt er sich heute auch im Digitalen pudelwohl – mit Fokus auf Content-Strategie. Der leidenschaftliche Ruhrpottler ist seit Sommer 2015 Chefredakteur von Zielbar. Info unter Quinkert PR & Redaktion.

56 Reaktionen zu “Das Elend der Texter in Deutschland – Rant über ein ramponiertes Berufsbild”

  1. Kerstin Boll
    Kerstin Boll

    Hallo Andreas,

    auf meinem Blog gibt es einen Artikel, der seit Jahren immer wieder angeklickt wird: „Die Textqualität bewerten“.

    Was genau ist ein guter Text? – Die Leute wissen es nicht. Deshalb können sie so schlecht den Wert gut gemachter Texte schätzen.

    So sehr ich Deine Emotionen teile und mich darüber ärgere, wie wenig die harte Arbeit gewürdigt wird: Ich glaube, in der Kommunikation mit den Kunden hilft es nicht, auf eine irgendwie geartete abstrakte Qualität zu verweisen. Kunden buchen Leute wie Dich und mich, weil sie Zeit sparen wollen oder weil sie mehr Leser gewinnen und bessere Reaktionen erreichen wollen. Den Beweis gilt es, zu erbringen. Der ein oder andere kriegt ja zum Glück auch mit, dass mit der Bearbeitung seiner Ideen und Vorlagen etwas besser wird.

    Herzliche Grüße, Kerstin

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    1. Andreas Quinkert
      Andreas Quinkert

      Hallo Kerstin,

      nun ja, ich sehe es so: Immer mehr Kunden schätzen den Wert eines (gut gemachten) Textes alleine schon dadurch ein, dass sie immer weniger Geld dafür zu bezahlen bereit sind. ;-)

      Ansonsten hast du natürlich Recht, denn letzten Endes sehen nur Fachleute die oftmals feinen Unterschiede zwischen Qualität und Mist. Die Kunden selbst, jedenfalls die Mehrzahl davon, kann nur darauf vertrauen, dass die Leistung stimmt. Umso wichtiger sind langfristige Kundenbeziehungen, die auf Vetrauen aufbauen. Hier muss dann aber auch der Preis stimmen!

      Ich selbst bin aber sowieso kein reiner Texter. Jedenfalls machen redaktionelle Leistungen dieser Art nur einen kleinen Teil meines Portfolios als PR-Mann aus. Und dann ist da ja auch noch Zielbar. Gut so. Und seitdem ich den Begriff „Texter“ vor einigen Jahren konsequent überall getilgt habe, kommen auch immer seltener Anfragen wie „Was kosten 50 SEO-Texte über Kühlschränke bei Ihnen?“ rein. Damit kann ich sehr gut leben. :-)

      Gruß aus Duisburg
      Andreas Quinkert

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    2. Sigrid Jo Gruner

      Hallo, liebe Kerstin,

      das sehe ich auch so: Lamentieren nützt nix. Das ist so alt wie die Textbörsen:-) Und sich mit einem neuen Etikett zu versehen, ist eben oft auch Etikettenschwindel.

      Besser sich gut positionieren, damit die hohe Qualität, die du und ich vertreten, im Vorfeld Vertrauen schafft, und sich nicht auf Preisdumping einlassen. Oft ist es ja nur Nicht-Wissen, das potenzielle Kunden zu unrealistischen Preiserwartungen veranlasst (Wort-Preise etwa). Hier ist es unsere Aufgabe, zu erklären und die Vorbehalte des Kunden ernst zu nehmen. Allerdings auch genau hinzuhören, ob die beiderseitigen Interessen übereinstimmen. Wenn Aufklärung nix nützt, dann „Gott befohlen!“ Nein ist ein ganzer Satz (auch wenn’s mal schwerfällt). Auf die Haltung kommt es an. Und die eigene Wertschätzung. Unwichtig, bei Honorarverhandlungen auf den eigenen Aufwand zu verweisen. Dieser interessiert nicht, sondern Wert und Nutzen, den unsere Arbeit für den Auftraggeber hat. Die Bereitschaft, sich in diesen einzufühlen und mit ihm gemeinsam etwas Gutes zu schaffen.

      Honorarsätze sind – wie die Steakpreise beim Metzger – per se nicht verhandelbar. Aber den Spielraum ausweiten kann man – nach Auftragsumfang, Komplexität, Häufigkeit, Paketangeboten, Bestandskundengoodies durch zusätzliche Bonbons. (..) Flexibilität nach Augenmaß eben.

      Text gibt es bei mir nur gemeinsam mit Beratung und ist in der Regel eingebunden in übergreifende strategische Bemühungen und nachhaltige Textformate. Dann klappt’s mit Qualität und Mehrwert. Dafür muss beim Auftraggeber allerdings eine gewisse Bereitschaft qua Transparenz geweckt werden. Auch das gehört zu unserem Handwerk. Der Hype „Viel Content für Google“ hat nicht wenig dazu beigetragen, dass auch blutige Anfänger, Amateure oder Seiteneinsteiger auf diesen Zug aufspringen (Blogs und Schreibratgeber selbsternannter Experten, die Anleitung geben und damit Geld verdienen, verführen dazu). Aber Wissen wie es gehen könnte, heißt noch lange nicht es auch können. Warum – zum Kuckuck – muss jeder, der einen Stift halten kann, sich gleich für einen Schreibprofi halten?:-) Meine Blog-Beiträge auf 1a-Grenadas zu diesem Thema haben gerade bei potenziellen Auftraggebern Aufmerksamkeit geweckt. Das lässt doch hoffen!

      Lieben Gruß von Jo

      Antworten
      1. Andreas Quinkert
        Andreas Quinkert

        Hallo Jo,

        die Umbenennung ist ja gerade Teil der (neuen/besseren) Positionierung. Darüber könnte man dann wiederum einen eigenen Beitrag verfassen. Hier ist es nur ein Gedankenanstoß, der m. E. umso wichtiger ist, als der Begriff „Texter“ alles in allem echt ziemlich im Eimer ist. Die Gründe dafür werden ja auch von dir nochmals genannt.

        Viele Grüße
        Andreas

        Antworten
        1. Sigrid Jo Gruner

          Umbenennung ist noch keine Neu-Positionierung :-) Bestenfalls ist sie das Produkt der Anstrengungen und Maßnahmen, die eine Neupositionierung auslösen.

          Viele Grüße zurück,
          Jo

          Antworten
          1. Andreas Quinkert
            Andreas Quinkert

            Siehe: “ … die Umbenennung ist ja gerade Teil der (neuen/besseren) Positionierung.“

          2. Sigrid Jo Gruner

            Nope. Sie ist das Resultat. Tschöö, Jo

          3. Andreas Quinkert
            Andreas Quinkert

            Ich sehe da jetzt keinen Widerspruch.

  2. Marita Wittner

    Hallo,
    Danke für diesen guten Artikel. Als „Texterin und Autorin“ kenne ich dies zu genüge. Viel Text für wenig Geld. Ich bin den Weg über Freelancerplattformen gegangen und habe mir dadurch einen festen Kundenstamm erarbeitet. Wer gut ist, sich spezialisiert und es versteht, sich als „Marke“ aufzustellen, der wird gut bezahlt. Da haben dann die selbsternannten Texter sowieso wenig Chancen. Mein Spezialgebiet ist Technik und Elektromobilität gewesen. Heute begleite ich Freelancer genau dahin, wo sie ein echtes Business aufbauen können und herauskommen aus der „das-bisschen-Schreiben-kann-doch-jeder-Ecke“.
    Viele Grüße, Marita Wittner

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    1. Andreas Quinkert
      Andreas Quinkert

      Hallo Marita,

      da kann ich nur sagen: Alles richtig gemacht! In diesem Sinne wünsche ich dir weiterhin gute Geschäfte!

      Liebe Grüße
      Andreas Quinkert

      Antworten
  3. Dr. Annika Lamer
    Dr. Annika Lamer

    Hallo Andreas,

    spannender Artikel. Das A und O ist die Positionierung, da bin ich ganz bei dir. Mir gelingt das über meinen Blog ganz gut: Wer dort raufklickt, merkt schnell, dass ich keine Content- oder SEO-Texterin bin. Dementsprechend bekomme ich solche Anfragen gar nicht mehr. Auch unnötige Preisdiskussionen erspare ich mir. Hin und wieder kommt es vor, dass ich einem Kunden zu teuer bin – aber dann ist die Reaktion in den allermeisten Fällen: „Ich bin mir sicher, dass Ihre Leistung das wert ist, nur leider gibt unser Budget das nicht her.“ Von Geringschätzung des Texterberufs spüre ich da zum Glück nichts.

    Mit der richtigen Berufsbezeichnung ist es in der Tat nicht leicht. Wenn es denn irgendeine Bezeichnung braucht, nenne ich mich meist „Image- und Werbetexterin“. Damit bin ich auch nicht gerade glücklich, aber ich vermeide dadurch zumindest die Nähe zu den reinen Content-Textern. Eine Autorin oder Redakteurin bin ich nur als Bloggerin, das passt für mich also auch nicht.

    Am Ende ist die Bezeichnung aber nur ein Wort. Was genau man ist, muss man eben durch die Positionierung deutlich machen – das ist meiner Meinung nach der beste, wahrscheinlich sogar der einzig mögliche Weg.

    Viele liebe Grüße
    Annika

    Antworten
  4. Andreas Quinkert
    Andreas Quinkert

    Hi Annika,

    vielen Dank für deine wichtigen inhaltlichen Ergänzungen! Und es ist immer wieder schön zu hören, dass einige Kollegen ihren Weg gefunden haben und gut damit fahren. Bleibt aber das Problem, dass der Begriff „Texter“ m. E. weitgehend unbrauchbar geworden ist. Damit zieht man zu viele unpassende Kunden an. Das ist sehr schade, denn wir wissen ja aus Erfahrung, dass dies kein 08/15-Job ist …

    Beste Grüße
    Andreas

    Antworten
  5. René Gast
    René Gast

    Ein Texter kann nicht einfach nur einen anderen Begriff verwenden, er muss sich in erster Linie mit anderen Dingen beschäftigen. Wie viele Texter da draußen haben kein Blog, geschweige denn ein Fachblog? Zu wenige befassen sich wirklich intensiv mit Content Marketing oder mit angrenzenden Bereichen. Aus meiner Sicht ist aber genau das der Weg. Ich erlebe das schon länger z. B. im Content Management: Die Wertschätzung einer Arbeit, die OnSite-SEO (URL-Strukturen, Themen-Cluster, semantische Dokumentenauszeichnung, KEINE Keyword-Density etc.) beinhaltet, ist deutlich höher als die einer reinen Texterstellung. Daraus ergeben sich dann natürlich auch andere Begrifflichkeiten, andere Bezeichnungen. Ich fürchte, wir erleben gerade, dass der klassische Texter in Zeiten, in denen Content das neue Gold ist, dennoch im Begriff ist, auszusterben.

    Antworten
    1. Andreas Quinkert
      Andreas Quinkert

      Hi René,

      „Ein Texter kann nicht einfach nur einen anderen Begriff verwenden …“ unterschreibe ich. Da gehört tatsächlich schon mehr dazu. Erfahrungsgemäß schützt aber alleine das schon vor der einen oder anderen unliebsamen Anfrage bzw. Diskussion.

      Alles Weitere unterschreibe ich ebenfalls. ;-)

      Beste Grüße
      Andreas

      Antworten
  6. Sigrid Jo Gruner

    Genau, machen, nicht nur proklamieren. Ich verwende einen großen Teil meiner Zeit für Dinge, die mit dem Texten als solchem vordergründig nichts zu tun haben, aber wichtig sind. Die wenigsten „Texter“ haben einen solch ausgeprägten Hintergrund aus Journalismus, PR, Prosa, Szenischem Schreiben, Lektorat.. wie ich. Das muss man klar benennen, um sich abzugrenzen. – Aber ich gebe Ihnen recht, die OnSite-SE0 hat mittlerweile einen höheren Stellenwert. Das kann man beklagen, muss sich diesem aber stellen. Auch bei Publikationen steht nicht selten die grafische Gestaltung höher im Kurs als die Inhalte es je könnten. Gestern eine Anfrage: „Wir haben da ein sehr aufwändig und hochwertig erstelltes Booklet. Dafür benötigen wir ein Direktmailing-Anschreiben. Muss ja nicht viel sein“ (vor allem nicht viel Honorar:-))

    Antworten
  7. Thomas M. Ruthemann

    Danke für den Beitrag, Kollege. Kann man einfach alles unterschreiben.
    Nicht so direkt und unmittelbar habe ich schon seit Jahren auf meinem Blog dafür geworben, dass nur Qualität etwas für meine Kunden bringt. Und mir ist es tatsächlich sehr wichtig, dass meine Kunden wirklich für sich ein positives Ergebnis sehen und erkennen können.
    Die umgekehrte Situation heißt aber auch, als Texter konsequent zu bleiben – selbst wenn es mal nicht so läuft. Und, ja, ich leiste es mir Kunden zu vergraulen (durch noch höhere Angebote oder Ignoranz bis hin zur klaren Ablehnung), deren erste Reaktion beim Telefonieren ist, ob man noch etwas am Preis machen kann. Nö. Kann man nicht.
    Und eine Unsitte haste noch vergessen: Kostenlose Probetexte. Aber vielleicht wird das ja noch mal ein Extra-Beitrag.

    Antworten
    1. Andreas Quinkert
      Andreas Quinkert

      Gerne, Tom. Und danke!

      Kostenlose Probetexte? Nie von gehört. ;-)

      Antworten
      1. Jens | NT-SEO.de

        Doch doch, die gibt es. Ich habe schon von einigen Autoren gehört, die für Neukunden Texte geschrieben haben, die dann nie bezahlt wurden. Ich denke, das heißt dann „kostenlose Probetexte“! ;-)

        Antworten
        1. Andreas Quinkert
          Andreas Quinkert

          Man beachte mein Zwinkern: ;-)

          Antworten
        2. Robin Parker

          Moin Jens,

          da es auch hier etliche Analogien zu anderen Berufsgruppen im Kreativbereich gibt, würde ich hier auch klar sagen:
          Das kommt halt auch immer drauf an, wie man sich verkauft!

          Du könntest doch z.B. auch hingehen und sagen:
          Auch wenn wir Diskretion ganz groß schreiben, DÜRFEN Sie meine bisherige Arbeit mal quer lesen…
          Wenn Sie was eigenes möchten, biete ich Ihnen hier an, dass ich Ihnen einen Text für 75% vom Normalsatz schreibe – als Probe.

          Ich musste das selbst ZEHN JAHRE schmerzlich (in der IT) lernen, dass man einem Kunden auch einfach mal sagen kann:
          „Pass mal auf da, ich sitz doch hier nicht zu Spaß – wenn ich X Stunden arbeite, will ich MINDESTENS 0,5*X Stunden bezahlt werden – und das nur mit Bauchschmerzen.
          Alternativ kannst du auch gerne meinen Kühlschrank füllen oder meine Nebenkostenabrechnung zahlen – aber verschenken tu ich nix, du ja auch nicht!“

          Das ganze Thema ist in der Werbeszene ja vollkommen eskaliert –
          Hier produzieren Werbebuden ja komplette WERBEFILME für UNTERNEHMEN im Voraus und hoffen, damit zu „pitchen“ um dann VIELLEICHT das Geld, was reingesteckt wurde zu bekommen.
          Für den Kunden im ersten Moment eine tolle Sache, weil er zwischen Endprodukten wählen darf,
          man kann ihm aber auch erklären, dass dadurch die Preise bei *ALLEN* Agenturen ins unermessliche Steigen, da man ja mit EINEM Auftrag nun direkt MEHRERE bezahlen muss…

          Aus meiner Sicht und Erfahrung verstehen die Kunden das und sind dann recht schnell einsichtig?

          RP

          Antworten
  8. Manuela Nikui

    Lieber Andreas,
    danke für deinen Beitrag. Ich habe auch schon die Erfahrung gemacht, dass Kunden für gute Texte nur wenig zahlen wollen. Hier muss man einfach den Mut haben und konsequent sein, wie Thomas das auch anmerkt. Ansonsten gerät man schnell in die Billigfalle. Ob es hilft, den Begriff „Texter“ durch Synonyme zu ersetzen? Ich bin mir da nicht sicher. Autor, Blogger oder Fachautor werden oftmals auf die Themen Buch, Blog oder Fachbeitrag reduziert. Das macht nur dann Sinn, wenn man sich so positionieren möchte. Unter Texter können sich alle was vorstellen. Bleibt „nur“ noch, sich eine starke Marke aufzubauen, die Qualitätsfahne hochzuhalten und Kunden, die man nicht haben möchte, abzulehnen.

    Antworten
    1. Andreas Quinkert
      Andreas Quinkert

      Hallo Manuela,

      danke für deinen Kommentar! Klar kann und sollte man solche Kunden ablehnen – man kann sie vorher aber auch bis zu einem gewissen Grad ausfiltern. Etwa durch die Berufsberufsbezeichnung bzw. Tätigskeitsbezeichnung oder, noch besser, die gesamte Positionierung. Ich für meinen Teil möchte jedenfalls nicht in diesen Strudel geraten, von dem mein Beitrag handelt. Aus meiner Sicht ist der Begriff „Texter“ weitgehend verbrannt. Und eben auch – insgesamt – die Preise. Umso erfreulicher, dass manche Texter trotzdem noch gut damit fahren. Leichter ist das in den vergangenen zehn Jahren aber ganz bestimmt nicht geworden.

      Liebe Grüße
      Andreas

      Antworten
  9. Robin Parker

    Moin Andreas,

    viell. solltest du mal einen Cross-Link zu anderen Berufsgruppen schaffen, denen es absolut genauso geht.
    Programmierer, Entwickler, Web-Gurus – hier wird der Preis MASSIV gedrückt und man hat zusätzlich noch angebliche ausländische Konkurrenz frei nach dem Motto: „make or buy? buy in india.“

    Der Kurs hält nun gute zehn Jahre an und ich empfinde es tagtäglich immer schwieriger, den Mehrwert zu rechtfertigen, da die Entwicklerstunden trotz Fachkräftemangel so enorm gedumped werden, dass sich einige Kunden sagen: „dann lassen wir das halt zehn mal falsch machen – ist immer noch günstiger als inländisch von Profis entwickeln zu lassen“.

    Demnach – vollstes Verständnis, aber Lösungsweg durch „Branding“ (Text => Autor) und Analogien kann’s ja auch nicht sein.

    VG
    Robin

    Antworten
    1. Andreas Quinkert
      Andreas Quinkert

      Hi Robin,

      der „Crosslink“ ist drin – nur dass ich mich hier auf die „klassischen“ Kreativen beschränkt habe. Und was die Umbenennung anbelangt: Bei mir funktioniert’s ganz gut. Damit ist allerdings das Hauptproblem nicht aus der Welt, da stimme ich dir zu.

      Gruß
      Andreas

      Antworten
  10. Tina Gallinaro
    Tina Gallinaro

    Ja, da kann einem nur die Hutschnur hochgehen.
    Schuld sind aber auch diese unendlich vielen Facebook Gruppen, in denen sich Billiganbieter weit unter Wert verkaufen. Hier scheint das Angebot und Nachfrage Prinzip leider bestens zu funktionieren.

    Da wird gefeilscht und gehandelt und unterboten was das Zeug hält und hinterher muss man einen Lektor über das Ganze sehen lassen, weil der Text unter aller Würde ist.
    Die Rechtschreibung und Grammatik lassen sehr zu wünschen übrig.

    Beliebt scheinen diese 0,2 Cent pro Wort Schreiberlinge bei den Unternehmen zu sein, die massig Domains und Websites besitzen und mit Ach und Krach diese Websites mit „Leben “ füllen wollen.

    Diese Geiz-ist-geil-Methode ist echt zum Mäusemelken. Solange sich diese kuriosen „Schreiberlinge“ wie Bordsteinschwalben verhalten und sich für jeden hingeben, der mit einem „Auftrag“ lockt, haben die Qualitäts-Texter kein leichtes Spiel.

    Aber wie heisst es so schön? Qualität hat nun mal ihren Preis. Das macht sich auf Dauer bemerkbar.

    .

    Antworten
    1. Micha

      Tja, aber sie macht doch unsere gesamte Gesellschaft aus: die Geiz-ist-Geil-Mentalität. Ob wir die Werbekampagnen von KiK und MediaMarkt vor Jahren noch lachend betrachtet haben oder heute die Ausmaße, die die Massentierhaltung angenommen hat oder die Arbeit eines Handwerkers beurteilen – die grundsätzliche Wertschätzung ist einfach abhanden gekommen. Und solange jeder nur zu der billigsten Milch im Ladenregal greift und nicht an den Milchbauer, der am Anfang dieser Wertschöpfungskette steht, braucht er sich nicht über die geringe Entlohnung seiner eigenen Arbeit zu beschweren.

      Dass das Phänomen der geringen Wertschätzung von Handwerk nicht neu ist, zeigt der Einblick in andere Berufsbilder, wie dem der Putzfrau oder dem Friseur. Wie sieht denn deren Weg aus diesem Dilemma aus? Haben Sie die Möglichkeit Einfluß zu nehmen und an dem Bewusstsein der Gesellschaft (ihrer Kunden) etwas zu ändern? Liegt es letztlich nicht an jedem selbst, zu definieren, was er für welches Geld macht oder ob er sich in gewissem Rahmen seine Kunden erzieht?

      Antworten
  11. Birgit Schultz

    Hallo Andreas,
    herzlichen Dank für diesen wunderbaren Beitrag!

    Ähnlich wie Du biete ich „Texten“ nur als einen Teil meines Gesamt-Angebots an. Mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung im Schreiben unterschiedlichster Texte (klassische Mailings, Essays, Reisebücher, Kurzgeschichten, Romane und nicht zuletzt Newsletter, Webseiten und Blog-Artikel) weiß ich inzwischen abzuschätzen, wie hoch der zeitliche Aufwand für einen geforderten Text ist.

    Meinen Kunden ist mein Stundensatz bekannt – ganz gleich, ob ich nun berate oder schreibe – und sie können so entscheiden, ob ihnen ihr Text eine Summe X wert ist, oder eben nicht. Diskussionen über die Höhe des Preises im Nachgang habe ich noch nicht erlebt. Es geht also auch anders!

    Zauberhafte Grüße
    Birgit

    Antworten
    1. Sigrid Jo Gruner

      Ganz richtig! Vorher Preistransparenz schaffen, dann gibt es hinterher kein Lamento. Kunden sind in der Regel erwachsen und sollten wissen, was sie tun :-) Die Erfahrung macht’s eben, liebe Kollegin.

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    2. Andreas Quinkert
      Andreas Quinkert

      Im Nachgang wäre ja auch noch schöner! ;-)

      Antworten
  12. Korrektor

    Habe nur einen kleinen Korrekturvorschlag, bei Kenntnisse fehlt ein „s“:

    Hier gilt es, neben allem anderen auch die strategischen Kommunikationsziele der Auftraggeber umzusetzen, was ohne punktgenaue Briefings, eine intensive Beschäftigung mit dem jeweiligen Unternehmensleitbild und aktuelle PR- und Marketingkenntnise schlichtweg nicht möglich ist.

    Antworten
    1. Andreas Quinkert
      Andreas Quinkert

      Top, Herr Korrektor! Und vielen Dank! :-)

      Antworten
  13. Christian Dingler

    Hallo Andreas,

    Danke für diesen Text. Du hast mit sehr vielem Recht. Ein paar Anmerkungen von mir. Ich bin seit rund sieben Jahren selbständig und Texte schreiben macht einen großen Teil meiner Arbeit aus. Trotzdem habe ich mich nie als Texter oder Redakteur positioniert.

    Auch ich bekomme im Tagesgeschäft immer wieder seltsame Preisvorstellungen von Kunden mit, auf die ich zum Glück nie gezwungen war, einzugehen. Ich kann heute sehr gut von meinen Einkünften leben.

    Wie mache ich das?

    – Ich habe noch nie nach Wörtern oder Zeichen abgerechnet. Ich rechne nach Zeit ab. Immer.
    – Mein erstes Angebot ist immer dreistellig/Stunde. Ich gebe selten mehr als 20 Prozent Nachlass darauf.
    – Ich habe wenige, aber dafür feste Kunden.
    – Bei diesen Kunden bin ich thematisch sehr tief eingearbeitet. Davon profitieren beide Seiten.
    – Wer bei 100,– Euro/Stunde für einen Text Schluckauf bekommt, zahlt seltsamerweise häufig ohne Murren 100,–Euro/Stunde für Projektmanagement. Also briefe ich Designer, Entwickler und alle anderen Dienstleister und koordiniere, bis das Produkt fertig ist.
    – Ich gebe Schulungen, Workshops und Seminare bei Unternehmen
    – Ich arbeite ausschließlich für ausgewählte Agenturen oder Kommunikations-/Marketingabteilungen in Unternehmen. Dort weiß man meist gute Arbeit entsprechend zu honorieren.

    Und vor allem: Ich ärgere mich nicht über „Texter“ die in Facebook-Gruppen Aufträge für 3 Cent pro Wort annehmen. Die habe einfach einen ganz anderen Beruf als ich.

    Antworten
    1. Andreas Quinkert
      Andreas Quinkert

      Hi Christian,

      das sind gute Tipps für Einsteiger. Danke dafür!

      Gruß
      Andreas Quinkert

      Antworten
  14. Andrea Stanke

    Hallo Ihr lieben Kollegen,
    ich sehe das ähnlich wie Christian. Bin seit 13 Jahren als freie Texterin unterwegs. Ja, ich bezeichne mich durchaus als Texterin. Denn das verstehen die Kunden auf Anhieb. Hatte bisher nur sehr wenige Dumpinganfragen.

    Welche Geister will ich rufen?
    Die Resonanz hängt letztlich von der eigenen Außendarstellung ab – davon, wie man seinen Titel mit Inhalt füllt. Jeder Schreiber, Autor, Redakteur hat andere Themenschwerpunkte, einen anderen Stil und bedient verschiedene Genres.

    Aufgrund meiner journalistischen Ausbildung und meiner Erfahrung in der Personality-PR hab ich mich auf Unternehmer-Persönlichkeiten spezialisiert, deren Website, Profile, Print- und Online-Werbemittel ich texte. Um Kernbotschaften und Kommunikationskanäle im Sinne des gezielten Personal Brandings festzulegen, gehören selbstverständlich eine strategische Beratung und ein Kommunikationskonzept, wie Jo es angesprochen hat. Das berechne ich natürlich auch höher als die reine Textleistung.

    Wer Qualität möchte, honoriert sie auch.
    In erster Linie schreibe ich für Menschen, mit denen ich auf einer Wellenlänge liege und für Themen, mit denen ich mich identifzieren kann. Ehrlich gesagt möchte ich gar nicht mit Jedem zusammenarbeiten. Am liebsten sind mir Stammkunden, für die ich regelmäßig Newsbeiträge, Fachartikel oder auch mal ein Ebook schreibe. Auch als Co- oder Ghostwriter für Corporate Books bin ich aktiv.

    Herzliche Grüße aus Köln,
    Andrea Stanke

    Antworten
    1. Andreas Quinkert
      Andreas Quinkert

      Danke für diese Einblicke, Andrea. Ich wünsche dir weiterhin gute Geschäfte! :-)

      Antworten
  15. Florine Calleen

    Danke für den Artikel. Da geht einem wirklich die Hutschnur los, wie Tina so treffend schreibt.

    Bei mir kommen solche Anfragen Gott sei Dank etwas seltener an, wahrscheinlich, weil das ja nicht mein einziges Standbein ist. Das scheint wohl andere Signale zu setzen. Mein Entgegenkommen: Ich stehe im Nachhinein noch ein, zwei Stunden für kostenlose Nachberatungen bereit. Als Kundenservice on top nach dem Motto „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“. Das hat sich bewährt.

    Antworten
    1. Andreas Quinkert
      Andreas Quinkert

      Hi Florine,

      bei mir kommen solche Anfragen seltener rein, seitdem ich „Texter“ überall rausgeschmissen habe: Website, Profile im Netz, Kopf … ;-)

      Gruß
      Andreas

      Antworten
  16. Sigrid Jo Gruner

    Hallo in die Runde,

    die beeindruckenden Statements der Kollegen zeigen doch, dass es den „gemeinen Texter“ als solchen nicht gibt. Von den Textschrubbern reden wir hier ja nicht. Jeder hat seinen speziellen Hintergrund, seine Eigenart und hoffentlich auch eigenen Stil, der mit den Jahren immer unverwechselbarer wird. Kürzlich sagte mir ein Kunde: Ich hab Sie in einem Artikel, den ich gelesen habe, „gehört!“ – Besser geht’s nicht. Mein beruflicher Hintergrund ist vielfältig bestückt (internationale PR-Agentur, eigene Agentur für PR/PA, Journalismus, Lektorat, Tagungsprojekte, Social Sponsoring, Management, Belletristik). Seit 23 Jahren bin ich selbstständig. Ich schreibe Prosa, narratives Sachbuch, E-Book, Magazin, Web, Blog, Social Media, Rede, PR/Presse – und das fließt ein, in die Beratung, ins Projektmanagement, in die kreative Leistung. Ich schreibe im Auftrag und verfasse eigene Projekte. Ein langer Weg, der nicht immer leicht war, gerade durch die gravierenden Veränderungen in unseren Branchen. Ich hab ihn bewusst angenommen.

    „Elend“ im Artikeltitel finde ich daher nicht wirklich passend. Elend klingt nach Ohnmacht und nach Opfer und das sollte niemand sein (wollen). Es klingt wie ein Hilfeschrei nach einer externen Macht, die alles ins Lot bringen soll. Das funktioniert nicht. Eine eigene Haltung, ein klarer kompromissloser Stil und Mut, anzuecken und die Mäander des Lebens zu akzeptieren – das macht sichtbar. Zwischen vielen Maulwurfshügeln wachsen dann auch knorrige Eichen.

    Ich wünsch‘ uns allen die richtigen Auftraggeber und Projekte. Jo G.

    Antworten
    1. Andreas Quinkert
      Andreas Quinkert

      Es war ja nicht zu erwarten, dass sich die „gemeinen Texter“, wie du sie nennst, hier per Kommentar zu Wort melden. ;-) Schließlich käme das für sie einer Bankrotterklärung gleich. Bzw. sie hätten dann ja mit dem Finger aufgezeigt und eingeräumt, für die auch von Jochen Kalka stark kritisierten Hungerlöhne texten zu müssen. Aber es gibt sie. Ich weiß das u. a. deshalb, weil ich in zwei größeren Kundenprojekten mit ihnen zu arbeiten „gezwungen“ war. Außerdem hab ich aufgrund meines hohen Vernetzungsgrades den Markt ganz gut im Blick und bekomme viel zu hören.

      Wir sollten jetzt also nicht so tun, als wäre alles in bester Ordnung. Das ist es insgesamt gesehen nämlich ganz und gar nicht.

      Demgegenüber war uns natürlich vollends bewusst, dass hier nur Positivbeispiele kommentieren. Teils sicherlich auch, um sich an dieser Stelle „zu positionieren“. Was aber völlig in Ordnung ist, da Einsteiger aus den einzelnen Punkten eine ganze Menge lernen können. :-)

      Antworten
      1. Sigrid Jo Gruner

        Nein, die haben ja auch keine Zeit und Lust dazu ;-) Was du „Positionierung“ nennst, ist nicht zuletzt dein Impetus. Und ganz legitim. Stark kritisierte Hungerlöhne sind das eine, sie mitmachen die andere Seite der Medaille. Mut machen ist alleweil besser als lamentieren, was nicht heißt, dass man Missstände nicht thematisieren sollte. Nur hilft es eben nix, wenn man keine Lösungswege aufzeigt. Nicht das Problem noch mehr problematisieren, sondern Lösungen benennen, lieber Kollege.

        Antworten
        1. Andreas Quinkert
          Andreas Quinkert

          Man darf/sollte Missstände also genau dann nicht ansprechen, wenn man selbst keine Lösungswege aufzeigt …? Sorry, das ist meines Erachtens kompletter Unfug. Denn übertragen auf die Kritik als Ganzes bedeutet dies ja nichts anderes, als dass nur derjenige etwas kritisieren darf, der eine Sache besser machen kann als der jeweils Kritisierte. An solchen Stellen verabschiede ich mich gerne immer aus Diskussionen. Sie führen zu nichts.

          Zumal ich einen Lösungsansatz angeboten habe. Diesen muss man nicht für gut oder zielführend befinden, aber wer bis zum Ende gelesen hat, bekommt etwas zur Hand, über das er zumindest mal nachdenken könnte. Nicht mehr und nicht weniger möchte dieser Rant erreichen.

          Antworten
          1. Sigrid Jo Gruner

            Touché, was? – Glücklicherweise hab ich keine Zeit darauf einzugehen. Bringt ja auch nix. Viel Erfolg und Tschööö, Jo

  17. Barbara Kettl-Römer

    Danke für diesen Text und die sehr interessante Diskussion dazu. Als langjährige Fachautorin für Wirtschaftsthemen (die regelmäßig auch als Texterin arbeitet) muss ich aber anfügen, dass die Wertschätzung für hochwertige Texte in diesem Bereich ebenfalls nachgelassen hat. Mein Verdacht ist ja, dass viele Leser Qualität tatsächlich nicht mehr erkennen. Sicher ist aber, dass viele Redaktionen und Verlage möglichst wenig bezahlen wollen und durchaus auch schlechte Texte nehmen, wenn sie nur billig genug sind. Insofern ist nicht zu erwarten, dass das Label „Fachautor“ für deutlich höhere Honorare sorgt als das Label „Texter“. Leider.

    Antworten
    1. Andreas Quinkert
      Andreas Quinkert

      Beunruhigende Entwicklung … Und danke für den „Frontbericht“!

      Antworten
  18. Sylvia

    Hallo in die Runde,
    interessante Diskussion. Mein Eindruck – ganz gleich ob freiberuflich oder angestellt: Texten bekommt einfach nicht (mehr) die ihm zustehende Wertschätzung. Das ist die Wurzel allen Übels. Es mangelt am Verständnis (was steckt da überhaupt an Arbeit und Wissen drin), an der zugestandenen Zeit (husch, husch, geht das nicht schneller), am Respekt (umtexten, weil ja jeder schreiben kann) und letztlich wohl auch am Entgelt, was ich den Kommentaren der frei Schaffenden hier entnehme. So ist ein Teil des Jobs immer auch Lobbyarbeit für das Texten.

    Antworten
    1. Andreas Quinkert
      Andreas Quinkert

      Hallo Sylvia,

      so sehe ich das auch. Und wie ich ja bereits im Beitrag selbst schrieb: Die Wertschätzung wird wohl in Einzelfällen erst dann wieder zunehmen, wenn Auftraggeber einen Text-GAU hatten. Sei es durch einen Ranking-Absturz bei Google oder was auch immer.

      Gruß
      Andreas

      Antworten
  19. Olaf Kopp
    Olaf Kopp

    Hallo liebe Texter und Texterinnen,

    ich sehe es ähnliche, dass das Produkt Text durch Dienste wie Textbroker & Co. in der unternehmerischen Wahrnehmung an Wert verloren obwohl der Bedarf durch Content-Marketing deutlich gestiegen ist. Irgendwie Paradox. Auf der anderen Seite findet man Angebot für Texte die sich um bis zu 2000% unterscheiden. Die „Billigheimer“ bieten 50 € für einen Text von ca. 600 Wörtern länge an. PR-Agenturen bieten einen solchen Text teilweise für bis zu 700 € an.
    Mir fällt es extrem schwer hier das Mittelmaß zu finden, was angebracht wäre. Bitte helft mir :-)

    Welche Kriterien bestimmen den Aufwand für einen guten Text?
    Ist das abrechnen nach Wörtern der richtig Maßstab. Wenn ja? Wie viel pro Wort ist angebracht?
    Könnt mich auch gerne direkt anschreiben. Vielleicht kommt da auch eine langfristige Zusammenarbeit zustande.

    Antworten
    1. Robin Parker

      Hey Olaf,

      noch mal meine paar Cent zu dem Thema:

      Ich denke jeder Dienstleister bestimmt sein Preissegment in erster Linie für sich selbst.
      Wenn er einen 1000 Worte Text in EINER STUNDE „hinknallen“ kann (in vielleicht nicht so guter Qualität), sind 70€ okay?
      Hier genau die Gegenargumentation: Der Foodblog brauch vielleicht nur einen 1000 Worte Text für 70€.

      Wenn du als „Vollprofi“ an die Sache herangehst, recherchierst, dich mit der Materie beschäftigst, dich da richtig REIN HÄNGST und dafür einen Tag opferst, brauchst du 1000€.

      DU bestimmst ja auch die SUBJEKTIVE Qualität und Herangehensweise –
      Dass dann einige Kunden lieber selbst die Texte schreiben (wie sie auch selbst Computer „reparieren“), bliebt da nicht aus und ist vollkommen legitim, weil wir *ALLE* Texte brauchen, mal kostenfrei, mal selbsterstellt und mal vom Profi.

      Hier muss sich jeder selbst einordnen und vielleicht auch erst durch angemessene Reputation mit den Jahren in den Ligen aufsteigen!

      Das ist ja nicht nur bei „euch“ Textern so!

      Ich hab immer ein wenig Bauchschmerzen, wenn man die Hate-Speech über Low-Budget-Berufe hört – es gibt ausreichend Gegenbeispiele und die Beginnen bei den Dienstleistern und deren Einstellung SELBST.

      Antworten
  20. Thomas M. Ruthemann

    Moin Olaf!
    Nehmen wir mal einen typischen Business-Blog: 600 Wörter bedeuten zwischen 3 und 4 Stunden Arbeit, je nach Aufwand (sprich, wieviel Infos liefert der Kunde). Nehmen wir mal einen durchschnittlichen Stundensatz von 80 Euro für einen Freiberufler – dann kann das schon über 300 Euro kosten.
    Eine Abrechnung pro Wort, ganz ehrlich, ist nicht akzeptabel; alleine das Ansinnen würde ich immer ablehnen. Auch so eine Unsitte aus den Textbroker-Tagen.
    Und zu Deiner dritten Frage: Die ist nur sehr schwer zu beantworten, denn jeder Kollege arbeitet irgendwie anders. Viele schreiben „aus dem Bauch“ und es liest sich toll; andere planen und strukturieren ausführlich bevor sie loslegen. Und das sind nur die beiden Pole.
    Können wir gerne aber mal direkt diskutieren, wenn wir uns mal wieder bei irgendeinem Netzwerken treffen. :-)

    Antworten
    1. Andreas Quinkert
      Andreas Quinkert

      Das, was Tom sagt. ;-)

      Antworten
    2. Olaf Kopp
      Olaf Kopp

      Danke Tom. Für die Antwort. Und da nennst Du einen interessanten Punkt:

      „Die ist nur sehr schwer zu beantworten, denn jeder Kollege arbeitet irgendwie anders. Viele schreiben ‚aus dem Bauch‘ und es liest sich toll; andere planen und strukturieren ausführlich bevor sie loslegen. Und das sind nur die beiden Pole.“

      Ich denke hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Es geht ja um Effektivität beim Schreiben. Menschen, die aus dem Bauch raus schreiben können also ein Talent besitzen werden es wohl schneller hinbekommen. Anderen geht es nicht so leicht von der Hand. Das kann ich so auch nur bestätigen. Aber mir scheint es auch oft so, dass unter den Textern auch viele sind, die dieses Talent nicht haben, es sich vielleicht aber gar nicht eingestehen wollen und dann darüber zu teuer sind. Frei nach dem Motto: Schreiben kann jeder!. Und aus diese ganzen Angeboten dann den Richtigen rauszufischen muss man erst einmal hinbekommen. Denn man muss einen Text auch immer im Verhältnis zu anderen Dienstleistungen setzen bzw. deren Wert. Wenn ich dann für einen Blogbeitrag 700 € bezahle, der insofern ich ihn nicht bei Google gerankt bekomme, im Social Media eine Halbwertszeit von einigen Stunden bis maximal ein paar Tage hat macht das keinen Sinn. Da reicht dann nicht die Betrachtungsweise: Ich brauche so und so viel Std. für den Text und deshalb kostet er so viel. Es geht da auch immer um ein Wertversprechen, das im Verhältnis zu anderen Maßnahmen steht, wie ja auch hier und da in den Kommentaren angemerkt.

      Antworten
      1. Andreas Quinkert
        Andreas Quinkert

        Wenn ich aus dem Bauch heraus binnen ein, zwei Stunden einen herausragenden Fachtext á 1.000 Wörter schreiben könnte, würde ich mir das als Autor SEHR gut bezahlen lassen. Der Faktor Zeit ist hierbei also mit Vorsicht zu genießen!

        Antworten
      2. Robin Parker

        Verhältnismäßigkeit ist auch ein generelles schönes Stichwort…

        Wenn man damit heutzutage immer argumentieren würde, gäbe es die meisten Websites wohl kaum, wesentlich weniger Blogbeiträge von irgendwem und sicherlich auch kein Essen vom großen M.

        Es geht oftmals nur um Außendarstellung, Marketing, Mehrwertsuggestion oder eben auch Luxus und „den Schein wahren“.
        Sind wir ehrlich – wenn man einen pragmatischen Text über seine Dienstleistung und den USP auf seiner Unternehmenswebsite positioniert, ganz ohne Textverständnis, wäre auch alles gesagt.
        Man möchte aber doch, dass es schön, wichtig und „besser“ klingt, als bei der Konkurrenz.
        Ich glaube nicht, dass sich das schnell lohnen würde, wenn man es eben mit der monetären Verhältnismäßigkeit begründet.

        Und hier sind wir bei einem ganz großen und allumfassenden Problem:
        Die Messung des Angebots (auch der Qualität) und des Bedürfnisses (Requirement) – mit nachfolgender Gegenüberstellung.

        In den IT-Projekten, welche ich betreue, kommt man gemeinsam oft an einen Punkt (wenn man es so angeht), an dem man feststellt:
        „Stop mal – das ergibt keine Sinn dieses Modul zu entwickeln, diese Hardware anzuschaffen oder den Dienstleister damit zu beauftragen, hiermit generieren wir in den nächsten zehn Jahren niemals so viel ‚Gewinn‘ [in welcher Form auch immer], dass sich das mal rechnen könnte! Nur für das Bauchgefühl oder Außenwirkung reicht der Impact auch nicht ==> FULL STOP, sein lassen!“.
        Wir beraten so – im letzten Jahr wurde fast die Hälfte der Projekte, zu welchen man gerufen wurde, BERATEND direkt beendet – Wirschaftlichkeit adieu!

        Um es zusammenzufassen:
        Wie bei jeder Beauftragung muss man diverse Kriterien und Metriken zur Bewertung heranziehen:

        a) Qualität, Kosten, Nutzen in dem KONKRETEN Fachbereich (hier Text)
        b) Kosten, Nutzen im Bereich der Betriebswirtschaft (klare Analyse)
        c) ggf. Kosten, Nutzen im Bereich des Marketings

        Es ist hier eine Bilanz aus der Gesamtsumme zu ziehen und nicht immer nur einzelne Teilbereiche heraus zu picken.

        Was ich spannender finde:
        Oftmals ist die AUFGABENSTELLUNG schon daneben.
        Im Projektmanagement lernt man, z.B. mit der SMART-Methode, klare Aufgaben zu spezifizieren.
        Wenn man nun argumentiert, dass der „teure Texter“ etwas überdimensioniert für den Job auf dem Foodblog mit Social-Media-Fokus ist, dann stell ich mir eher die Frage, ob die Aufgabenstellung und das Projektmanagement nicht vollkommen falsch an die Sache herangeht.

        Als Beispiel:
        Spezifisch: Wir brauchen einen einfachen 1000 Worte Text für einen Food-Blog mit einer Halbwertzeit von 7 Tagen auf einer Social-Blogging-Platform
        Messbar: Welche Nutzergruppe werden wir erreichen, wie viele Neukunden könnten aquiriert werden? Welcher Impact?
        Akzeptiert: Mit wem, von wem und zu welchem Preis möglich? Angebote diverser „Texter“ einholen und vergleichen – hier reicht vielleicht ein Student!
        Realistisch: Text ist machbar, Textqualität Definitionssache, aber brauch es einen gesetzten Superprofi für die Erstellung des Food-Eintrags?
        Terminiert: Abgabe bis…

        Ich sehe immer wieder Fehler in den Requirements und daraus resultieren in der Verantwortlichkeits- und Entscheiderkette immer wieder Probleme.

        Just my few words.

        RP

        Antworten
  21. Bärbel Folten

    Hallo Andreas,
    als Dinosaurier unter den Textern will ich mich hier auch mal zu Wort melden. Dein Artikel spricht mir aus der Seele.
    Ich habe in Berlin an der UDK studiert (hab also nichts anderes gelernt), bin seit fast 40 Jahren Werbetexterin, seit 34 texte ich freiberuflich. Anfangs als Freelancerin in den großen Frankfurter Werbeagenturen mit satten Tagessätzen von bis zu 1400 DM (das waren noch Zeiten!). Texter wurden sowohl als Angestellte als auch als Freelancer besser bezahlt als Art-Direktoren (die gibt es heute nicht mehr, das sind alles Mediengestalter). Und wir wurden mehr geschätzt. Weil wir nicht nur „on strategy“ schreiben, Marketingkonzepte kreativ umsetzen und zielgruppengerecht formulieren konnten , sondern auch Konzepte gemacht haben, die erfolgreich waren, sprich wirtschaftlichen Gewinn brachten. Ich haben noch Anzeigen gemacht, Funkspots geschrieben und produziert und Fernsehspots konzipiert.
    Mit dem Euro ging es auch mit unserem Berufsbild bergab. Die Honorare halbierten sich nicht einfach, sie gingen noch weiter runter.
    Ich wohne inzwischen fernab der Werbemetropolen und arbeite für Direktkunden. Leben kann man davon kaum. Zumal diese natürlich auch stets der Meinung sind, sie können selbst schreiben. Ich mache hauptsächlich Homepages und das macht – oh Wunder – tatsächlich Spaß. Alles in allem ist es schon ein schöner Beruf. Zumal ich das Glück hatte, die goldenen Zeiten mitzuerleben. Jetzt stehe ich kurz vor Rente und blicke auf ein erfülltes Berufsleben zurück. Leid tun mir all jene, die ihr Handwerk beherrschen und noch viele Jahre des Feilschens vor sich haben.
    Ich kann nur allen Texterkollegen viel Glück wünschen!
    Bärbel

    Antworten
  22. Beatrice Fischer-Stracke

    Hallo Herr Quinkert,

    Ihr Artikel spricht mich sehr an und beschreibt den derzeitigen Zustand sehr gut. Ich bin Mitglied im kleinen Profitexterfachverband, ein Kreis von Verkaufstextern, und auch wir sehen dieses Preisdumping der Billig-Plattformen mit unguten Gefühlen.

    Man spürt das in Verhandlungen mit Kunden, die meinen, schreiben geht doch schnell, wenn man Texter ist. Dass genau das Gegenteil davon der Fall ist, wenn man echte Recherche betreibt, kann man oft erst durch ein langes Gespräch klar machen.

    Herzliche Grüße
    Beatrice

    Antworten
  23. Andrea Stanke

    Liebe Kollegen,
    hier Wasser auf die Mühlen von Einigen von Euch – eine Liste von Content-Anbietern
    https://www.projektieren.de/weblog/tipps-tricks/content-anbieter/

    Seht Ihr Euch in diesem großen Pool?! Oder habt Ihr Euch bereits einen eigenen Namen gemacht? Ich kann nur jedem empfehlen, sich ganz klar zu positionieren. Texter sind wir alle. Es geht darum, wofür wir stehen, für wen und was wir schreiben.

    Letztlich geht es darum, welche konkreten Lösungen DU bietest. Und warum genau DU es bist, der die Kundenanforderungen so erfüllt, wie er es sich wünscht. Mit meiner Entscheidung, nicht mehr für Agenturen, sondern nur noch direkt mit meinen Kunden zusammenzuarbeiten, fahre ich sehr gut. Auch meine Spezialisierung auf authentische Marketing-Kommunikation, sprich auf Eigenmarkting für Solo-Unternehmer, macht sich bezahlt.

    Die Zeiten, in denen ich als Texter am besten bis gestern „karierte Maiglöckchen“ zaubern sollte, sind vorbei. Nun pflege ich persönliche Kundenkontakte und muss nur noch meine eigenen Versprechen erfüllen. Die direkte Kundenbeziehung wirkt sich auch finanziell positiv aus.

    Habt den Mut, Euch mit Eurem Talent am Markt zu positionieren. Macht Euch unabhängig und geht selbstbestimmt Euren Weg. Eine Umbennung von Texter zu Content Manager o.ä. ändert doch nichts an den Strukturen, in denen sich scheinbar viele gefangen fühlen.

    Gute Impulse zur Positionierung gibt Euch Christian Müller im ersten Film der neuen Zielbar-Video-Kolumne https://www.youtube.com/watch?v=Y3wGaXqpJO8

    Liebe Grüße aus Köln & ein schönes Wochenende,
    Andrea Stanke

    @Andreas Quinkert: Vielleicht solltet Ihr die Zielbar um die Rubrik Text bereichern. Das wär ein erster Schritt zur Würdigung des Texterberufs.

    Antworten

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